Samstag, 13. Oktober 2018

NHV - USV Halle 31:22 (17:10)

Concordia fährt ersten Saisonsieg ein

Dem römischen Staatsmann und Feldherrn Gaius Julius Caesar wird das Zitat „veni, vidi, vici“ („Ich kam, sah und siegte“) zugeschrieben. Ähnlich muss sich am Sonnabend in der Handball-Oberliga Danny Trodler nach dem 31:22-Erfolg des NHV Concordia Delitzsch über den USV Halle gefühlt haben. „Ich habe nie an unserem Sieg gezweifelt“, sagte mit einem Schmunzeln im Gesicht der 32-Jährige. Denn ligaübergreifend habe er in dieser Saison alles gewonnen. Trodler war vor der Partie gegen die Saalestädter zu den Concorden zurückgekehrt und hatte dafür seinen Job als Spielertrainer des Bezirksligisten HV Glesien aufgegeben. Mit Trodler fuhren die Nordsachsen den ersten Sieg in der Saison ein und verbesserten sich mit 3:9 Punkten um einen auf den zwölften Rang.
Die Rückholaktion von Trodler, in der vergangenen Spielzeit mit 118 Treffern der zweitbeste Delitzscher Torschütze, war ganz offenkundig spielentscheidend. Den Concorden war es zuvor nicht gelungen, die Lücke, die er hinterlassen hatte, zu schließen. So war gerade das Offensivspiel sehr einseitig auf den auch diesmal mit neun Toren wieder überragenden Neuzugang Frank Grohmann zugeschnitten. „Mit ihm und Trodler hat Delitzsch jetzt zwei echte Kanten“, räumte Gäste-Trainerin Ines Seidler ein. „Wir sind im Angriff mit ihm variabler“, freute sich NHV-Trainer Wladimir Maltsev, „er schafft Lücken, das ist wichtig für uns.“ Die Last werde jetzt auf mehr Schultern verlagert, kommentierte Trodler.
Und tatsächlich veränderte sich die Spielstatik der Gastgeber durch ihn entscheidend. Die Hallenser Abwehr musste sich auch auf ihn konzentrieren, wodurch sich für andere Concorden in dieser Saison noch selten gesehene Freiräume auftaten. Linksaußen Michael Günther, bislang eher blass geblieben, nutzte das und erzielte drei Treffer. Daniel Sowada wirbelte im Angriff herum und netzte fünfmal ein. Trodler gefiel vor allem als Vorlagengeber. Wiederholt passte er den Ball an den Kreis auf Oliver Wendlandt, der diese Torchancen konsequent ausnutzte. Auch zwischenzeitliche Manndeckungen gegen Trodler und Grohmann verpufften wirkungslos. Zudem motivierte der Comebacker seinen Torwart Marian Voigt nach einem Gegentreffer, munterte ihn auf. Auch das mit Erfolg. Voigt, dem Maltsev „wegen starker Trainingsleistungen“ den Vorzug vor Felix Herholc gegeben hatte, fing sich nach anfänglichen leichten Unsicherheiten und parierte 19 Würfe, darunter einen Siebenmeter. Die Heimmannschaft überzeugte mit einer, so Maltsev, „besonders guten Abwehrleistung“ und im Angriff mit variablem Spiel. „Delitzsch hat verdient gewonnen“, gab Gäste-Trainerin Seidler zu. „Wir haben konsequent und diszipliniert gespielt“, resümierte Trodler staatsmännisch nach dem Abpfiff. Nach einer schweren Anfangsphase sei der Knoten geplatzt. Am nächsten Sonnabend empfangen die Concorden den HC Aschersleben zum nächsten Heimspiel. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe“, sagte Maltsev.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 15.Oktober 2018

Samstag, 29. September 2018

HG 85 Köthen - NHV 25:23 (15:11)

Wieder keine Belohnung

Der NHV Concordia Delitzsch kann scheinbar nicht mehr gewinnen: Auch nach dem fünften Spiel wartet die Mannschaft von Trainer Wladimir Maltsev weiter auf den ersten Saisonsieg in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga.
Am Sonnabend verloren die Loberstädter bei der HG Köthen 23:25 (11:15). „Alle haben gekämpft bis zum Schluss, aber wir haben es in der entscheidenden Phase nicht geschafft, nachzulegen“, befand Niklas Prautzsch, der fünf Tore erzielte und zu den Besten der Gäste gehörte. Dass beide Mannschaften deutlich stärker sind, als es der Tabellenplatz aussagt, war von Beginn an zu sehen. Die Angriffe wurden auf beiden Seiten sehr konzentriert vorgetragen und die Torhüter bekamen auf beiden Seiten kaum eine Hand an den Ball.
Zwar schaffte es Delitzsch, sich schnell eine Zwei-Toreführung herauszuspielen, doch Köthen antwortete prompt und glich sofort wieder aus. Als zum Ende der ersten Halbzeit der NHV die Präzision im Angriff vermissen ließ, nutzte das Köthen konsequent. „Köthen macht reihenweise Tore im Tempogegenstoß. Wir stehen eigentlich gut in der Abwehr, schaffen aber selber keine Kontertore. Das war heute der Unterschied“, sagte Co- Trainer Jan Jungandreas. Entschieden war das Spiel aber noch lange nicht, obwohl die Jungs vom Lober einen Vier-Tore-Rucksack mit in die Kabine nahmen.
Anders als in den Spielen zuvor kam Delitzsch diesmal hochkonzentriert aus der Pause und verkürzte Tor um Tor. Endlich konnte sich Felix Herholc im Tor mit zahlreichen Paraden auszeichnen und hatte somit einen entscheidenden Anteil daran, dass das Spiel nun wieder sehr ausgeglichen war. Beim Stand von 17:16 für Köthen hatten die Concorden viermal die Chance auf den Ausgleich, aber der wollte einfach nicht fallen. Köthen konnte sich wieder auf drei Tore absetzen, aber die Moral der Gäste war weiter ungebrochen. Mit drei Toren in Folge schaffte der NHV endlich den verdienten Ausgleich. Das Spiel stand jetzt auf Messers Schneide und als Delitzsch die Chance auf die Führung hatte, hofften die zahlreichen mitgereisten Fans auf die positive Wende in diesem Spiel. Doch leider sollte dies nicht gelingen. Am Ende gewann Köthen glücklich und sorgte für enttäuschte Gesichter auf Delitzscher Seite. Ein Unentschieden wäre durchaus drin gewesen.
„Natürlich ist ein Aufwärtstrend erkennbar, aber wir müssen uns auch mal belohnen. Ich bin aber guter Dinge, dass wir aus den nächsten Spielen etwas Zählbares mitnehmen“, sagt Prautzsch optimistisch. Weiter geht es für ihn und den NHV am 13. Oktober zu Hause gegen den USV Halle. Dann vielleicht schon mit einem Neuzugang. Die Delitzscher stecken in finalen Verhandlungen mit einem Spielmacher. Sobald die Personalie fix ist, lesen Sie hier mehr dazu.
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 1.Oktober 2018

