Freitag, 20. Juli 2018

NHV wird mit Nešovanović internationaler

In der Saison 2018/19 wird das Gesicht der Oberliga-Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch so international wie noch nie seit der Neugründung des Vereins vor mittlerweile acht Jahren. Nach Trainer Wladimir Maltsev (Russland) und dem kürzlich verpflichteten Michal Paululik (Tschechien) hat sich der Verein nun die Dienste von Nemanja Nešovanović gesichert, eines Serben mit bulgarischem Pass. Der vor kurzem 31 Jahre alt gewordene Kreisläufer folgt auf Clemens Schlegel, den es beruflich ins schweizerische Biel gezogen hat. Beim NHV soll das Kraftpaket gemeinsam mit dem ein Jahr älteren Oliver Wendlandt sowohl vorn als auch hinten ein schlagkräftiges Kreisläufer-Duo bilden.
Nešovanović stand zuletzt zwei Jahre lang beim französischen Zweitliga- Spitzenteam Grenoble unter Vertrag. In beiden Jahren schaffte er es ohne einen einzigen Siebenmeter jeweils in die Top 10 der ligaweit besten Torschützen. In der letzten Saison hatte Nešovanović bereits bei Grenobles Ligakonkurrent Belfort unterschrieben, was sich dann jedoch zerschlug, da Belfort in finanzielle Schwierigkeiten geriet, woraufhin der französische Verband den Transfer untersagte. Nešovanović nutzte die unverhoffte Gelegenheit, eine schon länger störende Schulterverletzung operativ kurieren zu lassen und schuftete während der kompletten Saison 2017/18 für ein Comeback. Auf dieses dürfen sich nun die Fans des Delitzscher Handballs freuen. „Die Verletzung ist ausgeheilt. Ich fühle mich topfit und freue mich darauf, jetzt in Deutschland angreifen zu können. Ich weiß noch nicht viel über die Liga, aber mir wurde gesagt, dass die Delitzscher Fans außergewöhnlich sind. Jetzt bin ich ein Concorde und heiß darauf, dem Team so gut wie möglich helfen zu können.“
Handballerisch ist Nešovanović ein Spätzünder. Nachdem er sich als Kind zunächst in Fußball und Basketball versuchte, verschlug es ihn erst im Alter von 17 Jahren zum Handball. Bei Roter Stern Belgrad schaffte er es dann aber schon nach kurzer Zeit in die 1. Mannschaft. Nach etlichen Jahren in der höchsten serbischen Liga folgte schließlich der Wechsel in den französischen Wintersportort Grenoble, wo er gleich in seiner ersten Saison 120-mal einnetzen konnte und so zum zweitbesten Kreisläufer der Liga avancierte.
Der Delitzscher Co-Trainer Jan Jungandreas ist erkennbar erleichtert, die mit dem Abschied von Clemens Schlegel entstandene Lücke adäquat geschlossen zu haben. „Nemanja ist in Angriff und Abwehr ein absoluter Kämpfer. Er wirkt am Kreis trotz seiner Masse athletisch und beweglich. Sein Abwehrspiel ist kompromisslos und hart. Ich würde sagen, er ist ein Spieler, den man lieber in seinen eigenen Reihen hat, als gegen ihn zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 20.Juli 2018

Donnerstag, 19. Juli 2018

Laufend der neuen Saison entgegen

Gut zehn Wochen nach dem letzten Spiel der mit Platz 3 überaus gelungenen Oberliga-Saison 2017/18 rief Chefcoach Wladimir Maltsev seine neuformierte Mannschaft am Montag zum Trainingsauftakt zusammen, um die Grundlagen für eine im besten Fall ähnlich erfolgreiche Saison 2018/19 zu legen. Noch nicht dabei waren die Neuzugänge Michal Paululik, Tobias Karl und Michael Günther. Abgemeldet hat sich zudem der in den vergangenen beiden Jahren stets torgefährliche Kreisläufer Clemens Schlegel, den es beruflich bedingt in die Schweiz zieht und der sich deshalb dem dortigen Zweitligisten HS Biel angeschlossen hat. Die Suche nach einem ähnlich starken Nachfolger hat Teammanager Marko Bergelt in den vergangenen Wochen reichlich Nerven gekostet. Die NHV-Fans dürfen aber vorsichtig optimistisch sein, dass der Verein in Kürze einen neuen Kreisläufer präsentieren wird.
Bis es soweit ist, lastet die gesamte Verantwortung auf dieser Position einstweilen auf den breiten Schultern von Oliver Wendlandt. Der bewies am Montag beim traditionellen Fußballspiel auf dem gepflegten Rasen der Benndorfer Bundeswehr-Kaserne ungeahnte Qualitäten als Torhüter und ließ beim Duell Alt gegen Jung nur einen Gegentreffer zu. Da zudem der von Drittligaabsteiger Bad Blankenburg für den rechten Rückraum verpflichtete Torjäger Frank Grohmann auch mit der großen Kugel seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, konnten die Routiniers die einseitige Partie ungefährdet mit 5:1 für sich entscheiden.
Währenddessen drehte der nach einem im Februar erlittenen Kreuzbandriss noch angeschlagene Neuzugang Jan Derk Janßen endlose Runden auf der Laufbahn. Gestaltet sich der Heilungsprozess weiterhin so positiv, wird der 24-Jährige im Herbst sein erstes Punktspiel in Blau-weiß bestreiten. Der ehemalige Mannschaftskapitän und nunmehrige Co-Trainer Jan Jungandreas zeigte sich am Ende des noch relativ lockeren Aufgalopps durchaus angetan: „Ich denke, wir können mit dem ersten Training zufrieden sein. Der Einsatz hat gestimmt und kein Spieler sah so aus, als hätte er in den letzten Wochen gar nichts gemacht. Jetzt werden wir nach und nach die Intensität nach oben schrauben. Die nächsten Wochen werden spannend. Man darf nicht vergessen, dass wir neben dem athletischen und handballerischen Teil auch wieder viele Neuzugänge zu integrieren haben.“ Nach wie vor auf der Suche sind die Vereinsverantwortlichen um Teammanager Marko Bergelt nach einem Nachfolger für Danny Trodler, der beim NHV in den vergangenen Jahren die Königsposition im linken Rückraum ausfüllte und überaus torgefährlich interpretierte. Der Plan ist, auch diese letzte Lücke im Kader geschlossen zu haben, bevor die Mannschaft am 3. August für einige Tage in der Bad Blankenburger Landessportschule weilen wird, um dort ihr diesjähriges Trainingslager zu bestreiten. Dann wird Trainer Wladimir Maltsev auch verkünden, wer Jan Jungandreas im Amt des Mannschaftskapitäns nachfolgen wird. Man darf gespannt sein.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 18.Juli 2018

