Montag, 13. August 2018

Concordia gewinnt den Anhalt-Cup

Am Samstag trafen in der Köthener Heinz-Fricke-Halle drei Oberligateams (HG 85 Köthen, HV Grün-Weiß Werder, NHV Concordia Delitzsch) und die Männer des TuS Radis aus der Sachsen-Anhalt-Liga aufeinander. Im Modus, bei dem jeder gegen jeden spielt, ging es in jeweils 2-mal 20 Minuten um den Köthener Anhalt-Cup.
Bei Concordia fehlten mit Niklas Prautzsch, Michal Paululik, Marian Voigt und Jan Derk Janßen vier Spieler aus unterschiedlichen Gründen. Im ersten Spiel standen sich Köthen und Werder gegenüber, die Brandenburger besiegten den Gastgeber mit 23:19.
Danach wurde es für den NHV ernst. Die neu zusammengestellte Delitzscher Sieben traf auf den TuS Radis. Lautstark angefeuert vom Fanclub Loberhaie ging das dezimierte Team ins Spiel. Aus einer sicheren Abwehr heraus wurde Tempo gemacht, allerdings gab es viele technische Fehler im Angriff. Später wurden die Aktionen durchdachter, und von einem umsichtigen Sowada dirigiert, klappte es deutlich besser. Am Ende stand ein ungefährdeter 22:12-Erfolg zu Buche.
Nach kurzer Pause mussten die Concorden gleich wieder auf die Platte. Gegner war diesmal die starke Vertretung von Grün-Weiß Werder. Doch die Loberstädter konnten phasenweise mit tollem Handball glänzen. Die Abwehr um Torhüter Felix Herholc stand wie eine Mauer und im Angriff gab es viele schöne Aktionen. Der 18:16-Sieg war hochverdient.
Während die Delitzscher eine längere Pause hatten, gab es zwei weitere Begegnungen. Köthen bezwang Radis 27:14 und Werder gewann 20:19 gegen Radis.
Vor dem letzten Spiel gegen Köthen war die Spannung greifbar, bereits ein Remis würde dem NHV zum Turniersieg reichen. Jetzt standen sich der Zweite und der Dritte der letztjährigen Oberligasaison gegenüber. Es begann ausgeglichen, keiner konnte sich absetzen. Man merkte beiden Teams den Kräfteverschleiß an, Ungenauigkeiten häuften sich. Doch es wurde immer deutlicher, dass Delitzsch in der Abwehr die besseren Antworten hatte. Frank Grohmann machte zudem im Angriff mächtig Dampf, mit acht Toren bereitete er den Weg für den 16:14-Sieg.
Ungeschlagen gewannen die Delitzscher damit den Anhalt-Cup und nicht nur das: Herholc wurde als bester Torhüter geehrt, Grohmann konnte sich mit 20 Treffern die Torjägerkrone aufsetzen.
Co-Trainer Jan Jungandreas zeigte sich zufrieden. Besonders angetan war er von der beweglichen und konsequenten Deckung. Defizite erkannte er noch im Timing, die dadurch auftretenden technischen Fehler müssen in den nächsten Trainingswochen minimiert werden.
Unterdessen ist Herholc auch neuer Kapitän und damit Nachfolger des zurückgetretenen Jungandreas. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde der Spielführer diesmal von seinen Teamkollegen gewählt. Zum Mannschaftsrat gehören außerdem Daniel Sowada, Lucas Mittag und Martin Müller.
Derweil ist momentan die körperliche Belastung in der Vorbereitung ziemlich hoch. „Es wissen alle, dass es gerade sehr intensiv ist. Aber das ist normal. Die Jungs müssen darauf achten, sich ordentlich auszulaufen und zu regenerieren“, sagt Jungandreas. Im Trainingslager am vergangenen Wochenende konnten sich die Spieler zudem auf die Liege des Physiotherapeuten zurückziehen und sich ordentlich durchwalken lassen. Unterdessen müssen sich die NHV-Verantwortlichen mit einer überraschenden Personalie beschäftigen. Spielmacher Sascha Meiner kann schon mit Beginn des neues Schuljahres seinen Job als Lehrer beginnen und pausiert deswegen mindestens bis Weihachten. Der zweite Mittelmann Jan Derk Janßen ist nach einem Kreuzbandriss noch verletzt. Ob er rechtzeitig zum Saisonstart Anfang September fit wird, steht in den Sternen.
Hartmut Sommerfeldt / Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 13.August 2018

NHV-Statistik aller drei Spiele:
Herholc (23 Paraden); Günther (5 Tore), Mittag (9), Grohmann (20), Wendlandt (8), Sowada (5), Karl, Teresniak, Nešovanović (3), Müller (2 ).

Turnier-Endergebnis: 
  1. NHV Concordia Delitzsch 6:0 Punkte/56:42 Tore 
  2. HV Grün-Weiß Werder 4:2/59:56 
  3. HG 85 Köthen 2:4/ 60:53 
  4. TuS Radis 0:6/45:69

