Samstag, 17. November 2018

NHV - HSG Freiberg 35:37 (18:17)

NHV CONCORDIA DELITZSCH:
Voigt (6 Paraden, davon 2 Siebenmeter), Herholc (6 Paraden, davon 1 Siebenmeter) ; Grohmann (15/2), Mittag (5), Günther, Prautzsch, Müller, Nešovanović, Trodler (7), Wolski (2), Karl, Wendlandt (6), Jungandreas

HSG FREIBERG:
Balin (4 Paraden), Hensel (4 Paraden) ; Bayer (8/2), Lehmann (1), Wolf (2), Neumann (6), Jahn (2), Richter (1), Matschos (2), Geinar, N.Werner (12/2), Mojzis (3)

Zeitstrafen:
NHV: 14 Minuten (3x2 Min. Wendlandt, 2x2 Min. Mittag, 1x2 Min. Trodler, Rote Karte Müller)
HSG: 12 Minuten (3x2 Min. Mojzis, 1x2 Min. Lehmann, Matschos und N.Werner)

Siebenmeter:
NHV: 2/2
HSG: 7/4 (Richter und Geinar scheitern an Voigt, Bayer scheitert an Herholc)

Bericht folgt ...

Sonntag, 11. November 2018

ZHC Grubenlampe - NHV 25:26 (13:14)

NHPhönix aus der Asche

Eine Viertelstunde vor Schluss lag der NHV Concordia Delitzsch mit sechs Toren zurück. Aussichtslos. Eigentlich. Die nächste Niederlage. Eigentlich. Doch der NHPhönix erhob sich aus der Asche des Sonntagnachmittags und gewann beim ZHC Grubemlampe in Zwickau doch noch mit 26:25. Dadurch springt die Mannschaft von Trainer Wladimir Maltsev auf Rang neun der Handball-Oberliga.
Siegtorschütze Danny Trodler staunte nach dem Schlusspfiff: „Was wir die letzten 15 Minuten kämpferisch auf die Platte gebracht haben, war beeindruckend. Genauso wie unsere Fans, die selbst Mitte der zweiten Hälfte noch uneingeschränkt hinter uns standen. Hut ab vor diesen Fans und der Mannschaft.“
Das Spiel begann durchwachsen, obwohl die Delitzscher in der ersten Viertelstunde immer knapp in Führung lagen. Michael Günther setzte sich in dieser Phase mit vier Toren gut in Szene. Doch dem NHV gelang es nicht, konsequenter mit den Chancen umzugehen. Zahlreiche gute Gelegenheiten blieben auf der Strecke. So blieb Grubenlampe auf Schlagdistanz, der knappe 13:14-Halbzeitstand spricht Bände.
In der Pause stellten sich die Delitzscher Fans die Frage, ob die Chancen nun konsequenter genutzt werden und eine Entscheidung zu Gunsten der Concordia fallen wird. Die Antwort kam schneller und anders als erwartet. In den nächsten 20 Minuten drehten die Hausherren die Partie und bestraften konsequent das desolate Spiel der Gäste. In der 39. Minute stand es 20:16 für Grubenlampe, der NHV hatte offensiv große Probleme. Den mitgereisten Fans stockte der Atem und es sollte nicht besser werden. In der 42. Minute hatten die Zwickauer einen sechs-Tore-Vorsprung herausgeworfen und Erinnerungen an das Spiel in Plauen wurden wach. War es das? Nein! Das Team kam willenstark zurück.
Der Trainer stellte die Mannschaft um und diese begann, den Rückstand Stück für Stück aufzuholen. Eine Viertelstunde vor Schluss, es stand 24:20, ahnte noch keiner, welche Dramatik sich auf dem Parkett entwickeln würde. Die Delitzscher Abwehr stabilisierte sich und Torwart Felix Herholc entschärfte wichtige Bälle. Auch wenn nicht alles gelang, Concordia kämpfte vorbildlich und holte Tor um Tor auf. Die Rot-Weißen dagegen konnten nur noch einen Torerfolg für sich verbuchen und diese Schwäche wurde von Delitzsch erbarmungslos bestraft. In der 57. Minute war der Ausgleich geschafft (25:25). Das Geschehen wogte hin und her, aber der NHV hatte die besseren Antworten. 30 Sekunden vor der Schlusssirene ging ein Aufschrei durch die Delitzscher Fangemeinde. Soeben hatte Danny Trodler zum 26:25 für seine Farben eingenetzt. Noch 30 Sekunden hieß es kämpfen und das erledigten die Concorden clever. Zwickau kam nicht mehr zum Abschluss.
Auch wenn dieses Spiel nichts für Handballästheten war, der NHV konnte eine durchwachsene Partie mit Kampf, Einsatz und etwas Glück drehen, den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren und dadurch den Abstand zu den Abstiegsplätzen etwas vergrößern. ZHC-Trainer Tonci Druskovic befand hinterher: „Ein Unentschieden wäre das gerechte Resultat gewesen. Wer mit sechs Toren führt, muss das Spiel gewinnen. Delitzsch hatte den größeren Willen, das letzte Tor zu erzielen.“ Wladimir Maltsev sagte: „Für mich war es das schwerste Saisonspiel. In der zweiten Halbzeit kam es zu einem Bruch im Spiel, daraufhin habe ich die Abwehr umgestellt und es wurde besser. Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen.“
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 13.November 2018