Samstag, 22. September 2018

NHV- SV 04 Plauen-Oberlosa 20:20 (9:11)

Erleichterung und vorsichtiger Optimismus nach dem ersten Punkt

Zweimal brandete besonders kräftiger Applaus auf. Zunächst in der Halbzeitpause des Handball- Oberligaspiels der Männer zwischen dem NHV Concordia Delitzsch und dem SV Plauen-Oberlosa. Nicht wegen der Leistung der Gastgeber, denn die lagen zu diesem Zeitpunkt mit 9:11 zurück. Sondern für die gerade eingetroffene ältere Herrenmannschaft. Die Ü-40-Truppe hatte am Sonnabend bei den Landesseniorenspielen die Sachsenmeisterschaft errungen. Den nächsten Beifallssturm gab es nach Abpfiff. Denn mit dem 20:20 holten die Concorden im vierten Spiel der neuen Saison endlich ihren ersten Punkt, der gefeiert wurde, als hätte die Mannschaft den Aufstieg geschafft. Der komplette Fehlstart wurde somit verhindert.
Entsprechend erleichtert zeigte sich Trainer Wladimir Maltsev. „Das ist ein gewonnener Punkt für uns“, sagte er. Ähnlich äußerten sich seine Spieler. „Dieser erste Punkt ist sehr wichtig für die Mannschaft“, sagte Michal Paululik. Er gebe Selbstvertrauen. „Wir können durchschnaufen“, befand Frank Grohmann, um kritisch hinterherzuschieben: „Unsere 1:7 Punkte zum Start sind nicht gut.“ Zwar waren die mit zwei Siegen und einem Unentschieden gestarteten Gäste als Favorit in die Partie gegangen. Doch der Respekt vor der Heimstärke der Nordsachsen war groß. „Wir wussten, dass es ein enges Spiel wird, da Delitzsch auf Wiedergutmachung aus war“, gestand Plauen-Torjäger Marc Multhauf. Trainer Petr Hazl war denn auch „mit dem einen Punkt zufrieden“.
Von Beginn an entwickelte sich eine spannende Partie. Beide Teams legten eine kämpferische Leistung par excellence hin, die Abwehrreihen standen gut und sicher. Entsprechend schwer hatten es die Angreifer. Der NHV ging mit 1:0 und 2:1 in Führung, danach kamen die Vogtländer besser in die Partie, begünstigt durch mehrere Fehlpässe der Heimmannschaft. Plauen arbeitete sich einen leichten Vorsprung heraus, der nach dem Seitenwechsel auf vier Treffer ausgebaut wurde. „In dieser Phase haben wir mehrere Angriffe weggegeben und zwei hundertprozentige Chancen nicht genutzt“, haderte Hazl. So kamen die Concorden wieder heran und sicherten sich durch einen von Grohmann gewohnt sicher verwandelten Siebenmeter in der 59. Minute den Punktgewinn.
„Es ist uns gelungen, gegen eine starke Mannschaft zu bestehen“, kommentierte Maltsev. Er sah eine in vielen Bereichen verbesserte Mannschaft. So habe es im Zusammenspiel eine deutliche Steigerung gegeben. „Es war ein gutes Spiel“, sagte auch Kreisläufer Nemanja Nešovanović. Was maßgeblich daran lag, dass die Neuzugänge besser eingebunden wurden. Nešovanović verbreitete in der Offensive viel Wirbel, hat aber noch Potenzial nach oben. Paululik stellte auf Rechtsaußen seine Torgefahr unter Beweis, wurde jedoch das eine und andere Mal, obwohl völlig freistehend, von seinen Mitspielern ignoriert. Grohmann überragte erneut und verteidige mit nunmehr 33 Treffern seinen ersten Rang in der Torschützenliste der Oberliga. Ordentlich agierte Torwart Marian Voigt, der für den aus privaten Gründen verhinderten Felix Herholc im Kasten stand. Michael Günther fehlte dagegen im Angriff die Durchschlagskraft und in der Deckung ließ er Paul Richter zu häufig ungehindert zum Torwurf kommen. Trotz des Punktgewinns bleiben die Concorden auf dem 13. und vorletzten Platz. Am nächsten Wochenende müssen sie bei der HG Köthen antreten, die mit einem Sieg und zwei Niederlagen deutlich unter den Erwartungen geblieben ist. „Es gibt in unserem Spiel noch Luft nach oben“, verbreitete Maltsev vorsichtigen Optimismus. Und: „Gegen starke Mannschaften können wir mithalten.“
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 24.September 2018

Samstag, 15. September 2018

SG Pirna/Heidenau - NHV 30:22 (16:10)