Samstag, 7. Juli 2018

Rückraum-Allrounder mit Kreuzbandriss

Die Delitzscher Oberliga- Handballer befinden sich derzeit im verdienten Sommerurlaub. Erst am 16. Juli ruft Trainer Wladimir Maltsev seine Schützlinge zum Trainingsauftakt zusammen und wird mit strengem Blick prüfen, ob – Urlaub hin oder her – alle schön fleißig waren. Erstmals mit von der Partie wird dann auch Jan Derk Janßen sein, der dieser Tage als Neuzugang Nummer 6 verpflichtet wurde.
Der 24-Jährige Niedersachse stammt aus Varel, einer friesischen Kleinstadt, in der der Handball seit jeher eine ähnlich bestimmende Rolle einnimmt wie im ebenso beschaulichen Delitzsch. Und so verwundert es nicht, dass sich auch der kleine Jan Derk im zarten Alter von 6 Jahren im örtlichen Handballverein anmeldete und fortan bei der HSG Varel sämtliche Nachwuchsklassen bis hin zur A-Jugend-Bundesliga durchlief. Mit 18 Jahren schaffte er schließlich den Sprung in die Drittliga-Mannschaft, kam aber parallel zunächst noch in der 2. Mannschaft zum Einsatz. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Janßen in der 3. Liga immer mehr zum Stammspieler und glänzte in seiner letzten Saison mit 66 Toren. Dabei kam er vorrangig auf der Position des Spielmachers sowie auf der linken Außenbahn zum Einsatz. „Ich habe aber in den letzten fünf Jahren außer Torwart fast alle Positionen gespielt“, so Janßen. Eine Qualität, die Teammanager Marko Bergelt durchaus zu schätzen weiß: „Jan ist ein Allrounder im besten Sinne. Wir sind im linken Rückraum immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger von Danny Trodler. Da ist es gut zu wissen, mit Jan einen Spieler im Team zu haben, der auch diese Position ausfüllen könnte.“ Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Monate ins Land gehen. Denn der 1,86 Meter große Neu-Concorde zog sich bei seinem vorherigen Verein SG Leipzig/Zwenkau im Februar einen Kreuzbandriss zu und wird aller Voraussicht nach noch bis in den Herbst hinein zum Zuschauen verdammt sein. Den Zwenkauer Handballern hatte sich Janßen im vergangenen Sommer angeschlossen, nachdem er sich schweren Herzens entschlossen hatte, seine friesische Heimat zu verlassen, um seiner Freundin zu folgen, die in Leipzig ein Studium aufgenommen hatte. „Es gab schon vor einem Jahr Kontakt zum NHV, aber leider hat es damals nicht geklappt, weil der Kader schon voll war. Daraufhin habe ich eine Saison mit Zwenkau in der Sachsenliga gespielt.“ Bedauerlicherweise stand diese Saison unter keinem guten Stern, denn schon im zweiten Saisonspiel wurde Janßen ein Zahn ausgeschlagen, was eine mehrwöchige Pause zur Folge hatte. Es folgten fünf Spiele, in denen Janßen seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, ehe seine Saison im Februar nach einem Kreuzbandriss endgültig beendet war. Wenige Tage vorher hatte Janßen noch für ein Probetraining in Delitzsch geweilt und bei den NHV-Verantwortlichen die Entscheidung reifen lassen, sich die Dienste des jungen Mannes für die neue Saison zu sichern. Co-Trainer und Namensvetter Jan Jungandreas: „Wir haben uns für Jan entschieden, weil er ein Rückraum-Allrounder ist. Im Probetraining wirkte er dynamisch im Eins gegen Eins und machte spielerisch einen guten Eindruck. Schade, dass er sich das Kreuzband gerissen hat und erst später in der Saison fit wird. Probleme bei der Integration wird es aber sicher nicht geben. Er ist ein lockerer Typ, der menschlich gut ins Team passt und trotz seiner Verletzung von Anfang an bei der Mannschaft sein wird.“
Obwohl Janßen nicht aus der Region stammt, ist Delitzsch dem BWL- Studenten im 6. Semester zumindest handballerisch durchaus geläufig. „Delitzsch war mir schon als Kind ein Begriff, da mein großer Bruder in der damaligen 2. Liga mit Varel gegen Concordia gespielt hat. Ich hoffe, dass ich schnell wieder fit bin, damit ich der Mannschaft auch auf dem Spielfeld helfen kann und meinen Beitrag dazu leisten kann, erfolgreichen Handball zu spielen.“
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 7.Juli 2018

Dienstag, 3. Juli 2018

Tscheche verstärkt NHV Concordia

Zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren wird bei den Delitzscher Handballern in der nächsten Saison wieder ein tschechischer Staatsbürger im blau-weißen Trikot auflaufen.
Michal Paululik heißt der junge Mann, ist 24 Jahre alt und beackert als Linkshänder seit inzwischen 17 Jahren mit Vorliebe die rechte Außenbahn. Auf dieser Position gab es bei den Concorden akuten Handlungsbedarf, nachdem NHV-Kapitän Jan Jungandreas im Mai seine aktive Laufbahn beendet hatte. Weil Oskar Emanuel und Tobias Bauske ebenfalls nicht mehr zum Kader gehören, war Lucas Mittag der einzige verbliebene Linkshänder. Zwar wurde mit Frank Grohmann vom HSV Bad Blankenburg ein echter Torjäger verpflichtet, doch dieser ist ebenso wie Mittag eher im rechten Rückraum zu Hause. Mit Michal Paululik ist es Teammanager Marko Bergelt nun gelungen, einen torgefährlichen Außenspieler unter Vertrag zu nehmen. Der weilte unlängst für ein Probetraining am Lober und konnte sofort überzeugen. Marko Bergelt: „Michal verkörpert die typische tschechische Schule. Er ist schnell, hat viel Spielwitz und eine gute Wurftechnik. Er ist ein emotionaler Spieler, an dem unsere Fans viel Freude haben werden.“
Der ehemalige Junioren-Nationalspieler debütierte 2012 mit gerade einmal 18 Jahren für den Spitzenclub HC Banik Karvina in der höchsten tschechischen Liga „Extraliga“. Der osttschechische Verein holte seit der Jahrtausendwende beachtliche elfmal den nationalen Meistertitel. Der Liebe wegen machte Paululik 2016 sportlich einen Schritt zurück und wechselte zum HC Zlin. Inzwischen wieder Single will Paululik nun trotz zweier Angebote aus der Extraliga den Schritt ins Ausland wagen und wird in Kürze eine Wohnung in Delitzsch beziehen und bei einem Sponsor des NHV einer geregelten Arbeit nachgehen. Warum gerade Delitzsch? „Ich habe mit einigen tschechischen Spielern aus der Oberliga gesprochen und die sagten mir allesamt, dass die Delitzscher Fans fantastisch sind. Ich freue mich, bald vor ihnen spielen zu können“, so Paululik. „Meine ersten Eindrücke vom NHV sind sehr positiv. Ich war zwar erst einmal für kurze Zeit bei der Mannschaft, aber alle waren nett zu mir und es hat mir gut gefallen. Ich kann es kaum erwarten, das Concordia-Trikot zu tragen und mit der Mannschaft um die besten Ergebnisse zu kämpfen.“
Die neue Oberliga-Saison beginnt für die Delitzscher am 2. September mit einem Auswärtsspiel beim HC Burgenland, Heimspielpremiere ist am 8. September gegen Dresden. Vorher stehen ein Trainingslager sowie mehrere Testspiele und Vorbereitungsturniere auf der schweißtreibenden Agenda.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 3.Juli 2018