Mittwoch, 8. August 2018

NHV mit Nešovanović, ohne Meiner

Es stimmte was nicht am Montagabend. Da stand beim Trainingsspiel des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch gegen den Drittligisten Anhalt Bernburg auf Rechtsaußen ein Spieler mit der Trikotnummer 3 und dem Namenszug Sascha Meiner auf dem Platz. Unter diesem „Pseudonym“ lief mangels eigenem Shirt Neuzugang Michal Paululik auf. So weit, so gut. Viel schlimmer: Sascha Meiner, in der vergangenen Saison mit 146 Treffern bester Delitzscher Torschütze, wird „zumindest bis Weihnachten“, so NHV-Präsident Axel Schüler, nicht für die Nordsachsen auflaufen. Der 29-jährige frühere Junioren-Europameister hat sein Studium abgeschlossen und arbeitet nun, ein Jahr früher als geplant, als Lehrer.
„Der Beruf geht vor“, zeigte Schüler Verständnis. Ein herber Verlust für die Concorden, denn Meiner war in der abgelaufenen Spielzeit einer der Leistungsträger und dazu ein sicherer Siebenmeter-Schütze. Mit 66 verwandelten Würfen führte Meiner diese Rangliste ligaweit an. Zumindest in dieser Kategorie dürfte die Lücke nicht so groß sein. Denn bei der 24:28- Niederlage gegen Bernburg erwies sich Frank Grohmann, der vom Drittligaabsteiger HSV Bad Blankenburg an den Lober gewechselt war, als würdiger und treffsicherer Nachfolger.
Bei tropischen Temperaturen in der mehr alten als ehrwürdigen Delitzscher Becker-Halle entwickelte sich eine ansehnliche Partie. Die Gastgeber scheinen beim Neuaufbau nach dem gewaltigen Aderlass – unter anderem verabschiedeten sich Stammspieler wie Jonas Meiner, Jan Jungandreas (jetzt Co-Trainer), Clemens Schlegel, Patrick Baum und Danny Trodler – gut vorangekommen zu sein. Die Abwehr erwies sich als standfest, packte zumeist ebenso entschlossen wie energisch zu, war aber bei schnellen Gegenangriffen anfällig.
In der Offensive dürfte die rechte Seite mit Paululik, Lucas Mittag und Grohmann für genügend Durchschlagskraft in der Anfang September beginnenden Saison sorgen. Am Kreis ist der NHV mit Oliver Wendlandt und Nemanja Nešovanović, der aus Frankreich kam, ebenfalls top aufgestellt. Noch fehlt ein viele Tore garantierender Werfer im linken Rückraum. Der Nachfolger für Trodler ist noch nicht gefunden, die Suche läuft. Ein Tscheche, der sich kürzlich vorstellte, wird jedenfalls nicht verpflichtet. So ruhte gegen Bernburg die linke Last auf den Schultern von Martin Müller, Niklas Prautzsch und Daniel Sowada, die sich achtbar aus der Affäre zogen. Große Hoffnungen ruhen auf Allrounder Jan Derk Janßen, der allerdings nach seinem Kreuzbandriss erst im Herbst einsatzbereit sein wird.
Concordia-Coach Wladimir Maltsev war mit der Partie gegen die Anhalter jedenfalls zufrieden. „Ich hatte vor dem Spiel der Mannschaft gesagt, wir wollen nicht mit mehr als fünf Toren verlieren.“ Geschafft. Am Sonnabend tritt der NHV beim Turnier in Köthen an. Vielleicht sieht man dort die nächsten Fortschritte.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 8.August 2018

NHV: Herholc (4 Paraden, 1 Tor), Voigt (2 P.); Wendlandt (2), Sowada (3), Mittag (1), Müller, Prautzsch (4/3), Paululik 1, Karl, Teresniak, Grohmann (8/6), Nešovanović 4

Dienstag, 7. August 2018

NHV-Wasserstandsmeldung: Es läuft

Hinter den Handballern des NHV Concordia Delitzsch liegen drei Tage deftige Schufterei. Das Oberliga-Team absolvierte von Freitag bis Sonntag ein Trainingslager in Bad Blankenburg. Garniert wurde der Betriebsausflug mit einem Test gegen die HSG Suhl/Goldlauter. „Wir können zufrieden sein. Die Jungs haben voll mitgezogen. Die Bedingungen waren optimal. Ich denke, alle haben sich wohlgefühlt“, bilanzierte Co-Trainer Jan Jungandreas.
Vier Halleneinheiten, drei Athletikeinheiten, ein Spiel sowie die finale Radtour zog der NHV-Tross durch. Ein straffes Programm in dieser kurzen Zeit. Bis auf Neuzugang Nemanja Nešovanović konnte Chefcoach Wladimir Maltsev die volle Kapelle hetzen. Kreisläufer Nešovanović war privat verhindert, soll aber in dieser Woche zur Mannschaft stoßen.
Das Duell mit Thüringenligist Suhl/Goldlauter war die erste handballerische Leistungsschau der abermals generalüberholten Delitzscher Mannschaft. Die Partie endete mit einem standesgemäßen 26:15-Erfolg und brachte nebenher auch Erkenntnisgewinn. Insbesondere die Defensivarbeit und die Torhüterleistungen sahen für diese frühere Phase der Vorbereitung schon ziemlich manierlich aus. Erwartungsgemäß ausbaufähig kam die Sache im offensiven Zusammenspiel daher. „Unter den Voraussetzungen war das insgesamt sehr ordentlich. Wir haben noch genügend Zeit und Spiele, um an den Schwächen zu arbeiten“, befand Jungandreas. Die Vorgaben des Trainerteams erfüllte das Team. Weniger als zwölf technische Fehler und mindestens zehn Kontertore standen auf der Agenda.
Überhaupt wurde während der Einheiten viel Wert auf Konter gelegt. Auch erste taktische Dinge gehörten zum Programm. In Sachen Athletik stand die Schnelligkeit im Vordergrund, nachdem bisher vor allem Freunde der Ausdauer auf ihre Kosten kamen. Bei der abschließenden Radtour fehlte Wladimir Maltsev übrigens. Nicht etwa weil er die drei Stunden mit mehreren knackigen Anstiegen scheute, es gab schlicht nicht genügend Fahrräder vor Ort. So konnte sich der Coach in aller Ruhe zurück- und ein erstes Fazit des Trainingslagers ziehen.
Bereits gestern Abend testete der NHV erneut. Diesmal ging es gegen Drittligist Bernburg. „Das ist natürlich ein anderes Kaliber als Suhl“, meinte Jungandreas. Die Partie endete nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe (Anm. von mir: das Spiel endete 24:28 aus NHV-Sicht).
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 7.August 2018

Donnerstag, 2. August 2018

"Wir haben aus den Fehlern gelernt"

Er war jahrelang Publikumsliebling, Torjäger, Schlüsselspieler. Zur neuen Saison wird Jan Jungandreas nun Handball-Oberligist NHV Concordia Delitzsch als Co-Trainer von Chef Wladimir Maltsev betreuen. Vor der Fahrt ins Trainingslager in Bad Blankenburg am Freitag spricht der 30-jährige C-Lizenzinhaber über seine neue Aufgabe, die Saisonvorbereitung und Fettpolster. Für alle, die die Frage nicht abwarten können: Ja, der Ex-Zweitligaspieler wird weiterhin für Notfälle auf dem Parkett bereitstehen.