Der große Frust

Der NHV Concordia Delitzsch kommt in dieser Saison überhaupt nicht aus den Startlöchern. Der personell gebeutelte Handball-Oberligist verlor am Sonnabend das Kellerduell bei der SG Pirna/Heidenau mit 22:30 (10:16) und rangiert nach der dritten Niederlage im dritten Spiel auf dem vorletzten Platz.
Einzig Kreisläufer Nemanja Nešovanovic (sechs Tore) erreichte Normalform und zeigte sich anschließend gefrustet: „Jeder kann sehen, dass wir Probleme haben. Heute hatten wir wieder die Chance, die Partie zu kippen, machen in der zweiten Halbzeit drei Tore hintereinander und schenken dann doch wieder alles her, indem wir einen Fehler nach dem anderen machen. Wir sind ein neues Team und brauchen noch etwas Zeit. Dennoch muss jeder von uns in den Spiegel schauen und sich selbst fragen, was er besser machen kann“, sagte der Neuzugang. Auch Jan Jungandreas nahm kein Blatt vor den Mund. „Man muss leider sagen, dass es insgesamt vorne und hinten wieder zu wenig war“, befand der Co-Trainer. „Wir stehen nicht kompakt genug in der Abwehr oder verlieren die wichtigen Zweikämpfe und machen nach vorne wieder viel zu leichte Fehler.“
Bereits nach zehn Minuten war den mitgereisten Fans klar, dass in Pirna nichts zu holen sein wird. Technische Fehler und schlechte Würfe häuften sich. Die Hausherren brauchten nur abwarten und diese Schwächen ausnutzen. Nach 18 Minuten hatten die Concorden gerade einmal vier Treffer zustande gebracht. Weder Abwehr noch Torhüter erreichten Normalform und bis zur Pause wuchs der Rückstand auf 10:16 an.
Bereits auf dem Weg in die Kabine ließen einige Delitzscher die Köpfe hängen. Optimismus sieht anders aus. Die zweite Halbzeit wurde zum Spiegelbild der ersten. In keiner Phase der Partie wies die Mannschaft Oberligatauglichkeit nach. Pirna spielte das Ding locker herunter und gewann auch in der Höhe verdient. Die Loberstädter dagegen wirken momentan schlicht überfordert und stehen in den kommenden Wochen nicht eben vor leichteren Aufgaben. So geht es unter anderem zum amtierenden Vizemeister Köthen und davor zu Hause gegen Plauen.
Trotz aller Enttäuschung hilft nur der Blick nach vorn. Das sieht auch Nešovanovic so: „Es hilft nichts, wir müssen im Training hart arbeiten und die Abläufe trainieren, damit wir die Fehler im Spiel auf ein Minimum reduzieren. Wenn uns das gelingt, werden wir uns schon bald besser präsentieren.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich den Delitzschern am kommenden Sonnabend. Dann ist der bisher unbesiegte SV Plauen- Oberlosa in der Mehrzweckhalle zu Gast. Und wer weiß: Vielleicht zaubern die NHV-Verantwortlichen bis dahin einen Neuzugang aus dem Hut. Denn unübersehbar ist, dass die Mannschaft im linken Rückraum und auf der Spielmacher-Position dringend Verstärkung braucht.
Jens Teresniak / Hartmut Sommerfeldt, Leipziger Volkszeitung vom 17.Sepetember 2018

Samstag, 8. September 2018

NHV - HC Elbflorenz Dresden II 25:29 (14:16)

Außer Grohmann hat Delitzsch wenig zu bieten

Das Spiel in der Handball-Oberliga ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon entschieden. In der 55. Minute wirft Friedrich Kleinert das 28:21 für die Gäste vom HC Elbflorenz II. Da tritt Felix Herholc, Torwart und Kapitän des gastgebenden NHV Concordia Delitzsch, mit voller Wucht verärgert gegen den Pfosten. „Das kann doch nicht wahr sein“, ruft der Keeper, „wir standen doch nur bei minus drei.“ Er bezieht sich auf den Zeitpunkt sechs Minuten zuvor. Doch den Concorden gelingt es nicht, die Partie noch einmal spannend zu gestalten.
Die Dresdner bauen den Vorsprung aus und bringen ihn beim 29:25 sicher und souverän über die Zeit. Während die Landeshauptstädter mit 4:0 Punkten nun die Tabelle anführen, sind die Nordsachsen mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet und liegen auf dem 13., dem vorletzten Platz. Geprägt wird die Partie von einem Neu- und einem Ex-Delitzscher. Beim NHV brilliert Neuzugang Frank Grohmann. Der ehemalige Drittligaspieler stellt seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis, wirft im Alleingang die ersten sechs Tore für den NHV und kommt insgesamt auf 14 Treffer. Von sieben Siebenmetern versenkt er sechs ganz sicher, scheitert einmal an der Latte. „Ein Frank Grohmann ist einfach zu wenig“, seufzt Herholc nach dem Abpfiff.
Bei den Gästen steht der ehemalige Concorde Oskar Emanuel gleich in der Anfangsformation, übernimmt Verantwortung, was ihm eben auch von Trainer Rico Göde zugetraut wird, drückt dem Spiel überzeugend seinen Stempel auf und erzielt auch fünf Treffer. „Wir sind das Perspektivteam für unsere erste Mannschaft“, sagt Göde. Ausbildung für die Zweitligamannschaft stehe an erster Stelle. Emanuel habe das in der zweiten Liga bereits gut gemacht. Zufrieden über den Sohn äußert sich auch Kai Emanuel. „Er hat eine gute Leistung gezeigt“, lobt der Vater, im Hauptberuf Nordsachsens Landrat. „Das war schon toll, in der Halle viele Bekannte zu sehen“, berichtet Oskar Emanuel. Das habe ihn mit Sicherheit noch „ein bisschen mehr“ motiviert.
Elbflorenz erweist sich über die gesamte Spielzeit als überlegene Mannschaft. „Wir haben viele Konter sehr schnell gespielt, das können wir“, kommentiert Göde, der von einem „verdienten Erfolg“ spricht. Den Concorden gelingt es nicht, diese rasanten Gegenangriffe zu unterbinden. „Das hat uns das Genick gebrochen“, stellt Grohmann fest, der einzige Delitzscher, der in der Offensive überzeugt. Zu viele leichte Fehler kommen oben drauf. „Wir sind mit einem großen Umbruch gestartet, wir brauchen Zeit für das Zusammenspiel“, hadert Concordia-Coach Wladimir Maltsev.
Es gebe noch viele Baustellen. Es zeigt sich, dass die Neuzugänge Michael Günther, Nemanja Nešovanović und Michal Paululik noch nicht richtig angekommen sind. Paululik verhungert auf der Rechtsaußenposition, wird kaum angespielt – ein Phänomen, das in der D- und C-Jugend häufig zu beobachten ist. Und es fehlt eben ein Torjäger im linken Rückraum. Nešovanović wirft einmal auf das Tor, steht aber im Kreis. Am nächsten Sonnabend tritt der NHV bei der SG Pirna/Heidenau an. Der Verein hat die ersten beiden Begegnungen ebenfalls verloren, ist nur wegen des etwas weniger schlechten Torverhältnisses vor den Concorden auf Platz zwölf. Geht es nach dem Gesetz der Serie, wird es ein Unentschieden geben. In Burgenland verloren die Delitzscher mit acht Toren, jetzt mit vier. Also ist die Null angesagt. Herholc hat etwas gegen diese, zugegeben, nicht sehr seriöse Kalkulation. „Es war heute schon viel besser als beim HC Burgenland, und in Pirna wollen wir gewinnen.“
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 10.September 2018