Donnerstag, 31. Mai 2018

Jugend forscht bei den Delitzscher Handballern

Einer der Aufsteiger im Team der Delitscher Concorden war in der letzten Saison ohne Zweifel Jonas Meiner. Der jüngere Bruder des Delitzscher Topscorers Sascha Meiner entwickelte sich auf Linksaußen zum unverzichtbaren Stammspieler. Bedauerlicherweise wird der 21-Jährige demnächst beruflich bedingt überwiegend in Potsdam weilen und so kaum noch die Gelegenheit haben, das durchaus beachtliche Trainingspensum beim NHV zu absolvieren.
Aus diesem Grund begab sich Teammanager Marko Bergelt auf die Suche nach einem vielversprechenden Linksaußen und wurde einmal mehr im Nachwuchs des Bundesligisten SC DHfK Leipzig fündig. Michael Günther heißt der jüngste Neuzugang des Oberligisten vom Lober, ist zarte 18 Jahre alt und bringt bei einer Länge von 1,83 Meter 82 Kilo auf die Waage. Bei einem Probetraining überzeugte der gebürtige Unterfranke nicht nur Chefcoach Wladimir Maltsev, sondern auch dessen neuen Co-Trainer Jan Jungandreas. "Bei Michael sieht man, dass er bei der DHfK gut ausgebildet wurde. Er ist schnell, athletisch und seine Würfe von außen wirkten recht sicher."
Der angehende Kaufmann für Büromanagement kam zur Saison 2016/17 vom bayerischen DJK Rimpar als A-Jugendlicher zum SC DHfK, um Jungend-Bundesliga zu spielen. Erst im Halbfinale scheiterten die Leipziger damals an den Berliner Füchsen. In der gerade zu Ende gegangenen Saison gelang zwar der Sieg in der Oststaffel, in der Endrunde war dann allerdings im Viertelfinale gegen Gummersbach der Traum vom Deutschen Meistertitel ausgeträumt.
Mit dem Ende der Jugendzeit begab sich Günther auf die Suche nach einem neuen Verein und bekam von einem ehemaligen Teamkollegen den entscheidenden Tipp: "Oskar Emanuel hat mir viele gute Sachen über den NHV erzählt. Beim Probetraining hat es mir dann gut gefallen und deshalb bin ich froh, dass es mit einer Verpflichtung geklappt hat."
Noch ein Jahr jünger als Michael Günther und damit noch eine Saison lang spielberechtigt in der A-Jugend ist Tobias Karl. Theoretisch jedenfalls. Praktisch wird es in der kommenden Saison jedoch keine Delitzscher A-Jugendmannschaft geben und so wird Karl in der gerade in die Bezirksliga aufgestiegenen 2.Männermannschaft zum Einsatz kommen. In dieser durfte sich der 17-Jährige bereits in der abgelaufenen Saison bewähren und entwickelte sich in kürzester Zeit zum Leistungsträger.
Das freut nicht nur Spielertrainer Christian Hornig: "Trotz seiner erst 17 Jahre hat Tobi sich bei uns zu einer festen Größe entwickelt und ist mittlerweile Stammspieler. Wenn er in den nächsten ein bis zwei Jahren noch an Kraft zulegt, hat er beste Voraussetzungen, sich in den Kader der 1.Mannschaft zu spielen. Aber dafür bedarf es in erster Linie Wille und Disziplin.
De Ur-Delitzscher Karl durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften des Vereins und erwies sich dabei stets als treffsicher. So auch in seiner ersten Männersaison, in der er es mit 101 Toren auf Anhieb zum drittbesten Torschützen hinter den ehemaligen Profis Thomas Hollstein und Christian Hornig brachte. Um die Entwicklung des Youngsters maximal zu fördern, wird der 1,95 Meter große, aber nur 80 Kilo leichte Karl ab sofort auch bei der 1. Männermannschaft mittrainieren, wovon sich auch deren neuer Co-Trainer Jan Jungandreas einiges verspricht: "Ich bin gespannt, wie Tobi sich mit vier Mal Training entwickeln wird. Er hat gute Anlagen, muss aber spielerisch noch viel lernen und an Athletik dazugewinnen. Er wird hart arbeiten müssen, aber da bin ich guter Dinge, denn Tobi ist ehrgeizig. Auf alle Fälle ist es erfreulich, dass ein Delitzscher Junge, der alle Nachwuchsmannschaften im Verein durchlaufen hat, die Chance bekommt, sich auch in der 1. Männermannschaft zu beweisen."
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 30.Mai 2018

Sonntag, 13. Mai 2018

Mitteldeutsche Oberliga 2018/19

Da gerade der HC Einheit Plauen die Relegation um den letzten noch freien Platz in der Mitteldeutschen Oberliga für die Saison 2018/19 gegen den HC Glauchau/Meerane gewonnen hat (20:21 ; 19:16), steht nun auch die Staffeleinteilung für die nächste Saison fest:


Gesamtstatistik Saison 2018/2019
Platz Mannschaft Sp. P. T. GT. Diff, S U N
1 HSV 1990 Apolda 0 0 0 0 0 0 0 0
2 HC Aschersleben 0 0 0 0 0 0 0 0
3 HC Burgenland 0 0 0 0 0 0 0 0
4 NHV Concordia Delitzsch 0 0 0 0 0 0 0 0
5 HC Elbflorenz Dresden II 0 0 0 0 0 0 0 0
6 HSG Freiberg 0 0 0 0 0 0 0 0
7 USV Halle 0 0 0 0 0 0 0 0
8 HBV Jena 90 (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0
9 HG 85 Köthen 0 0 0 0 0 0 0 0
10 SV Oebisfelde 1895 (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0
11 SG Pirna/Heidenau 0 0 0 0 0 0 0 0
12 HC Einheit Plauen 0 0 0 0 0 0 0 0
13 SV Plauen-Oberlosa 04 0 0 0 0 0 0 0 0
14 ZHC Grubenlampe (N.) 0 0 0 0 0 0 0 0

Samstag, 12. Mai 2018

"Ein echter Glücksfall": NHV holt Torjäger Grohmann

Den Delitzscher Handballern steht nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte im Sommer - mal wieder - ein personeller Umbruch bevor. Fünf Abgänge stehen bereits fest, weitere werden möglicherweise folgen. Da beim NHV niemand vom Handball leben kann, entscheidet letztendlich die berufliche Perspektive über Wohn- und Arbeitsort.
Mit Torhüter Marian Voigt von Oberliga-Meister SG LVB Leipzig konnte der erste Neuzugang bereits vor knapp zwei Wochen verkündet werden. Nun wurde auch die Lücke geschlossen, die entsteht, weil Linkshänder Jan Jungandreas die Kapitänsbinde gegen die Trainerbank tauscht. Man tritt dem neuen Delitzscher Co-Trainer nicht zu nahe, wenn man sagt, dass die entstandene Lücke mindestens gleichwertig ersetzt werden konnte.
Denn mit Frank Grohmann wird demnächst ein Akteur ins blau-weiße Concordia-Trikot schlüpfen, den wohl jeder Ligakontrahent gern in seinen Reihen wüsste. Der 1,94 Meter große und knapp zwei Zentner schwere Blondschopf wechselt von Drittliga-Absteiger HSV Bad Blankenburg an den Lober. Bei den Thüringern glänzte Grohmann als Torschütze vom Dienst. Mit 160 Toren war der 28-Jährige in der gerade beendeten Saison nicht nur mit großem Abstand treffsicherster Spieler seiner Mannschaft, sondern brachte es damit auch zum achtbesten Torjäger der gesamten 3.Liga.
Das dies keine Eintagsfliege war, bewies er in der vorherigen Saison, als er mit Bad Blankenburg in der Mitteldeutschen Oberliga mit 185 Toren drittbester Torschütze der Liga wurde. Damals zeigte er sein Können auch zweimal gegen den NHV Concordia Delitzsch, der als Aufsteiger gerade seine erste Saison in der 4.Liga bestritt und von Grohmann in den beiden Spielen insgesamt 15-mal eingeschenkt bekam.
Einen bleibenden Eindruck hinterließ er damals nicht nur bei den Delitzscher Offiziellen, sondern auch bei Jan Jungandreas. "Frank hat uns in beiden Spielen großes Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin sehr froh, dass er nun zu uns stoßen wird. Mit ihm und Lucas Mittag sind wir auf der rechten Halbposition sehr gut besetzt. So wie ich ihn bis jetzt kennengelernt habe, passt er auch menschlich super bei uns rein."
Zwei, die bereits vor einem Jahr den Weg aus Bad Blankenburg nach Delitzsch gefunden haben, sind Felix Herholc und Martin Müller. Neben der sportlichen Perspektive hat auch dies eine Rolle für Grohmann gespielt: "Ich wollte wegen meiner Freundin in die Leipziger Ecke wechseln und da in Delitzsch zwei gute Freunde von mir spielen, war relativ früh klar, dass es auf einen Wechsel zum NHV hinausläuft. Wir sind uns dann auch ziemlich schnell einig geworden." Martin Müller, der zurzeit einen Handbruch auskuriert, sieht der sportlichen Wiedervereinigung mit Freude entgegen. "Ich freue mich natürlich, dass wir nochmal zusammen spielen. Die Delitzscher können sich nicht nur auf einen klasse Handballer freuen, sondern auch auf einen top Typen, der für jeden Spaß zu haben ist. Sportlich und menschlich ist Frank auf jeden Fall eine absolute Verstärkung."
Grohmann entstammt der Magdeburger Handballschule, in der er bis zum Junioren-Nationalspieler aufstieg. Bis zum Jahr 2010 lief er für den SC Magdeburg auf und brachte es in dieser Zeit auch auf einige Einsätze in der 1.Liga und im Europapokal. Um mehr Spielzeit zu bekommen, folgte 2011 der Wechsel zu Drittligist Bernburg und 2015 schließlich das Engagement bei Ligakonkurrent Bad Blankenburg, wo Grohmann sich zum unverzichtbaren Leistungsträger entwickelte.
Da man sich bei den Thüringern nach dem denkbar knapp verpassten Klassenerhalt entschlossen hatte, künftig deutlich kleinere Brötchen zu backen und auf das Startrecht in der Oberliga zu verzichten, ergab sich für den NHV die Möglichkeit einer Verpflichtung des gelernten Bürokaufmanns für die nächsten drei Jahre.
Trotz des bevorstehenden personellen Umbruchs blickt der Neu-Concorde optimistisch in die im September beginnende Saison. "Natürlich werden sich die neuen Spieler erst einmal integrieren müssen. Wichtig wird sein, die starken Leistungen der Rückrunde konstant abzurufen. Vielleicht können wir dann etwas aufbauen. Dazu möchte ich gern meinen Teil beitragen. Warum soll es mittelfristig nicht für die Spitze reichen", so Grohmann. "Ich freue mich schon sehr auf die Jungs, das Umfeld mit den Fans und vor allem den Trainer Wladimir Maltsev, von dem ich schon viel gehört habe."
NHV-Teammanager Marko Bergelt ist froh, nach der Torhüterposition nun auch die Baustelle im rechten Rückraum hochkarätig gelöst zu haben. "Frank ist ein ausgezeichneter Handballer, der sich schnell bei uns einleben wird und uns durch seine individuelle Klasse und Routine sofort weiterhelfen kann. Ein echter Glücksfall."
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 12.Mai 2018

Samstag, 5. Mai 2018

HC Elbflorenz 2006 II - NHV 17:37 (7:16)