Seit wann stand es eigentlich fest, dass Sie Ihre Laufbahn beenden?
Ich habe den Verantwortlichen schon vor der vergangenen Saison gesagt, dass es zu 90 Prozent meine letzte Saison wird. Es wurde körperlich immer schwieriger und ich wollte mich mehr auf meine Trainertätigkeit konzentrieren. Das hat sich dann während der Saison gefestigt, als meine Knien immer weniger mitgemacht haben.

Das war es also mit dem Handballspieler Jan Jungandreas?
Für den Notfall stehe ich natürlich noch bereit. Ich halte mich fit, lasse mich jetzt nicht gehen und werde dick.

Für den Verein sind Sie ein echter Glücksfall. Sie sind schließlich nicht nur Co-Trainer der Oberliga-Mannschaft …
Stimmt, ich trainiere außerdem noch die Minis, die F-Jugend und jetzt auch noch die E-Jugend. Es macht mir einfach Spaß, Kindern Freude am Sport und Interesse für Handball zu vermitteln. Ein bisschen traurig bin ich, dass ich nach fünf Jahren meine C-Jugend abgeben musste, aber alles kann selbst ich nicht machen.

Bei den Männern steht der fast schon traditionelle Umbruch bevor. Nervt Sie das?
Naja, es ist nichts Neues für uns. Aber natürlich wäre es schön, wenn eine Mannschaft mal über drei, vier Jahre komplett zusammenbleiben könnte. Andererseits haben wir eben immer wieder junge Spieler dabei, die wegen Ausbildung oder Studium abwandern. Trotzdem glaube ich, dass es dieses Jahr einfacher wird. Wir haben aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt.

Welche Fehler meinen Sie?
Wir haben alle gedacht, dass unser Kader stärker geworden ist und deswegen vielleicht unbewusst im Training die Zügel etwas schleifen lassen. Dafür haben wir dann zu Beginn der Saison die Quittung bekommen. Individuelle Qualität reicht eben nicht aus.

Nach der schwachen Hinrunde kam die herausragende Rückrunde, gekrönt von Platz drei am Ende der Saison. Hätten Sie das noch für möglich gehalten?
Nee, das hätte ich nicht erwartet, zumal wir ja auch in der Rückrunde nie alle Spieler dabei hatten. Tobias Bauske hat sich verletzt, auch Patrick Baum. Lucas Mittag und Clemens Schlegel haben auch nicht alle Spiele gemacht. Vielleicht war unsere Stärke, dass wir die Hinrunde unbedingt wieder gutmachen wollten.

Gab es eigentlich einen Knackpunkt in der Saison, also eine Art Auslöser der Siegesserie?
Vielleicht war es Heimniederlage gegen Plauen. Das war für uns alle ein Erlebnis, das keiner mehr haben wollte. Als dann die Siege kamen, wurde vieles selbstverständlicher, was vorher nicht geklappt hat. Wir sind vor allem in kritischen Situationen ganz anders aufgetreten.

Im Vorjahr hat Wladimir Maltsev davon gesprochen, in zwei, drei Jahren in die 3.Liga aufzusteigen. Ist das noch immer realistisch?
Das ist ein schwieriges Thema, bei dem hehrere Faktoren eine Rolle spielen. Darüber können wir nachdenken, wenn wir mal eine Mannschaft drei, vier Jahre zusammenhalten. Und dann ist das natürlich auch immer eine finanzielle Sache. Ganz davon abgesehen, dass die Staffel, in die wir wahrscheinlich eingeordnet werden würden, wahnsinnig unattraktiv ist. Maximal zwei Derbys und so weite Fahrten, dass du fast schon eine Profitruppe brauchst.

Von daher macht die Oberliga für Delitzsch mehr Sinn?
Die Liga ist unheimlich ausgeglichen, das macht es schon mal für die Zuschauer sehr schön. Dazu liegen wir relativ zentral, sodass auch viele Auswärtsmannschaften ihre Fans mit zu uns bringen. Von unseren Fans brauchen wir gar nicht reden, die kommen sowieso überall hin mit. Dazu ist es auch für unsere Sponsoren attraktiv, weil sich eben alles hier im Umland abspielt.

Seit vergangener Saison gibt es auch eine zweite NHV-Mannschaft. Wie wichtig ist das für den Verein?
Prinzipiell kann das nur förderlich sein. Wenn wir Verletzungsprobleme haben, können Spieler aus der Zweiten aushelfen. Unsere Nachwuchsspieler Tobias Karl und Chris Teresniak, die gerade aus der A-Jugend kommen und mit der ersten Mannschaft trainieren, können in der Bezirksliga Spielpraxis sammeln und dort von Leuten lernen, die über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügen. Unser Ziel ist es, auf diesem Weg immer mehr junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Oberliga-Mannschaft zu bringen.
Interview Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 1.August 2018

Vorbereitungstermine:
4.August: NHV - Suhl (in Bad Blankenburg)
6.August, 19:30 Uhr: NHV - Bernburg
11.August: Turnier in Köthen
18.August: Turnier beim HC Burgenland
21.August, 19:30 Uhr: NHV - Leipzig/Zwenkau
24.August, 19 Uhr: NHV - Elbflorenz II
Punktspielstart: 2.September beim HC Burgenland