Sonntag, 2. September 2018

HC Burgenland - NHV 24:16 (16:9)

"Das war katastrophal"

Der Auftakt in die neue Oberliga-Saison ist den Handballern des NHV Concordia Delitzsch gründlich misslungen. Sie verloren am Sonntagabend beim HC Burgenland 16:24 (9:16) und lieferten dabei ein wahres Fehlerfestival ab. Anschließend war die Ernüchterung entsprechend groß. „Bei 20 Technik- und Regelfehlern muss ich nicht viel sagen. Das war katastrophal. Wir standen in der Abwehr sicherlich nicht perfekt, haben da aber schon gut gearbeitet. Dann bekommen wir aber die Abpraller nicht. Selbst wenn Burgenland den Ball aus der Hand verliert, bekommen wir ihn nicht. Dazu schmeißen wir etliche Bälle einfach weg. Das ist dann insgesamt einfach zu wenig“, sprach Co-Trainer Jan Jungandreas deutliche Worte.
Neben diversen Verletzten fehlte bei den Gästen auch Neuzugang Nemanja Nešovanović, für den noch immer die Spielgenehmigung fehlt. Die Begegnung begann beiderseits sehr nervös mit vielen kleinen Fehlern, die zunächst aber kaum bestraft wurden. Nach einem 1:3-Rückstand kam Delitzsch rasch wieder zum Ausgleich. Bei diesem knappen Schlagabtausch blieb es zunächst. Dann jedoch kam Delitzsch offensiv völlig aus dem Konzept und agierte zunehmend kopfloser. Der HCB nutzte die Schwächephase konsequent aus und zog davon.
„Wir sind gut in die Partie gekommen und haben bis zur 20. Minute eine starke Abwehrleistung gezeigt. Auch vorne haben wir diszipliniert gearbeitet. In den zehn Minuten vor der Halbzeitpause haben wir dann aber leider völlig den Faden verloren und sind diesem Rückstand in der zweiten Halbzeit hinterher gelaufen“, sagte Kapitän Felix Herholc.
In der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild. Obwohl Marian Voigt im Tor eine sehr gute Leistung zeigte, kamen die Concorden nicht in Schlagdistanz, leisteten sich weiter zahlreiche Fehler. Dabei wirkte der HCB ebenfalls keinesfalls gefestigt, bot den Gästen mehrfach an, den Rückstand zu verkürzen, doch die nahmen diese Geschenke nicht an. So schaukelten die Hausherren das Spiel am Ende locker und deutlich über die Zeit. Das Thema Zeit beschäftigte auch den Kapitän. „Wir benötigen noch Zeit und einen hoffentlich bald vollen Kader, damit wir an unseren Defiziten im Sechs-gegen Sechs arbeiten können“, sagte Herhholc.
Nun müssen sich die Delitzscher kurz schütteln und den Blick auf das erste Heimspiel der Saison werfen. Am Sonnabend geht es gegen die Zweitliga- Reserve des HC Elbflorenz Dresden. „Wir wollen natürlich gewinnen, aber das wird keine leichte Aufgabe. Wir werden auf jeden Fall alles reinhauen. Vor allem müssen wir unsere Fehlerquote rapide senken“, blickt Co-Trainer Jungandreas voraus.
Jens Teresniak / Sven Sauerbrey, Leipziger Volkszeitung vom 4.September 2018

Montag, 13. August 2018

Concordia gewinnt den Anhalt-Cup

Am Samstag trafen in der Köthener Heinz-Fricke-Halle drei Oberligateams (HG 85 Köthen, HV Grün-Weiß Werder, NHV Concordia Delitzsch) und die Männer des TuS Radis aus der Sachsen-Anhalt-Liga aufeinander. Im Modus, bei dem jeder gegen jeden spielt, ging es in jeweils 2-mal 20 Minuten um den Köthener Anhalt-Cup.
Bei Concordia fehlten mit Niklas Prautzsch, Michal Paululik, Marian Voigt und Jan Derk Janßen vier Spieler aus unterschiedlichen Gründen. Im ersten Spiel standen sich Köthen und Werder gegenüber, die Brandenburger besiegten den Gastgeber mit 23:19.
Danach wurde es für den NHV ernst. Die neu zusammengestellte Delitzscher Sieben traf auf den TuS Radis. Lautstark angefeuert vom Fanclub Loberhaie ging das dezimierte Team ins Spiel. Aus einer sicheren Abwehr heraus wurde Tempo gemacht, allerdings gab es viele technische Fehler im Angriff. Später wurden die Aktionen durchdachter, und von einem umsichtigen Sowada dirigiert, klappte es deutlich besser. Am Ende stand ein ungefährdeter 22:12-Erfolg zu Buche.
Nach kurzer Pause mussten die Concorden gleich wieder auf die Platte. Gegner war diesmal die starke Vertretung von Grün-Weiß Werder. Doch die Loberstädter konnten phasenweise mit tollem Handball glänzen. Die Abwehr um Torhüter Felix Herholc stand wie eine Mauer und im Angriff gab es viele schöne Aktionen. Der 18:16-Sieg war hochverdient.
Während die Delitzscher eine längere Pause hatten, gab es zwei weitere Begegnungen. Köthen bezwang Radis 27:14 und Werder gewann 20:19 gegen Radis.
Vor dem letzten Spiel gegen Köthen war die Spannung greifbar, bereits ein Remis würde dem NHV zum Turniersieg reichen. Jetzt standen sich der Zweite und der Dritte der letztjährigen Oberligasaison gegenüber. Es begann ausgeglichen, keiner konnte sich absetzen. Man merkte beiden Teams den Kräfteverschleiß an, Ungenauigkeiten häuften sich. Doch es wurde immer deutlicher, dass Delitzsch in der Abwehr die besseren Antworten hatte. Frank Grohmann machte zudem im Angriff mächtig Dampf, mit acht Toren bereitete er den Weg für den 16:14-Sieg.
Ungeschlagen gewannen die Delitzscher damit den Anhalt-Cup und nicht nur das: Herholc wurde als bester Torhüter geehrt, Grohmann konnte sich mit 20 Treffern die Torjägerkrone aufsetzen.
Co-Trainer Jan Jungandreas zeigte sich zufrieden. Besonders angetan war er von der beweglichen und konsequenten Deckung. Defizite erkannte er noch im Timing, die dadurch auftretenden technischen Fehler müssen in den nächsten Trainingswochen minimiert werden.
Unterdessen ist Herholc auch neuer Kapitän und damit Nachfolger des zurückgetretenen Jungandreas. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde der Spielführer diesmal von seinen Teamkollegen gewählt. Zum Mannschaftsrat gehören außerdem Daniel Sowada, Lucas Mittag und Martin Müller.
Derweil ist momentan die körperliche Belastung in der Vorbereitung ziemlich hoch. „Es wissen alle, dass es gerade sehr intensiv ist. Aber das ist normal. Die Jungs müssen darauf achten, sich ordentlich auszulaufen und zu regenerieren“, sagt Jungandreas. Im Trainingslager am vergangenen Wochenende konnten sich die Spieler zudem auf die Liege des Physiotherapeuten zurückziehen und sich ordentlich durchwalken lassen. Unterdessen müssen sich die NHV-Verantwortlichen mit einer überraschenden Personalie beschäftigen. Spielmacher Sascha Meiner kann schon mit Beginn des neues Schuljahres seinen Job als Lehrer beginnen und pausiert deswegen mindestens bis Weihachten. Der zweite Mittelmann Jan Derk Janßen ist nach einem Kreuzbandriss noch verletzt. Ob er rechtzeitig zum Saisonstart Anfang September fit wird, steht in den Sternen.
Hartmut Sommerfeldt / Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 13.August 2018