Die Fans bejubeln ihre Jungs und den Bronze-Platz

Der NHV Concordia Delitzsch gewann seine Oberliga-Partie beim HC Elbflorenz II mit 37:17 (16:7). Nach dem standesgemäßen Auswärtssieg gegen die dritte Mannschaft des HC Elbflorenz, die richtige „Zweite“ war im Amateurpokal beschäftigt, beendet die Mannschaft von Wladimir Maltsew die Saison auf dem dritten Platz. Gerade die starke Rückrunde zeigte, was alles mit dieser Mannschaft in den nächsten Jahren möglich wäre, wenn sie zusammen bleiben würde.
Das Spiel gegen den Aufsteiger in die Verbandsliga war in den ersten Minuten doch von großer Nervosität geprägt. Aber mit zunehmender Spielzeit wurde der Klassenunterschied mehr als sichtbar. Immer wieder bissen sich die Dresdner an der Abwehr der Delitzscher die Zähne aus. Oder scheiterten an Felix Herholc im Tor. So konnte gerade über das schnelle Umkehrspiel der Vorsprung zügig ausgebaut werden. Die Gastgeber versuchten zwar alles, hatten aber gegen die beste Rückrundenmannschaft der Mitteldeutschen Oberliga nicht den Hauch einer Chance. Bereits zur Pause, war beim Stand von 16:7 für Delitzsch das Spiel quasi entschieden. In der zweiten Halbzeit dann ein ähnliches Bild. In den ersten Minuten konnte Dresden das Spiel wieder ausgeglichen gestalten, aber dann zog der NHV wieder das Tempo an und zog Tor um Tor davon.
Vor allem die „Jungen Wilden“ im Delitzscher Team kamen über ihre Schnelligkeit immer wieder zum Torerfolg. Delitzsch gewann dann auch in der Höhe verdient mit 37:17 und die Mannschaft bedankte sich im Anschluss bei den wieder einmal zahlreichen Delitzscher Fans für die großartige Unterstützung.
Nach dieser starken Saison und dem dritten Tabellenplatz heißt es jetzt, sich für die neue Saison gut und ordentlich zu verstärken. Hier wartet in den kommenden Wochen noch viel Arbeit auf Teammanager Marko Bergelt, damit auch in der nächsten Saison wieder eine starke Mannschaft auf dem Platz steht.
„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es war eine tolle und schwere Saison. Wir haben mit der Medaille unser großes Ziel erreicht und daneben noch neue Vereinsrekorde aufgestellt. Den Jungs muss ich ein großes Kompliment machen“, sagte Trainer Wladimir Maltsev: „Die Leistung der Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel immer besser und stabiler und jeder hat für jeden gekämpft. Besonders freut es mich für Jan Jungandreas und Danny Trodler, die ihre Karriere mit einer Medaille beenden können. Aber wie heißt es so schön, sag niemals nie...“
Der scheidende Kapitän Jan Jungandreas, der als Co-Trainer an Bord bleibt, meinte: „Wir haben uns jetzt alle etwas Erholungszeit verdient und werden natürlich unseren Erfolg ausgiebig genießen.“ Der Routinier fügte noch hinzu: „Ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass heute nicht mehr bis zum Ende um jeden Zentimeter gekämpft werden musste. Für uns war es ein toller Saisonabschluss. Coole Halle, noch einmal ein ganzer Bus voller Fans am Start und am Ende Bronze. Ich glaube, wir können mit der Rückrunde, so wie sie gelaufen ist, mit den Problemen die wir auch hatten, sehr zufrieden sein.“
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 7.Mai 2018

Freitag, 4. Mai 2018

Torwart-Talent mit großem Potenzial

Marian Voigt heißt der erste Neuzugang des NHV Concordia Delitzsch. Der Torhüter wird Franz Flemming ersetzen, der ab der nächsten Saison das Tor des Ligakonkurrenten USV Halle hütet. Teammanager Marko Bergelt freut sich, dass der 1,96 Meter große und 98 Kilo schwere Modellathlet ab Juli gemeinsam mit Routinier Felix Herholc ein schlagkräftiges Torhütergespann bilden wird. „Marian war schon vor einem Jahr beim Probetraining und hat dort überzeugt. Drei Torhüter wären aber einer zu viel gewesen und so kam eine Verpflichtung damals nicht zustande.“ Stattdessen schloss sich der gebürtige Chemnitzer, der in der nächsten Woche seinen 20. Geburtstag feiert, der SG LVB an und traf dort auf Trainer Enrico Henoch, der ihn schon beim SC DHfK Leipzig vier Jahre lang unter seinen Fittichen hatte. Bei den Straßenbahnern gewann Voigt in seinem ersten Männerjahr sogleich in souveräner Manier die Oberliga-Meisterschaft. Bedauerlicherweise konnte er zu diesem Erfolg nur wenig beitragen, denn ausgerechnet im Abschlusstraining vor dem ersten Saisonspiel zog sich der Sportstudent einen Mittelfußbruch zu und war so bis in die Rückrunde hinein zum Zuschauen verdammt. Doch auch nach seiner Genesung kam er nur selten zum Zug. Was kaum verwundert, denn mit Jan Guretzky und Andreas Nositschka hatten in der Zwischenzeit zwei andere Torhüter dafür gesorgt, dass LVB-Trainer Enrico Henoch auf dieser Position in der entscheiden Phase der Saison keine Veranlassung für Experimente sah. Schließlich markieren die Leipziger mit durchschnittlich gerade einmal 22 Gegentoren mit Abstand den Bestwert der Liga. Erst als Meisterschaft und Aufstieg in Sack und Tüten waren, durfte Voigt einige Male sein Können zeigen. So konnte er beispielsweise im Spiel gegen Pirna am vergangenen Wochenende zwei von drei Siebenmetern entschärfen. LVB-Trainer Henoch hat denn auch nur lobende Worte für seinen langjährigen Schützling übrig. „Ich durfte fünf Jahre mit Marian zusammenarbeiten und kann sagen, dass er sich menschlich sehr positiv entwickelt hat. Er stellte sich immer in den Dienst der Mannschaft und hat sich mit Jan Guretzky trotz des Konkurrenzkampfes immer positiv ergänzt. Der NHV darf sich auf einen richtig guten Torhüter freuen, der besonders im Nahwurfbereich durch seine große Reichweite nur schwer zu bezwingen ist.“ Der so Gelobte ist bereits Feuer und Flamme: „Ich freue mich darauf, wieder angreifen zu können. Ich möchte möglichst viel Spielzeit sammeln und mich auf Drittliganiveau zurückkämpfen.“ Genau darauf hofft auch der Delitzscher Teammanager Marko Bergelt. „Marian hat großes Potenzial. Er kann sich bei uns neben Felix Herholc in Ruhe weiterentwickeln und wertvolle Erfahrungen im Männerhandball sammeln. Damit haben wir eine super Mischung auf der dieser Position. Jugendliche Unbekümmertheit gepaart mit jahrelanger Erfahrung.“
Die Handballkarriere war Marian Voigt gewissermaßen in die Wiege gelegt. „Ich habe zwar erst Fußball gespielt, dann aber doch auf meine Mama gehört, die heute noch Handball spielt. Zunächst habe ich als Feldspieler begonnen, wurde dann aber in der E-Jugend von meinem Trainer ins Tor delegiert, weil er der Meinung war, dass ich auf dem Feld zu egoistisch spielen würde. Dabei ist es dann geblieben. Mit 15 bin ich dann ans Leipziger Sportinternat und in den Nachwuchs des SC DHfK gewechselt.“ Mit den Grün-weißen feierte Voigt in der B- und A-Jugend insgesamt drei Deutsche Meistertitel und schaffte es vor einem Jahr sogar einmal in den Kader der Erstliga-Profis, als der damals 18-Jährige ausgerechnet im Spiel gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen den verletzten Milos Putera ersetzte und Nationaltorhüter Jens Vortmann den Rücken frei hielt. Der inzwischen zum Bundestrainer aufgestiegene damalige Leipziger Cheftrainer Christian Prokop ließ verlauten, dass Voigt im Training mit den Profis einen guten Eindruck hinterließ. „Er hat eine gute Körpergröße und Spannweite“, so Prokop. Die Delitzscher Fans dürfen gespannt sein.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 4.Mai 2018