Freitag, 20. Juli 2018

NHV wird mit Nešovanović internationaler

In der Saison 2018/19 wird das Gesicht der Oberliga-Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch so international wie noch nie seit der Neugründung des Vereins vor mittlerweile acht Jahren. Nach Trainer Wladimir Maltsev (Russland) und dem kürzlich verpflichteten Michal Paululik (Tschechien) hat sich der Verein nun die Dienste von Nemanja Nešovanović gesichert, eines Serben mit bulgarischem Pass. Der vor kurzem 31 Jahre alt gewordene Kreisläufer folgt auf Clemens Schlegel, den es beruflich ins schweizerische Biel gezogen hat. Beim NHV soll das Kraftpaket gemeinsam mit dem ein Jahr älteren Oliver Wendlandt sowohl vorn als auch hinten ein schlagkräftiges Kreisläufer-Duo bilden.
Nešovanović stand zuletzt zwei Jahre lang beim französischen Zweitliga- Spitzenteam Grenoble unter Vertrag. In beiden Jahren schaffte er es ohne einen einzigen Siebenmeter jeweils in die Top 10 der ligaweit besten Torschützen. In der letzten Saison hatte Nešovanović bereits bei Grenobles Ligakonkurrent Belfort unterschrieben, was sich dann jedoch zerschlug, da Belfort in finanzielle Schwierigkeiten geriet, woraufhin der französische Verband den Transfer untersagte. Nešovanović nutzte die unverhoffte Gelegenheit, eine schon länger störende Schulterverletzung operativ kurieren zu lassen und schuftete während der kompletten Saison 2017/18 für ein Comeback. Auf dieses dürfen sich nun die Fans des Delitzscher Handballs freuen. „Die Verletzung ist ausgeheilt. Ich fühle mich topfit und freue mich darauf, jetzt in Deutschland angreifen zu können. Ich weiß noch nicht viel über die Liga, aber mir wurde gesagt, dass die Delitzscher Fans außergewöhnlich sind. Jetzt bin ich ein Concorde und heiß darauf, dem Team so gut wie möglich helfen zu können.“
Handballerisch ist Nešovanović ein Spätzünder. Nachdem er sich als Kind zunächst in Fußball und Basketball versuchte, verschlug es ihn erst im Alter von 17 Jahren zum Handball. Bei Roter Stern Belgrad schaffte er es dann aber schon nach kurzer Zeit in die 1. Mannschaft. Nach etlichen Jahren in der höchsten serbischen Liga folgte schließlich der Wechsel in den französischen Wintersportort Grenoble, wo er gleich in seiner ersten Saison 120-mal einnetzen konnte und so zum zweitbesten Kreisläufer der Liga avancierte.
Der Delitzscher Co-Trainer Jan Jungandreas ist erkennbar erleichtert, die mit dem Abschied von Clemens Schlegel entstandene Lücke adäquat geschlossen zu haben. „Nemanja ist in Angriff und Abwehr ein absoluter Kämpfer. Er wirkt am Kreis trotz seiner Masse athletisch und beweglich. Sein Abwehrspiel ist kompromisslos und hart. Ich würde sagen, er ist ein Spieler, den man lieber in seinen eigenen Reihen hat, als gegen ihn zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 20.Juli 2018

Donnerstag, 19. Juli 2018

Laufend der neuen Saison entgegen

Gut zehn Wochen nach dem letzten Spiel der mit Platz 3 überaus gelungenen Oberliga-Saison 2017/18 rief Chefcoach Wladimir Maltsev seine neuformierte Mannschaft am Montag zum Trainingsauftakt zusammen, um die Grundlagen für eine im besten Fall ähnlich erfolgreiche Saison 2018/19 zu legen. Noch nicht dabei waren die Neuzugänge Michal Paululik, Tobias Karl und Michael Günther. Abgemeldet hat sich zudem der in den vergangenen beiden Jahren stets torgefährliche Kreisläufer Clemens Schlegel, den es beruflich bedingt in die Schweiz zieht und der sich deshalb dem dortigen Zweitligisten HS Biel angeschlossen hat. Die Suche nach einem ähnlich starken Nachfolger hat Teammanager Marko Bergelt in den vergangenen Wochen reichlich Nerven gekostet. Die NHV-Fans dürfen aber vorsichtig optimistisch sein, dass der Verein in Kürze einen neuen Kreisläufer präsentieren wird.
Bis es soweit ist, lastet die gesamte Verantwortung auf dieser Position einstweilen auf den breiten Schultern von Oliver Wendlandt. Der bewies am Montag beim traditionellen Fußballspiel auf dem gepflegten Rasen der Benndorfer Bundeswehr-Kaserne ungeahnte Qualitäten als Torhüter und ließ beim Duell Alt gegen Jung nur einen Gegentreffer zu. Da zudem der von Drittligaabsteiger Bad Blankenburg für den rechten Rückraum verpflichtete Torjäger Frank Grohmann auch mit der großen Kugel seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, konnten die Routiniers die einseitige Partie ungefährdet mit 5:1 für sich entscheiden.
Währenddessen drehte der nach einem im Februar erlittenen Kreuzbandriss noch angeschlagene Neuzugang Jan Derk Janßen endlose Runden auf der Laufbahn. Gestaltet sich der Heilungsprozess weiterhin so positiv, wird der 24-Jährige im Herbst sein erstes Punktspiel in Blau-weiß bestreiten. Der ehemalige Mannschaftskapitän und nunmehrige Co-Trainer Jan Jungandreas zeigte sich am Ende des noch relativ lockeren Aufgalopps durchaus angetan: „Ich denke, wir können mit dem ersten Training zufrieden sein. Der Einsatz hat gestimmt und kein Spieler sah so aus, als hätte er in den letzten Wochen gar nichts gemacht. Jetzt werden wir nach und nach die Intensität nach oben schrauben. Die nächsten Wochen werden spannend. Man darf nicht vergessen, dass wir neben dem athletischen und handballerischen Teil auch wieder viele Neuzugänge zu integrieren haben.“ Nach wie vor auf der Suche sind die Vereinsverantwortlichen um Teammanager Marko Bergelt nach einem Nachfolger für Danny Trodler, der beim NHV in den vergangenen Jahren die Königsposition im linken Rückraum ausfüllte und überaus torgefährlich interpretierte. Der Plan ist, auch diese letzte Lücke im Kader geschlossen zu haben, bevor die Mannschaft am 3. August für einige Tage in der Bad Blankenburger Landessportschule weilen wird, um dort ihr diesjähriges Trainingslager zu bestreiten. Dann wird Trainer Wladimir Maltsev auch verkünden, wer Jan Jungandreas im Amt des Mannschaftskapitäns nachfolgen wird. Man darf gespannt sein.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 18.Juli 2018