NHV-Statistik aller drei Spiele:
Herholc (23 Paraden); Günther (5 Tore), Mittag (9), Grohmann (20), Wendlandt (8), Sowada (5), Karl, Teresniak, Nešovanović (3), Müller (2 ).

Turnier-Endergebnis: 
  1. NHV Concordia Delitzsch 6:0 Punkte/56:42 Tore 
  2. HV Grün-Weiß Werder 4:2/59:56 
  3. HG 85 Köthen 2:4/ 60:53 
  4. TuS Radis 0:6/45:69

Mittwoch, 8. August 2018

NHV mit Nešovanović, ohne Meiner

Es stimmte was nicht am Montagabend. Da stand beim Trainingsspiel des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch gegen den Drittligisten Anhalt Bernburg auf Rechtsaußen ein Spieler mit der Trikotnummer 3 und dem Namenszug Sascha Meiner auf dem Platz. Unter diesem „Pseudonym“ lief mangels eigenem Shirt Neuzugang Michal Paululik auf. So weit, so gut. Viel schlimmer: Sascha Meiner, in der vergangenen Saison mit 146 Treffern bester Delitzscher Torschütze, wird „zumindest bis Weihnachten“, so NHV-Präsident Axel Schüler, nicht für die Nordsachsen auflaufen. Der 29-jährige frühere Junioren-Europameister hat sein Studium abgeschlossen und arbeitet nun, ein Jahr früher als geplant, als Lehrer.
„Der Beruf geht vor“, zeigte Schüler Verständnis. Ein herber Verlust für die Concorden, denn Meiner war in der abgelaufenen Spielzeit einer der Leistungsträger und dazu ein sicherer Siebenmeter-Schütze. Mit 66 verwandelten Würfen führte Meiner diese Rangliste ligaweit an. Zumindest in dieser Kategorie dürfte die Lücke nicht so groß sein. Denn bei der 24:28- Niederlage gegen Bernburg erwies sich Frank Grohmann, der vom Drittligaabsteiger HSV Bad Blankenburg an den Lober gewechselt war, als würdiger und treffsicherer Nachfolger.
Bei tropischen Temperaturen in der mehr alten als ehrwürdigen Delitzscher Becker-Halle entwickelte sich eine ansehnliche Partie. Die Gastgeber scheinen beim Neuaufbau nach dem gewaltigen Aderlass – unter anderem verabschiedeten sich Stammspieler wie Jonas Meiner, Jan Jungandreas (jetzt Co-Trainer), Clemens Schlegel, Patrick Baum und Danny Trodler – gut vorangekommen zu sein. Die Abwehr erwies sich als standfest, packte zumeist ebenso entschlossen wie energisch zu, war aber bei schnellen Gegenangriffen anfällig.
In der Offensive dürfte die rechte Seite mit Paululik, Lucas Mittag und Grohmann für genügend Durchschlagskraft in der Anfang September beginnenden Saison sorgen. Am Kreis ist der NHV mit Oliver Wendlandt und Nemanja Nešovanović, der aus Frankreich kam, ebenfalls top aufgestellt. Noch fehlt ein viele Tore garantierender Werfer im linken Rückraum. Der Nachfolger für Trodler ist noch nicht gefunden, die Suche läuft. Ein Tscheche, der sich kürzlich vorstellte, wird jedenfalls nicht verpflichtet. So ruhte gegen Bernburg die linke Last auf den Schultern von Martin Müller, Niklas Prautzsch und Daniel Sowada, die sich achtbar aus der Affäre zogen. Große Hoffnungen ruhen auf Allrounder Jan Derk Janßen, der allerdings nach seinem Kreuzbandriss erst im Herbst einsatzbereit sein wird.
Concordia-Coach Wladimir Maltsev war mit der Partie gegen die Anhalter jedenfalls zufrieden. „Ich hatte vor dem Spiel der Mannschaft gesagt, wir wollen nicht mit mehr als fünf Toren verlieren.“ Geschafft. Am Sonnabend tritt der NHV beim Turnier in Köthen an. Vielleicht sieht man dort die nächsten Fortschritte.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 8.August 2018

NHV: Herholc (4 Paraden, 1 Tor), Voigt (2 P.); Wendlandt (2), Sowada (3), Mittag (1), Müller, Prautzsch (4/3), Paululik 1, Karl, Teresniak, Grohmann (8/6), Nešovanović 4