Samstag, 28. April 2018

NHV - HC Glauchau/Meerane 25:25 (14:10)

Noch einmal mit Gefühl: Delitzsch übernimmt Platz drei

Zumindest bei zwei Spielern war das Motto eindeutig: Es ist besser, Abschied zu nehmen, wenn viele Fans „schade“ sagen. „Es war eine sehr schöne Zeit“, sagte Danny Trodler vom Handball- Oberligisten NHV Concordia Delitzsch. Der bald 32-Jährige hatte am Sonnabend mit der Partie gegen den HC Glauchau/Meerane, die 25:25 ausging, sein letztes Heimspiel bestritten, der Rückraumschütze beendet seine Laufbahn. „Ein bisschen Wehmut ist schon vorhanden“, gestand auch Kapitän Jan Jungandreas. Wenn er so in seinen Körper hineinhöre, dann sei es richtig, dass er die Handballschuhe an den Nagel hänge. Der 30-Jährige bleibt dem Verein aber erhalten als künftiger Co-Trainer von Wladimir Maltsev (47). Der freut sich auf die Verstärkung. „Dann können wir das Training noch effizienter gestalten.“
Zwei weitere Spieler wurden vor der Begegnung von Vereinspräsident Axel Schüler und seinem Vize Sören Raab verabschiedet: Franz Flemming und Oskar Emanuel. Torwart-Kollege Felix Herholc lief Flemming im Saisonverlauf den Rang ab. „Ich spiele wahnsinnig gerne“, begründete der 23-jährige Keeper den Ausstieg. Er gehe „mit positiven Gefühlen“. Sollte Ligakonkurrent USV Halle den Klassenerhalt schaffen – die Chancen stehen gut –, dann wird Flemming dorthin wechseln. Emanuel zieht es zum HC Elbflorenz nach Dresden, da er dort ein Studium beginnt. „Es hat hier viel Spaß gemacht“, so der 19-Jährige. „Die „tolle Stimmung“ in der Halle gegen Glauchau habe ihn „super gefreut“.
Fast also ein Heim-Ausstand nach Maß. „Wir hätten den Spielern, die uns verlassen, gerne einen Sieg geschenkt“, sagte Sascha Meiner (29), kürzlich von Team-Manager Marko Bergelt (45) als der „mit großem Abstand kompletteste Spieler der Mitteldeutschen Oberliga“ geadelt. Und in der ersten Halbzeit sah es auch gut aus, wurden die Weichen auf Sieg gestellt. Die Begegnung begann ausgeglichen, kein Team konnte sich zunächst absetzen. Doch in den letzten sechs Minuten des ersten Durchgangs setzten die Concorden sich ab und lagen zum Pausentee mit 14:10 klar in Führung. Besonders Trodler sprühte vor Spielfreude, warf vier Tore und setzte mehrmals gekonnt am Kreis Oliver Wendlandt in Szene. Flemming hielt gut, parierte auch einen Siebenmeter.
Nach dem Seitenwechsel verlor der NHV jedoch den Faden. Die Abwehr war plötzlich löchrig, die Gäste kamen zum Ausgleich. „Da waren wir ein bisschen undiszipliniert“, meinte Trodler. „Wir haben Glauchau stark gemacht“, befand Sascha Meiner. Es ging hin und her, zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff baute Jungandreas den Vorsprung für Delitzsch auf zwei Tore aus. Doch die Gäste gaben nicht auf und freuten sich letztlich, so Trainer Felix Kempe (27), „über den gewonnenen Punkt“. Seine Mannschaft rutschte gleichwohl um zwei Plätze auf den vorletzten Rang ab, muss am letzten Spieltag am nächsten Sonnabend unbedingt gegen Freiberg gewinnen, um doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.
Der NHV rückte durch das Remis um eine Position auf den dritten Tabellenplatz vor und hat nun die große Chance, mit einem Sieg bei der zweiten Mannschaft des HC Elbflorenz den Vizemeistertitel zu holen. Davon hatte nach einer durchwachsenen Hinrunde niemand in der Loberstadt zu träumen gewagt. „Wir haben aber eine tolle Rückrunde gespielt“, meinte Maltsev. Und egal, wie es in Dresden ausgehen wird, „bin ich mit der kompletten Saison zufrieden“. Den Aufstieg hatte sich souverän LVB Leipzig geholt.
Maltsev wagte schon einen kurzen Ausblick auf die nächste Saison, die dritte der Concorden in der Oberliga. „Wir stehen vor einem großen Umbruch und müssen wieder bei Null beginnen“, sagte der erfahrene Coach. Denn weitere Abgänge aus beruflichen Gründen drohen. So ist der Verbleib von Clemens Schlegel (27), der gegen Glauchau wegen eines angerissenen Innenbandes nicht auflaufen konnte, und von Jonas Meiner (21) noch nicht sicher. Zudem wird der Vertrag von Tobias Bauske (25), der seit Längerem fehlt, nicht verlängert. Gedämpfte Vorfreude also.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 30.April 2018

Samstag, 14. April 2018

SV 04 Plauen-Oberlosa - NHV 21:26 (13:10)

Nummer 100!