Samstag, 7. Juli 2018

Rückraum-Allrounder mit Kreuzbandriss

Die Delitzscher Oberliga- Handballer befinden sich derzeit im verdienten Sommerurlaub. Erst am 16. Juli ruft Trainer Wladimir Maltsev seine Schützlinge zum Trainingsauftakt zusammen und wird mit strengem Blick prüfen, ob – Urlaub hin oder her – alle schön fleißig waren. Erstmals mit von der Partie wird dann auch Jan Derk Janßen sein, der dieser Tage als Neuzugang Nummer 6 verpflichtet wurde.
Der 24-Jährige Niedersachse stammt aus Varel, einer friesischen Kleinstadt, in der der Handball seit jeher eine ähnlich bestimmende Rolle einnimmt wie im ebenso beschaulichen Delitzsch. Und so verwundert es nicht, dass sich auch der kleine Jan Derk im zarten Alter von 6 Jahren im örtlichen Handballverein anmeldete und fortan bei der HSG Varel sämtliche Nachwuchsklassen bis hin zur A-Jugend-Bundesliga durchlief. Mit 18 Jahren schaffte er schließlich den Sprung in die Drittliga-Mannschaft, kam aber parallel zunächst noch in der 2. Mannschaft zum Einsatz. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Janßen in der 3. Liga immer mehr zum Stammspieler und glänzte in seiner letzten Saison mit 66 Toren. Dabei kam er vorrangig auf der Position des Spielmachers sowie auf der linken Außenbahn zum Einsatz. „Ich habe aber in den letzten fünf Jahren außer Torwart fast alle Positionen gespielt“, so Janßen. Eine Qualität, die Teammanager Marko Bergelt durchaus zu schätzen weiß: „Jan ist ein Allrounder im besten Sinne. Wir sind im linken Rückraum immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger von Danny Trodler. Da ist es gut zu wissen, mit Jan einen Spieler im Team zu haben, der auch diese Position ausfüllen könnte.“ Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Monate ins Land gehen. Denn der 1,86 Meter große Neu-Concorde zog sich bei seinem vorherigen Verein SG Leipzig/Zwenkau im Februar einen Kreuzbandriss zu und wird aller Voraussicht nach noch bis in den Herbst hinein zum Zuschauen verdammt sein. Den Zwenkauer Handballern hatte sich Janßen im vergangenen Sommer angeschlossen, nachdem er sich schweren Herzens entschlossen hatte, seine friesische Heimat zu verlassen, um seiner Freundin zu folgen, die in Leipzig ein Studium aufgenommen hatte. „Es gab schon vor einem Jahr Kontakt zum NHV, aber leider hat es damals nicht geklappt, weil der Kader schon voll war. Daraufhin habe ich eine Saison mit Zwenkau in der Sachsenliga gespielt.“ Bedauerlicherweise stand diese Saison unter keinem guten Stern, denn schon im zweiten Saisonspiel wurde Janßen ein Zahn ausgeschlagen, was eine mehrwöchige Pause zur Folge hatte. Es folgten fünf Spiele, in denen Janßen seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, ehe seine Saison im Februar nach einem Kreuzbandriss endgültig beendet war. Wenige Tage vorher hatte Janßen noch für ein Probetraining in Delitzsch geweilt und bei den NHV-Verantwortlichen die Entscheidung reifen lassen, sich die Dienste des jungen Mannes für die neue Saison zu sichern. Co-Trainer und Namensvetter Jan Jungandreas: „Wir haben uns für Jan entschieden, weil er ein Rückraum-Allrounder ist. Im Probetraining wirkte er dynamisch im Eins gegen Eins und machte spielerisch einen guten Eindruck. Schade, dass er sich das Kreuzband gerissen hat und erst später in der Saison fit wird. Probleme bei der Integration wird es aber sicher nicht geben. Er ist ein lockerer Typ, der menschlich gut ins Team passt und trotz seiner Verletzung von Anfang an bei der Mannschaft sein wird.“
Obwohl Janßen nicht aus der Region stammt, ist Delitzsch dem BWL- Studenten im 6. Semester zumindest handballerisch durchaus geläufig. „Delitzsch war mir schon als Kind ein Begriff, da mein großer Bruder in der damaligen 2. Liga mit Varel gegen Concordia gespielt hat. Ich hoffe, dass ich schnell wieder fit bin, damit ich der Mannschaft auch auf dem Spielfeld helfen kann und meinen Beitrag dazu leisten kann, erfolgreichen Handball zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 7.Juli 2018