Dienstag, 7. August 2018

NHV-Wasserstandsmeldung: Es läuft

Hinter den Handballern des NHV Concordia Delitzsch liegen drei Tage deftige Schufterei. Das Oberliga-Team absolvierte von Freitag bis Sonntag ein Trainingslager in Bad Blankenburg. Garniert wurde der Betriebsausflug mit einem Test gegen die HSG Suhl/Goldlauter. „Wir können zufrieden sein. Die Jungs haben voll mitgezogen. Die Bedingungen waren optimal. Ich denke, alle haben sich wohlgefühlt“, bilanzierte Co-Trainer Jan Jungandreas.
Vier Halleneinheiten, drei Athletikeinheiten, ein Spiel sowie die finale Radtour zog der NHV-Tross durch. Ein straffes Programm in dieser kurzen Zeit. Bis auf Neuzugang Nemanja Nešovanović konnte Chefcoach Wladimir Maltsev die volle Kapelle hetzen. Kreisläufer Nešovanović war privat verhindert, soll aber in dieser Woche zur Mannschaft stoßen.
Das Duell mit Thüringenligist Suhl/Goldlauter war die erste handballerische Leistungsschau der abermals generalüberholten Delitzscher Mannschaft. Die Partie endete mit einem standesgemäßen 26:15-Erfolg und brachte nebenher auch Erkenntnisgewinn. Insbesondere die Defensivarbeit und die Torhüterleistungen sahen für diese frühere Phase der Vorbereitung schon ziemlich manierlich aus. Erwartungsgemäß ausbaufähig kam die Sache im offensiven Zusammenspiel daher. „Unter den Voraussetzungen war das insgesamt sehr ordentlich. Wir haben noch genügend Zeit und Spiele, um an den Schwächen zu arbeiten“, befand Jungandreas. Die Vorgaben des Trainerteams erfüllte das Team. Weniger als zwölf technische Fehler und mindestens zehn Kontertore standen auf der Agenda.
Überhaupt wurde während der Einheiten viel Wert auf Konter gelegt. Auch erste taktische Dinge gehörten zum Programm. In Sachen Athletik stand die Schnelligkeit im Vordergrund, nachdem bisher vor allem Freunde der Ausdauer auf ihre Kosten kamen. Bei der abschließenden Radtour fehlte Wladimir Maltsev übrigens. Nicht etwa weil er die drei Stunden mit mehreren knackigen Anstiegen scheute, es gab schlicht nicht genügend Fahrräder vor Ort. So konnte sich der Coach in aller Ruhe zurück- und ein erstes Fazit des Trainingslagers ziehen.
Bereits gestern Abend testete der NHV erneut. Diesmal ging es gegen Drittligist Bernburg. „Das ist natürlich ein anderes Kaliber als Suhl“, meinte Jungandreas. Die Partie endete nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe (Anm. von mir: das Spiel endete 24:28 aus NHV-Sicht).
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 7.August 2018

Donnerstag, 2. August 2018

"Wir haben aus den Fehlern gelernt"

Er war jahrelang Publikumsliebling, Torjäger, Schlüsselspieler. Zur neuen Saison wird Jan Jungandreas nun Handball-Oberligist NHV Concordia Delitzsch als Co-Trainer von Chef Wladimir Maltsev betreuen. Vor der Fahrt ins Trainingslager in Bad Blankenburg am Freitag spricht der 30-jährige C-Lizenzinhaber über seine neue Aufgabe, die Saisonvorbereitung und Fettpolster. Für alle, die die Frage nicht abwarten können: Ja, der Ex-Zweitligaspieler wird weiterhin für Notfälle auf dem Parkett bereitstehen.

Seit wann stand es eigentlich fest, dass Sie Ihre Laufbahn beenden?
Ich habe den Verantwortlichen schon vor der vergangenen Saison gesagt, dass es zu 90 Prozent meine letzte Saison wird. Es wurde körperlich immer schwieriger und ich wollte mich mehr auf meine Trainertätigkeit konzentrieren. Das hat sich dann während der Saison gefestigt, als meine Knien immer weniger mitgemacht haben.

Das war es also mit dem Handballspieler Jan Jungandreas?
Für den Notfall stehe ich natürlich noch bereit. Ich halte mich fit, lasse mich jetzt nicht gehen und werde dick.

Für den Verein sind Sie ein echter Glücksfall. Sie sind schließlich nicht nur Co-Trainer der Oberliga-Mannschaft …
Stimmt, ich trainiere außerdem noch die Minis, die F-Jugend und jetzt auch noch die E-Jugend. Es macht mir einfach Spaß, Kindern Freude am Sport und Interesse für Handball zu vermitteln. Ein bisschen traurig bin ich, dass ich nach fünf Jahren meine C-Jugend abgeben musste, aber alles kann selbst ich nicht machen.

Bei den Männern steht der fast schon traditionelle Umbruch bevor. Nervt Sie das?
Naja, es ist nichts Neues für uns. Aber natürlich wäre es schön, wenn eine Mannschaft mal über drei, vier Jahre komplett zusammenbleiben könnte. Andererseits haben wir eben immer wieder junge Spieler dabei, die wegen Ausbildung oder Studium abwandern. Trotzdem glaube ich, dass es dieses Jahr einfacher wird. Wir haben aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt.

Welche Fehler meinen Sie?
Wir haben alle gedacht, dass unser Kader stärker geworden ist und deswegen vielleicht unbewusst im Training die Zügel etwas schleifen lassen. Dafür haben wir dann zu Beginn der Saison die Quittung bekommen. Individuelle Qualität reicht eben nicht aus.

Nach der schwachen Hinrunde kam die herausragende Rückrunde, gekrönt von Platz drei am Ende der Saison. Hätten Sie das noch für möglich gehalten?
Nee, das hätte ich nicht erwartet, zumal wir ja auch in der Rückrunde nie alle Spieler dabei hatten. Tobias Bauske hat sich verletzt, auch Patrick Baum. Lucas Mittag und Clemens Schlegel haben auch nicht alle Spiele gemacht. Vielleicht war unsere Stärke, dass wir die Hinrunde unbedingt wieder gutmachen wollten.

Gab es eigentlich einen Knackpunkt in der Saison, also eine Art Auslöser der Siegesserie?
Vielleicht war es Heimniederlage gegen Plauen. Das war für uns alle ein Erlebnis, das keiner mehr haben wollte. Als dann die Siege kamen, wurde vieles selbstverständlicher, was vorher nicht geklappt hat. Wir sind vor allem in kritischen Situationen ganz anders aufgetreten.

Im Vorjahr hat Wladimir Maltsev davon gesprochen, in zwei, drei Jahren in die 3.Liga aufzusteigen. Ist das noch immer realistisch?
Das ist ein schwieriges Thema, bei dem hehrere Faktoren eine Rolle spielen. Darüber können wir nachdenken, wenn wir mal eine Mannschaft drei, vier Jahre zusammenhalten. Und dann ist das natürlich auch immer eine finanzielle Sache. Ganz davon abgesehen, dass die Staffel, in die wir wahrscheinlich eingeordnet werden würden, wahnsinnig unattraktiv ist. Maximal zwei Derbys und so weite Fahrten, dass du fast schon eine Profitruppe brauchst.