Der 100. Sieg in der Vereinsgeschichte des NHV Concordia Delitzsch ist perfekt. Am Sonnabend gewann die Mannschaft von Trainer Wladimir Maltsev 26:21 (10:13) beim SV Plauen-Oberlosa und steht damit nun punktgleich mit dem SVP auf Rang vier der Mitteldeutschen Handball-Oberliga.
„Das war ein toller Kampf. Und natürlich sind wir froh, in so einem geilen Spiel unseren Fans den 100. Sieg schenken zu können“, jubilierte Maltsev anschließend. Kapitän Jan Jungandreas fand es „extrem cool, was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben“ und sprach von einer tollen Mannschaftsleistung.
Delitzsch kam hervorragend ins Spiel und führte schnell mit 3:0. Plauens Trainer Petr Hazl sah sich dadurch veranlasst, bereits jetzt eine Auszeit zu nehmen. Diese verhalf dem Gastgeber nicht nur sein Spiel neu zu ordnen, sondern er legte jetzt richtig los. Mit fünf Toren in Folge nach der Auszeit brachte er die Halle förmlich zum Beben. Der NHV dagegen verlor völlig seinen Spielfaden, auch wenn die Mannschaft noch mal zum 5:5 ausgleichen konnten. Im Angriff lief kaum noch was zusammen und die Abwehr war irgendwie immer einen Schritt zu spät. „Wir haben ein paar Fehler gemacht, was Plauen gnadenlos ausgenutzt hat“, befand Maltsev und stellte auf eine 4:2-Abwehr um. Damit gelang es zumindest, den Rückstand bis zur Pause in Grenzen zu halten. Mehr noch: Vier Minuten vor dem Wechsel waren die Concorden wieder bis auf ein Tor herangekommen. Doch mit zwei Kontertoren von Plauen-Oberlosa, die seiner Mannschaft nicht gut tun sollten, wie Hazl später analysierte, ging es in die Kabinen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit dann dasselbe Spiel. Delitzsch begann abermals sehr druckvoll und verkürzte den Rückstand nicht nur, sondern ging seinerseits wieder mit 16:14 in Führung. Aber anders als in der ersten Halbzeit ließ der NHV jetzt nicht nach. Auch eine zweifache Bestrafung gegen Oliver Wendlandt und die damit verbundene Rote Karte konnte die Gäste nicht mehr aus dem Konzept bringen. Die Hausherren schafften es zwar, noch einmal zum 17:17 auszugleichen, doch nach der folgenden Auszeit von Wladimir Maltsev stand die Concordia-Abwehr wie ein Fels in der Brandung und im Angriff wurde fast jeder Ball sicher verwandelt.
Auch eine weitere Auszeit der Gastgeber konnte den Lauf der Delitzscher nicht mehr stoppen. So war dann, beim Stand von 23:17 für die Gäste, das Spiel quasi entschieden. In den letzten Minuten konnte sich dann die Mannschaft von den wieder zahlreichen mitgereisten Fans lautstark bejubeln lassen. Maltsev beschrieb die Leistung der zweiten Halbzeit folgendermaßen: „Im Angriff gefährlich und diszipliniert und in der Abwehr beweglich und aggressiv. Ein Riesenkompliment an die Jungs, dass sie nie aufgegeben haben und nach Olis Disqualifikation noch enger zusammengerückt sind.“
Am 28. April steigt übrigens das letzte Heimspiel der Saison. Dann empfängt der NHV Abstiegskandidat Glauchau/Meerane und kann mit einem Heimsieg bei gleichzeitiger Schützenhilfe der Konkurrenz sogar noch auf Platz zwei klettern. Das wäre natürlich ein irres Abschiedsgeschenk für die scheidenden Leistungsträger Jan Jungandreas, Danny Trodler und Oskar Emanuel.
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 16.April 2018

Samstag, 7. April 2018

NHV - HC Burgenland 28:28 (14:16)

Remis für NHV - Kapitän hört auf

Prognosen sind bekanntermaßen eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Das schrieb einst der US-Erzähler Mark Twain. Manchmal aber treffen die Vorhersagen zu. Sie erwarte ein „kämpferisches und enges Spiel“, sagte Ines Seidler, Trainerin des Handball-Männer-Oberligisten HC Burgenland, vor der Partie am Sonnabend beim NHV Concordia Delitzsch. Nordsachsen- Coach Wladimir Maltsev hatte das ähnlich prophezeit. Er rechne mit einem „kämpferischen und spannenden Spiel“. Und so kam es auch: Die Partie endete ausgeglichen 28:28 (14:16). „Ich kann mit dem Punkt gut leben“, kommentierte Seidler. „Das Remis ist gerecht“, pflichtete Maltsev ihr bei. Seine Mannschaft steht damit weiterhin auf dem vierten Platz, die Gäste aus Naumburg bleiben auf Rang sechs. Den Meistertitel und somit den Aufstieg in die Regionalliga holte sich am Wochenende erwartungsgemäß LVB Leipzig mit einem 34:24-Erfolg bei der HSG Freiberg. Die Concorden warten weiterhin auf den 100. Sieg seit der Gründung 2010. „Schade, dass wir den Fans das heute nicht schenken konnten“, bedauerte NHV- Rückraumwerfer Lucas Mittag, der für seine sieben Tore von den eigenen Fans zum Delitzscher Spieler des Tages geehrt wurde.
Die Begegnung stand dabei im Zeichen von fünf Spielern. Neben Mittag waren das auf NHV-Seite Kreisläufer Clemens Schlegel, der ebenfalls sieben Treffer erzielte, und Torwart Helix Herholc, der 15 Paraden zeigte und damit seinem Burgenland-Gegenüber Max Neuhäuser (18 gehaltene Bälle) kaum nachstand. Neuhäuser hütete in der vergangenen Saison noch den Delitzscher Kasten. „Es ist schon etwas Besonderes, gegen den alten Verein zu spielen“, sagte er. Aber er bemühe sich stets, fokussiert zu sein, gab sich trotz der Top-Leistung ganz bescheiden. „Er hat glänzend gehalten“, lobte dagegen NHV-Shooter Danny Trodler. „Max hat sehr stark gespielt“, schloss sich Concordia-Kapitän Jan Jungandreas dem an. Überragender Akteur in der Delitzscher Mehrzweckhalle war allerdings Kenny Dober mit 12 Toren für Burgenland.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung mit hohem Tempo. Beiden Teams war anzumerken, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun hatten. So wurde im Angriff gut kombiniert, die Deckungsreihen waren dagegen häufig so löchrig wie ein Schweizer Käse. In der Offensive wurde gut kombiniert, allerdings gab es, so Seidler, „ganz viele Fehler“. Auch Maltsev kritisierte, dass speziell in der ersten Halbzeit so mancher Pass nicht den Mitspieler fand. Der 14:16-Rückstand war folgerichtig. Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber etwas besser zu ihrer Linie und gingen in der 51. Minute mit 25:24 in Führung. Kurz danach fehlte das Glück, als Sascha Meiner die Latte traf, und Pech kam oben drauf, da Oliver Wendlandt den Ball an den Pfosten hämmerte. Die Gäste gaben nicht auf und sicherten sich so das Unentschieden.
„Kleinigkeiten sind auf diesem Niveau entscheidend“, bewertete Jungandreas das Endresultat in einem Spiel „auf Augenhöhe“. Die 30- jährige Vereins-Ikone sprach da fast schon wie ein Trainer – ein Vorgriff auf die kommende Saison. Denn der Rechtsaußen, der in den vergangenen Jahren mehrere schwere Verletzungen verkraften musste, beendet seine Spielerlaufbahn und wird Co-Trainer von Wladimir Maltsev. „Man sollte zum richtigen Zeitpunkt aufhören und nicht warten, bis die Zuschauer einen als Spieler nicht mehr sehen können“, so der baldige Ex-Spieler.
Am nächsten Sonnabend treten die Delitzscher beim Tabellendritten Plauen-Oberlosa an. Maltsev wagte keine exakte Prognose, denn er weiß, dass die Zukunft ihr gerne eine Nase dreht. „Es wird nicht einfach dort.“ Ziel sei aber in den letzten drei Partien der Saison „maximal Punkte zu machen“. Zu hoffen ist, dass im Heimspiel am 28. April gegen den HC Glauchau/Meerane die Anzeigetafel wieder vollständig funktioniert. Das laufende Ergebnis wurde zwar angezeigt, nicht aber die Uhrzeit.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 9.April 2018