Dienstag, 3. Juli 2018

Tscheche verstärkt NHV Concordia

Zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren wird bei den Delitzscher Handballern in der nächsten Saison wieder ein tschechischer Staatsbürger im blau-weißen Trikot auflaufen.
Michal Paululik heißt der junge Mann, ist 24 Jahre alt und beackert als Linkshänder seit inzwischen 17 Jahren mit Vorliebe die rechte Außenbahn. Auf dieser Position gab es bei den Concorden akuten Handlungsbedarf, nachdem NHV-Kapitän Jan Jungandreas im Mai seine aktive Laufbahn beendet hatte. Weil Oskar Emanuel und Tobias Bauske ebenfalls nicht mehr zum Kader gehören, war Lucas Mittag der einzige verbliebene Linkshänder. Zwar wurde mit Frank Grohmann vom HSV Bad Blankenburg ein echter Torjäger verpflichtet, doch dieser ist ebenso wie Mittag eher im rechten Rückraum zu Hause. Mit Michal Paululik ist es Teammanager Marko Bergelt nun gelungen, einen torgefährlichen Außenspieler unter Vertrag zu nehmen. Der weilte unlängst für ein Probetraining am Lober und konnte sofort überzeugen. Marko Bergelt: „Michal verkörpert die typische tschechische Schule. Er ist schnell, hat viel Spielwitz und eine gute Wurftechnik. Er ist ein emotionaler Spieler, an dem unsere Fans viel Freude haben werden.“
Der ehemalige Junioren-Nationalspieler debütierte 2012 mit gerade einmal 18 Jahren für den Spitzenclub HC Banik Karvina in der höchsten tschechischen Liga „Extraliga“. Der osttschechische Verein holte seit der Jahrtausendwende beachtliche elfmal den nationalen Meistertitel. Der Liebe wegen machte Paululik 2016 sportlich einen Schritt zurück und wechselte zum HC Zlin. Inzwischen wieder Single will Paululik nun trotz zweier Angebote aus der Extraliga den Schritt ins Ausland wagen und wird in Kürze eine Wohnung in Delitzsch beziehen und bei einem Sponsor des NHV einer geregelten Arbeit nachgehen. Warum gerade Delitzsch? „Ich habe mit einigen tschechischen Spielern aus der Oberliga gesprochen und die sagten mir allesamt, dass die Delitzscher Fans fantastisch sind. Ich freue mich, bald vor ihnen spielen zu können“, so Paululik. „Meine ersten Eindrücke vom NHV sind sehr positiv. Ich war zwar erst einmal für kurze Zeit bei der Mannschaft, aber alle waren nett zu mir und es hat mir gut gefallen. Ich kann es kaum erwarten, das Concordia-Trikot zu tragen und mit der Mannschaft um die besten Ergebnisse zu kämpfen.“
Die neue Oberliga-Saison beginnt für die Delitzscher am 2. September mit einem Auswärtsspiel beim HC Burgenland, Heimspielpremiere ist am 8. September gegen Dresden. Vorher stehen ein Trainingslager sowie mehrere Testspiele und Vorbereitungsturniere auf der schweißtreibenden Agenda.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 3.Juli 2018

Donnerstag, 31. Mai 2018

Jugend forscht bei den Delitzscher Handballern

Einer der Aufsteiger im Team der Delitscher Concorden war in der letzten Saison ohne Zweifel Jonas Meiner. Der jüngere Bruder des Delitzscher Topscorers Sascha Meiner entwickelte sich auf Linksaußen zum unverzichtbaren Stammspieler. Bedauerlicherweise wird der 21-Jährige demnächst beruflich bedingt überwiegend in Potsdam weilen und so kaum noch die Gelegenheit haben, das durchaus beachtliche Trainingspensum beim NHV zu absolvieren.
Aus diesem Grund begab sich Teammanager Marko Bergelt auf die Suche nach einem vielversprechenden Linksaußen und wurde einmal mehr im Nachwuchs des Bundesligisten SC DHfK Leipzig fündig. Michael Günther heißt der jüngste Neuzugang des Oberligisten vom Lober, ist zarte 18 Jahre alt und bringt bei einer Länge von 1,83 Meter 82 Kilo auf die Waage. Bei einem Probetraining überzeugte der gebürtige Unterfranke nicht nur Chefcoach Wladimir Maltsev, sondern auch dessen neuen Co-Trainer Jan Jungandreas. "Bei Michael sieht man, dass er bei der DHfK gut ausgebildet wurde. Er ist schnell, athletisch und seine Würfe von außen wirkten recht sicher."
Der angehende Kaufmann für Büromanagement kam zur Saison 2016/17 vom bayerischen DJK Rimpar als A-Jugendlicher zum SC DHfK, um Jungend-Bundesliga zu spielen. Erst im Halbfinale scheiterten die Leipziger damals an den Berliner Füchsen. In der gerade zu Ende gegangenen Saison gelang zwar der Sieg in der Oststaffel, in der Endrunde war dann allerdings im Viertelfinale gegen Gummersbach der Traum vom Deutschen Meistertitel ausgeträumt.
Mit dem Ende der Jugendzeit begab sich Günther auf die Suche nach einem neuen Verein und bekam von einem ehemaligen Teamkollegen den entscheidenden Tipp: "Oskar Emanuel hat mir viele gute Sachen über den NHV erzählt. Beim Probetraining hat es mir dann gut gefallen und deshalb bin ich froh, dass es mit einer Verpflichtung geklappt hat."
Noch ein Jahr jünger als Michael Günther und damit noch eine Saison lang spielberechtigt in der A-Jugend ist Tobias Karl. Theoretisch jedenfalls. Praktisch wird es in der kommenden Saison jedoch keine Delitzscher A-Jugendmannschaft geben und so wird Karl in der gerade in die Bezirksliga aufgestiegenen 2.Männermannschaft zum Einsatz kommen. In dieser durfte sich der 17-Jährige bereits in der abgelaufenen Saison bewähren und entwickelte sich in kürzester Zeit zum Leistungsträger.
Das freut nicht nur Spielertrainer Christian Hornig: "Trotz seiner erst 17 Jahre hat Tobi sich bei uns zu einer festen Größe entwickelt und ist mittlerweile Stammspieler. Wenn er in den nächsten ein bis zwei Jahren noch an Kraft zulegt, hat er beste Voraussetzungen, sich in den Kader der 1.Mannschaft zu spielen. Aber dafür bedarf es in erster Linie Wille und Disziplin.
De Ur-Delitzscher Karl durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften des Vereins und erwies sich dabei stets als treffsicher. So auch in seiner ersten Männersaison, in der er es mit 101 Toren auf Anhieb zum drittbesten Torschützen hinter den ehemaligen Profis Thomas Hollstein und Christian Hornig brachte. Um die Entwicklung des Youngsters maximal zu fördern, wird der 1,95 Meter große, aber nur 80 Kilo leichte Karl ab sofort auch bei der 1. Männermannschaft mittrainieren, wovon sich auch deren neuer Co-Trainer Jan Jungandreas einiges verspricht: "Ich bin gespannt, wie Tobi sich mit vier Mal Training entwickeln wird. Er hat gute Anlagen, muss aber spielerisch noch viel lernen und an Athletik dazugewinnen. Er wird hart arbeiten müssen, aber da bin ich guter Dinge, denn Tobi ist ehrgeizig. Auf alle Fälle ist es erfreulich, dass ein Delitzscher Junge, der alle Nachwuchsmannschaften im Verein durchlaufen hat, die Chance bekommt, sich auch in der 1. Männermannschaft zu beweisen."
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 30.Mai 2018