Von daher macht die Oberliga für Delitzsch mehr Sinn?
Die Liga ist unheimlich ausgeglichen, das macht es schon mal für die Zuschauer sehr schön. Dazu liegen wir relativ zentral, sodass auch viele Auswärtsmannschaften ihre Fans mit zu uns bringen. Von unseren Fans brauchen wir gar nicht reden, die kommen sowieso überall hin mit. Dazu ist es auch für unsere Sponsoren attraktiv, weil sich eben alles hier im Umland abspielt.

Seit vergangener Saison gibt es auch eine zweite NHV-Mannschaft. Wie wichtig ist das für den Verein?
Prinzipiell kann das nur förderlich sein. Wenn wir Verletzungsprobleme haben, können Spieler aus der Zweiten aushelfen. Unsere Nachwuchsspieler Tobias Karl und Chris Teresniak, die gerade aus der A-Jugend kommen und mit der ersten Mannschaft trainieren, können in der Bezirksliga Spielpraxis sammeln und dort von Leuten lernen, die über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügen. Unser Ziel ist es, auf diesem Weg immer mehr junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Oberliga-Mannschaft zu bringen.
Interview Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 1.August 2018

Vorbereitungstermine:
4.August: NHV - Suhl (in Bad Blankenburg)
6.August, 19:30 Uhr: NHV - Bernburg
11.August: Turnier in Köthen
18.August: Turnier beim HC Burgenland
21.August, 19:30 Uhr: NHV - Leipzig/Zwenkau
24.August, 19 Uhr: NHV - Elbflorenz II
Punktspielstart: 2.September beim HC Burgenland

Freitag, 20. Juli 2018

NHV wird mit Nešovanović internationaler

In der Saison 2018/19 wird das Gesicht der Oberliga-Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch so international wie noch nie seit der Neugründung des Vereins vor mittlerweile acht Jahren. Nach Trainer Wladimir Maltsev (Russland) und dem kürzlich verpflichteten Michal Paululik (Tschechien) hat sich der Verein nun die Dienste von Nemanja Nešovanović gesichert, eines Serben mit bulgarischem Pass. Der vor kurzem 31 Jahre alt gewordene Kreisläufer folgt auf Clemens Schlegel, den es beruflich ins schweizerische Biel gezogen hat. Beim NHV soll das Kraftpaket gemeinsam mit dem ein Jahr älteren Oliver Wendlandt sowohl vorn als auch hinten ein schlagkräftiges Kreisläufer-Duo bilden.
Nešovanović stand zuletzt zwei Jahre lang beim französischen Zweitliga- Spitzenteam Grenoble unter Vertrag. In beiden Jahren schaffte er es ohne einen einzigen Siebenmeter jeweils in die Top 10 der ligaweit besten Torschützen. In der letzten Saison hatte Nešovanović bereits bei Grenobles Ligakonkurrent Belfort unterschrieben, was sich dann jedoch zerschlug, da Belfort in finanzielle Schwierigkeiten geriet, woraufhin der französische Verband den Transfer untersagte. Nešovanović nutzte die unverhoffte Gelegenheit, eine schon länger störende Schulterverletzung operativ kurieren zu lassen und schuftete während der kompletten Saison 2017/18 für ein Comeback. Auf dieses dürfen sich nun die Fans des Delitzscher Handballs freuen. „Die Verletzung ist ausgeheilt. Ich fühle mich topfit und freue mich darauf, jetzt in Deutschland angreifen zu können. Ich weiß noch nicht viel über die Liga, aber mir wurde gesagt, dass die Delitzscher Fans außergewöhnlich sind. Jetzt bin ich ein Concorde und heiß darauf, dem Team so gut wie möglich helfen zu können.“
Handballerisch ist Nešovanović ein Spätzünder. Nachdem er sich als Kind zunächst in Fußball und Basketball versuchte, verschlug es ihn erst im Alter von 17 Jahren zum Handball. Bei Roter Stern Belgrad schaffte er es dann aber schon nach kurzer Zeit in die 1. Mannschaft. Nach etlichen Jahren in der höchsten serbischen Liga folgte schließlich der Wechsel in den französischen Wintersportort Grenoble, wo er gleich in seiner ersten Saison 120-mal einnetzen konnte und so zum zweitbesten Kreisläufer der Liga avancierte.
Der Delitzscher Co-Trainer Jan Jungandreas ist erkennbar erleichtert, die mit dem Abschied von Clemens Schlegel entstandene Lücke adäquat geschlossen zu haben. „Nemanja ist in Angriff und Abwehr ein absoluter Kämpfer. Er wirkt am Kreis trotz seiner Masse athletisch und beweglich. Sein Abwehrspiel ist kompromisslos und hart. Ich würde sagen, er ist ein Spieler, den man lieber in seinen eigenen Reihen hat, als gegen ihn zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 20.Juli 2018