Samstag, 31. März 2018

HC Aschersleben - NHV 25:25 (13:13)

Delitzsch fischt im Trüben einen Punkt

Die Handballer des NHV Concordia Delitzsch sind im Oberliga- Nachholspiel beim HC Aschersleben nicht über ein 25:25 (13:13) hinausgekommen. Mit diesem Remis festigten sie aber ihren vierten Tabellenrang.
„In der letzten Saison haben wir gegen Aschersleben drei Minuspunkte kassiert, in dieser Saison drei Pluspunkte geholt. Ich habe ein sehr kämpferisches Spiel gesehen. Jeder hat alles gegeben, um zu gewinnen“, sagte Trainer Wladimir Maltsev: „Für mich ist das ganz klar ein gewonnener Punkt, weil Aschersleben sehr heimstark ist. Selbst LVB hat hier nur Remis gespielt.“
Das Gästeteam hatte mit einigen personellen Problemen zu kämpfen. Martin Müller fehlte wegen eines Handbruchs, den er im Abschlusstraining erlitten hatte – für ihn ist die Saison leider vorbei. Oskar Emanuel konnte auflaufen, war jedoch wegen eines ausgekugelten Fingers an der Wurfhand stark gehandicapt. Tobias Bauske und Patrick Baum fehlten ebenfalls verletzungsbedingt, somit standen Trainer Wladimir Maltsev nur zehn Feldspieler zur Verfügung.
In der spärlich beleuchteten Ballhaus-Arena begann das Spiel mit hohem Tempo, das Tor trafen anfangs allerdings nur die Gastgeber. Concordia spielte engagiert, aber mit zu vielen Fehlern im Angriff. In der vierten Minute konnten die Delitzscher Fans jubeln, Jan Jungandreas erzielte den ersten Treffer der Loberstädter. Bereits in dieser Anfangsphase zeigte sich, dass beide Mannschaften wollten, sich aber immer wieder durch viele technische Fehler selbst ausbremsten. So wogte das Spiel hin und her, kein Team konnte sich absetzen.
Die Abwehr, Delitzschs Prunkstück der letzten Wochen, wollte diesmal nicht so recht funktionieren. Besonders Carsten Kommoß und Clemens Grafenhorst nutzten die Lücken in der Delitzscher Deckung. Das 13:13 zur Halbzeitpause entsprach dann auch dem Spielverlauf.
Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit legten die Gastgeber eine Schippe drauf und lagen schnell drei Tore vorn. Das wollte der NHV dann doch nicht auf sich sitzen lassen und übernahm die Initiative. So ging Concordia in der 42. Minute mit 18:17 in Führung. Allerdings reagierten die Gastgeber mit einer Umstellung der Deckung, damit kam der Delitzscher Angriff nur schwer zurecht. So folgte eine achtminütige Torflaute des Tabellenvierten.
Aschersleben nutzte dies und ging in der 50. Minute mit 21:18 in Führung. War das eine Vorentscheidung? Nein, die Jungs vom Lober zeigten jetzt echten Kampfgeist und legten einen beeindruckenden Zwischenspurt hin. In Minute 57 war das Spiel gedreht, es stand 25:23 für Delitzsch. Die lautstarken Gäste-Fans gaben jetzt alles, zwei Auswärtspunkte waren in Reichweite. Leider hatte Alexander Weber auf Seiten der Gastgeber etwas dagegen, er erzielte schnell zwei Treffer und es stand reichlich eine Minute vor Schluss 25:25. In dieser spannenden Endphase hatte Jan Jungandreas zweimal die Gelegenheit, den Siegtreffer zu erzielen, allein der starke Ascherslebener Torhüter Mantas Gudonis hatte etwas dagegen. Das erste Unentschieden der Saison war letzten Endes ein Resultat, das dem Spielverlauf gerecht wurde.
Kapitän Jan Jungandreas meinte: „Beide Mannschaften haben viele Fehler gemacht, ohne dass eine der beiden Teams so richtig Kapital daraus schlagen konnte. Wir lagen zehn Minuten vor Schluss mit drei Toren zurück. Deshalb ist der Punkt ein gewonnener. Aber wenn der letzte Wurf reingeht, gewinnen wir vielleicht. Deshalb auch ein verlorener.“
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 3.April 2018