Sonntag, 13. Mai 2018

Mitteldeutsche Oberliga 2018/19

Da gerade der HC Einheit Plauen die Relegation um den letzten noch freien Platz in der Mitteldeutschen Oberliga für die Saison 2018/19 gegen den HC Glauchau/Meerane gewonnen hat (20:21 ; 19:16), steht nun auch die Staffeleinteilung für die nächste Saison fest:


Gesamtstatistik Saison 2018/2019
Platz Mannschaft Sp. P. T. GT. Diff, S U N
1 HSV 1990 Apolda 0 0 0 0 0 0 0 0
2 HC Aschersleben 0 0 0 0 0 0 0 0
3 HC Burgenland 0 0 0 0 0 0 0 0
4 NHV Concordia Delitzsch 0 0 0 0 0 0 0 0
5 HC Elbflorenz Dresden II 0 0 0 0 0 0 0 0
6 HSG Freiberg 0 0 0 0 0 0 0 0
7 USV Halle 0 0 0 0 0 0 0 0
8 HBV Jena 90 (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0
9 HG 85 Köthen 0 0 0 0 0 0 0 0
10 SV Oebisfelde 1895 (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0
11 SG Pirna/Heidenau 0 0 0 0 0 0 0 0
12 HC Einheit Plauen 0 0 0 0 0 0 0 0
13 SV Plauen-Oberlosa 04 0 0 0 0 0 0 0 0
14 ZHC Grubenlampe (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0

Samstag, 12. Mai 2018

"Ein echter Glücksfall": NHV holt Torjäger Grohmann

Den Delitzscher Handballern steht nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte im Sommer - mal wieder - ein personeller Umbruch bevor. Fünf Abgänge stehen bereits fest, weitere werden möglicherweise folgen. Da beim NHV niemand vom Handball leben kann, entscheidet letztendlich die berufliche Perspektive über Wohn- und Arbeitsort.
Mit Torhüter Marian Voigt von Oberliga-Meister SG LVB Leipzig konnte der erste Neuzugang bereits vor knapp zwei Wochen verkündet werden. Nun wurde auch die Lücke geschlossen, die entsteht, weil Linkshänder Jan Jungandreas die Kapitänsbinde gegen die Trainerbank tauscht. Man tritt dem neuen Delitzscher Co-Trainer nicht zu nahe, wenn man sagt, dass die entstandene Lücke mindestens gleichwertig ersetzt werden konnte.
Denn mit Frank Grohmann wird demnächst ein Akteur ins blau-weiße Concordia-Trikot schlüpfen, den wohl jeder Ligakontrahent gern in seinen Reihen wüsste. Der 1,94 Meter große und knapp zwei Zentner schwere Blondschopf wechselt von Drittliga-Absteiger HSV Bad Blankenburg an den Lober. Bei den Thüringern glänzte Grohmann als Torschütze vom Dienst. Mit 160 Toren war der 28-Jährige in der gerade beendeten Saison nicht nur mit großem Abstand treffsicherster Spieler seiner Mannschaft, sondern brachte es damit auch zum achtbesten Torjäger der gesamten 3.Liga.
Das dies keine Eintagsfliege war, bewies er in der vorherigen Saison, als er mit Bad Blankenburg in der Mitteldeutschen Oberliga mit 185 Toren drittbester Torschütze der Liga wurde. Damals zeigte er sein Können auch zweimal gegen den NHV Concordia Delitzsch, der als Aufsteiger gerade seine erste Saison in der 4.Liga bestritt und von Grohmann in den beiden Spielen insgesamt 15-mal eingeschenkt bekam.
Einen bleibenden Eindruck hinterließ er damals nicht nur bei den Delitzscher Offiziellen, sondern auch bei Jan Jungandreas. "Frank hat uns in beiden Spielen großes Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin sehr froh, dass er nun zu uns stoßen wird. Mit ihm und Lucas Mittag sind wir auf der rechten Halbposition sehr gut besetzt. So wie ich ihn bis jetzt kennengelernt habe, passt er auch menschlich super bei uns rein."
Zwei, die bereits vor einem Jahr den Weg aus Bad Blankenburg nach Delitzsch gefunden haben, sind Felix Herholc und Martin Müller. Neben der sportlichen Perspektive hat auch dies eine Rolle für Grohmann gespielt: "Ich wollte wegen meiner Freundin in die Leipziger Ecke wechseln und da in Delitzsch zwei gute Freunde von mir spielen, war relativ früh klar, dass es auf einen Wechsel zum NHV hinausläuft. Wir sind uns dann auch ziemlich schnell einig geworden." Martin Müller, der zurzeit einen Handbruch auskuriert, sieht der sportlichen Wiedervereinigung mit Freude entgegen. "Ich freue mich natürlich, dass wir nochmal zusammen spielen. Die Delitzscher können sich nicht nur auf einen klasse Handballer freuen, sondern auch auf einen top Typen, der für jeden Spaß zu haben ist. Sportlich und menschlich ist Frank auf jeden Fall eine absolute Verstärkung."
Grohmann entstammt der Magdeburger Handballschule, in der er bis zum Junioren-Nationalspieler aufstieg. Bis zum Jahr 2010 lief er für den SC Magdeburg auf und brachte es in dieser Zeit auch auf einige Einsätze in der 1.Liga und im Europapokal. Um mehr Spielzeit zu bekommen, folgte 2011 der Wechsel zu Drittligist Bernburg und 2015 schließlich das Engagement bei Ligakonkurrent Bad Blankenburg, wo Grohmann sich zum unverzichtbaren Leistungsträger entwickelte.
Da man sich bei den Thüringern nach dem denkbar knapp verpassten Klassenerhalt entschlossen hatte, künftig deutlich kleinere Brötchen zu backen und auf das Startrecht in der Oberliga zu verzichten, ergab sich für den NHV die Möglichkeit einer Verpflichtung des gelernten Bürokaufmanns für die nächsten drei Jahre.
Trotz des bevorstehenden personellen Umbruchs blickt der Neu-Concorde optimistisch in die im September beginnende Saison. "Natürlich werden sich die neuen Spieler erst einmal integrieren müssen. Wichtig wird sein, die starken Leistungen der Rückrunde konstant abzurufen. Vielleicht können wir dann etwas aufbauen. Dazu möchte ich gern meinen Teil beitragen. Warum soll es mittelfristig nicht für die Spitze reichen", so Grohmann. "Ich freue mich schon sehr auf die Jungs, das Umfeld mit den Fans und vor allem den Trainer Wladimir Maltsev, von dem ich schon viel gehört habe."
NHV-Teammanager Marko Bergelt ist froh, nach der Torhüterposition nun auch die Baustelle im rechten Rückraum hochkarätig gelöst zu haben. "Frank ist ein ausgezeichneter Handballer, der sich schnell bei uns einleben wird und uns durch seine individuelle Klasse und Routine sofort weiterhelfen kann. Ein echter Glücksfall."
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 12.Mai 2018