Donnerstag, 19. Juli 2018

Laufend der neuen Saison entgegen

Gut zehn Wochen nach dem letzten Spiel der mit Platz 3 überaus gelungenen Oberliga-Saison 2017/18 rief Chefcoach Wladimir Maltsev seine neuformierte Mannschaft am Montag zum Trainingsauftakt zusammen, um die Grundlagen für eine im besten Fall ähnlich erfolgreiche Saison 2018/19 zu legen. Noch nicht dabei waren die Neuzugänge Michal Paululik, Tobias Karl und Michael Günther. Abgemeldet hat sich zudem der in den vergangenen beiden Jahren stets torgefährliche Kreisläufer Clemens Schlegel, den es beruflich bedingt in die Schweiz zieht und der sich deshalb dem dortigen Zweitligisten HS Biel angeschlossen hat. Die Suche nach einem ähnlich starken Nachfolger hat Teammanager Marko Bergelt in den vergangenen Wochen reichlich Nerven gekostet. Die NHV-Fans dürfen aber vorsichtig optimistisch sein, dass der Verein in Kürze einen neuen Kreisläufer präsentieren wird.
Bis es soweit ist, lastet die gesamte Verantwortung auf dieser Position einstweilen auf den breiten Schultern von Oliver Wendlandt. Der bewies am Montag beim traditionellen Fußballspiel auf dem gepflegten Rasen der Benndorfer Bundeswehr-Kaserne ungeahnte Qualitäten als Torhüter und ließ beim Duell Alt gegen Jung nur einen Gegentreffer zu. Da zudem der von Drittligaabsteiger Bad Blankenburg für den rechten Rückraum verpflichtete Torjäger Frank Grohmann auch mit der großen Kugel seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, konnten die Routiniers die einseitige Partie ungefährdet mit 5:1 für sich entscheiden.
Währenddessen drehte der nach einem im Februar erlittenen Kreuzbandriss noch angeschlagene Neuzugang Jan Derk Janßen endlose Runden auf der Laufbahn. Gestaltet sich der Heilungsprozess weiterhin so positiv, wird der 24-Jährige im Herbst sein erstes Punktspiel in Blau-weiß bestreiten. Der ehemalige Mannschaftskapitän und nunmehrige Co-Trainer Jan Jungandreas zeigte sich am Ende des noch relativ lockeren Aufgalopps durchaus angetan: „Ich denke, wir können mit dem ersten Training zufrieden sein. Der Einsatz hat gestimmt und kein Spieler sah so aus, als hätte er in den letzten Wochen gar nichts gemacht. Jetzt werden wir nach und nach die Intensität nach oben schrauben. Die nächsten Wochen werden spannend. Man darf nicht vergessen, dass wir neben dem athletischen und handballerischen Teil auch wieder viele Neuzugänge zu integrieren haben.“ Nach wie vor auf der Suche sind die Vereinsverantwortlichen um Teammanager Marko Bergelt nach einem Nachfolger für Danny Trodler, der beim NHV in den vergangenen Jahren die Königsposition im linken Rückraum ausfüllte und überaus torgefährlich interpretierte. Der Plan ist, auch diese letzte Lücke im Kader geschlossen zu haben, bevor die Mannschaft am 3. August für einige Tage in der Bad Blankenburger Landessportschule weilen wird, um dort ihr diesjähriges Trainingslager zu bestreiten. Dann wird Trainer Wladimir Maltsev auch verkünden, wer Jan Jungandreas im Amt des Mannschaftskapitäns nachfolgen wird. Man darf gespannt sein.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 18.Juli 2018

Samstag, 7. Juli 2018

Rückraum-Allrounder mit Kreuzbandriss

Die Delitzscher Oberliga- Handballer befinden sich derzeit im verdienten Sommerurlaub. Erst am 16. Juli ruft Trainer Wladimir Maltsev seine Schützlinge zum Trainingsauftakt zusammen und wird mit strengem Blick prüfen, ob – Urlaub hin oder her – alle schön fleißig waren. Erstmals mit von der Partie wird dann auch Jan Derk Janßen sein, der dieser Tage als Neuzugang Nummer 6 verpflichtet wurde.
Der 24-Jährige Niedersachse stammt aus Varel, einer friesischen Kleinstadt, in der der Handball seit jeher eine ähnlich bestimmende Rolle einnimmt wie im ebenso beschaulichen Delitzsch. Und so verwundert es nicht, dass sich auch der kleine Jan Derk im zarten Alter von 6 Jahren im örtlichen Handballverein anmeldete und fortan bei der HSG Varel sämtliche Nachwuchsklassen bis hin zur A-Jugend-Bundesliga durchlief. Mit 18 Jahren schaffte er schließlich den Sprung in die Drittliga-Mannschaft, kam aber parallel zunächst noch in der 2. Mannschaft zum Einsatz. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Janßen in der 3. Liga immer mehr zum Stammspieler und glänzte in seiner letzten Saison mit 66 Toren. Dabei kam er vorrangig auf der Position des Spielmachers sowie auf der linken Außenbahn zum Einsatz. „Ich habe aber in den letzten fünf Jahren außer Torwart fast alle Positionen gespielt“, so Janßen. Eine Qualität, die Teammanager Marko Bergelt durchaus zu schätzen weiß: „Jan ist ein Allrounder im besten Sinne. Wir sind im linken Rückraum immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger von Danny Trodler. Da ist es gut zu wissen, mit Jan einen Spieler im Team zu haben, der auch diese Position ausfüllen könnte.“ Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Monate ins Land gehen. Denn der 1,86 Meter große Neu-Concorde zog sich bei seinem vorherigen Verein SG Leipzig/Zwenkau im Februar einen Kreuzbandriss zu und wird aller Voraussicht nach noch bis in den Herbst hinein zum Zuschauen verdammt sein. Den Zwenkauer Handballern hatte sich Janßen im vergangenen Sommer angeschlossen, nachdem er sich schweren Herzens entschlossen hatte, seine friesische Heimat zu verlassen, um seiner Freundin zu folgen, die in Leipzig ein Studium aufgenommen hatte. „Es gab schon vor einem Jahr Kontakt zum NHV, aber leider hat es damals nicht geklappt, weil der Kader schon voll war. Daraufhin habe ich eine Saison mit Zwenkau in der Sachsenliga gespielt.“ Bedauerlicherweise stand diese Saison unter keinem guten Stern, denn schon im zweiten Saisonspiel wurde Janßen ein Zahn ausgeschlagen, was eine mehrwöchige Pause zur Folge hatte. Es folgten fünf Spiele, in denen Janßen seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, ehe seine Saison im Februar nach einem Kreuzbandriss endgültig beendet war. Wenige Tage vorher hatte Janßen noch für ein Probetraining in Delitzsch geweilt und bei den NHV-Verantwortlichen die Entscheidung reifen lassen, sich die Dienste des jungen Mannes für die neue Saison zu sichern. Co-Trainer und Namensvetter Jan Jungandreas: „Wir haben uns für Jan entschieden, weil er ein Rückraum-Allrounder ist. Im Probetraining wirkte er dynamisch im Eins gegen Eins und machte spielerisch einen guten Eindruck. Schade, dass er sich das Kreuzband gerissen hat und erst später in der Saison fit wird. Probleme bei der Integration wird es aber sicher nicht geben. Er ist ein lockerer Typ, der menschlich gut ins Team passt und trotz seiner Verletzung von Anfang an bei der Mannschaft sein wird.“
Obwohl Janßen nicht aus der Region stammt, ist Delitzsch dem BWL- Studenten im 6. Semester zumindest handballerisch durchaus geläufig. „Delitzsch war mir schon als Kind ein Begriff, da mein großer Bruder in der damaligen 2. Liga mit Varel gegen Concordia gespielt hat. Ich hoffe, dass ich schnell wieder fit bin, damit ich der Mannschaft auch auf dem Spielfeld helfen kann und meinen Beitrag dazu leisten kann, erfolgreichen Handball zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 7.Juli 2018