Samstag, 5. Mai 2018

HC Elbflorenz 2006 II - NHV 17:37 (7:16)

Die Fans bejubeln ihre Jungs und den Bronze-Platz

Der NHV Concordia Delitzsch gewann seine Oberliga-Partie beim HC Elbflorenz II mit 37:17 (16:7). Nach dem standesgemäßen Auswärtssieg gegen die dritte Mannschaft des HC Elbflorenz, die richtige „Zweite“ war im Amateurpokal beschäftigt, beendet die Mannschaft von Wladimir Maltsew die Saison auf dem dritten Platz. Gerade die starke Rückrunde zeigte, was alles mit dieser Mannschaft in den nächsten Jahren möglich wäre, wenn sie zusammen bleiben würde.
Das Spiel gegen den Aufsteiger in die Verbandsliga war in den ersten Minuten doch von großer Nervosität geprägt. Aber mit zunehmender Spielzeit wurde der Klassenunterschied mehr als sichtbar. Immer wieder bissen sich die Dresdner an der Abwehr der Delitzscher die Zähne aus. Oder scheiterten an Felix Herholc im Tor. So konnte gerade über das schnelle Umkehrspiel der Vorsprung zügig ausgebaut werden. Die Gastgeber versuchten zwar alles, hatten aber gegen die beste Rückrundenmannschaft der Mitteldeutschen Oberliga nicht den Hauch einer Chance. Bereits zur Pause, war beim Stand von 16:7 für Delitzsch das Spiel quasi entschieden. In der zweiten Halbzeit dann ein ähnliches Bild. In den ersten Minuten konnte Dresden das Spiel wieder ausgeglichen gestalten, aber dann zog der NHV wieder das Tempo an und zog Tor um Tor davon.
Vor allem die „Jungen Wilden“ im Delitzscher Team kamen über ihre Schnelligkeit immer wieder zum Torerfolg. Delitzsch gewann dann auch in der Höhe verdient mit 37:17 und die Mannschaft bedankte sich im Anschluss bei den wieder einmal zahlreichen Delitzscher Fans für die großartige Unterstützung.
Nach dieser starken Saison und dem dritten Tabellenplatz heißt es jetzt, sich für die neue Saison gut und ordentlich zu verstärken. Hier wartet in den kommenden Wochen noch viel Arbeit auf Teammanager Marko Bergelt, damit auch in der nächsten Saison wieder eine starke Mannschaft auf dem Platz steht.
„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es war eine tolle und schwere Saison. Wir haben mit der Medaille unser großes Ziel erreicht und daneben noch neue Vereinsrekorde aufgestellt. Den Jungs muss ich ein großes Kompliment machen“, sagte Trainer Wladimir Maltsev: „Die Leistung der Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel immer besser und stabiler und jeder hat für jeden gekämpft. Besonders freut es mich für Jan Jungandreas und Danny Trodler, die ihre Karriere mit einer Medaille beenden können. Aber wie heißt es so schön, sag niemals nie...“
Der scheidende Kapitän Jan Jungandreas, der als Co-Trainer an Bord bleibt, meinte: „Wir haben uns jetzt alle etwas Erholungszeit verdient und werden natürlich unseren Erfolg ausgiebig genießen.“ Der Routinier fügte noch hinzu: „Ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass heute nicht mehr bis zum Ende um jeden Zentimeter gekämpft werden musste. Für uns war es ein toller Saisonabschluss. Coole Halle, noch einmal ein ganzer Bus voller Fans am Start und am Ende Bronze. Ich glaube, wir können mit der Rückrunde, so wie sie gelaufen ist, mit den Problemen die wir auch hatten, sehr zufrieden sein.“
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 7.Mai 2018