Samstag, 3. November 2018

NHV - HSV Apolda 1990 27:19 (15:8)

NHV läutet Apoldas Glocken

In der Thüringer Kleinstadt Apolda hat das Glockengießen eine mehr als 250-jährige Tradition. Handball-Oberligist NHV Concordia Delitzsch hat am Sonnabend in der Begegnung gegen den HSV Apolda darauf angemessen reagiert. Die Nordsachsen schlugen den Gast klar und deutlich mit 27:19 (15:8). Die Abstiegsglocken sind damit zwar nicht verstummt, aber sie läuten ein wenig leiser. Mit dem Erfolg haben die Concorden ihren zweiten Saisonsieg eingefahren, bleiben mit nunmehr 6:12 Punkten allerdings auf Abstiegsplatz zwölf.
„Wir wollten unbedingt die Wiedergutmachung“, freute sich Trainer Wladimir Maltsev. Am Wochenende zuvor hatte der NHV überraschend beim bis dahin punktlosen Schlusslicht HC Einheit Plauen 18:20 verloren. Dabei war ein Erfolg eingeplant gewesen. „Die Jungs waren richtig heiß beim Training“, berichtete der Coach. „Wir wollten uns unbedingt für die Niederlage rehabilitieren“, sagte Daniel Sowada, der unermüdlich das Angriffsspiel angekurbelt hatte und vom Fanclub Loberhaie zum Spieler des Abends gekürt wurde. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt“, ergänzte Kreisläufer Nemanja Nesovanovic, der mit vier Treffern aufsteigende Form bewies. Von einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“ sprach Vereinspräsident Axel Schüler, sichtlich erleichtert nach dem doppelten Punktgewinn. Maltsev habe die Concorden perfekt eingestellt.
Von Beginn an zeigten sich die Gastgeber hochmotiviert. Zunächst vergaben beide Mannschaften ihre Torchancen, so dass es bis zur fünften Minute dauerte, bis Vasil Mitevski die Glockenstädter in Front brachte. Es war die erste und zugleich letzte Führung der Gäste an diesem Abend. Denn die Delitzscher kamen nur 30 Sekunden später durch Nesovanovic zum Ausgleich. Sowada warf den NHV dann in Führung. Der Vorsprung wurde bis auf 6:1 ausgebaut, bevor Apolda zum zweiten Mal einnetzte. Da zeigte die Uhr bereits die 14. Minute an.
„Wir haben in der Abwehr gut gestanden“, kommentierte Lucas Mittag, der mit Oliver Wendlandt und Martin Müller einen fast undurchdringlichen Mittelblock bildete. Und wenn dann doch Bälle aufs Tor kamen, dann waren sie häufig die Beute von Felix Herholc, der eine Top-Leistung bot und auch zwei Siebenmeter parierte. Später wurde er von Marian Voigt ersetzt, der ebenfalls glänzend hielt. „Wir haben zwei gute Torhüter“, hatte Maltsev bereits vor zwei Wochen nach dem Heim-Unentschieden gegen Aschersleben festgestellt.
„Wenn die Abwehr gut steht wie heute, dann wird es auch im Angriff leichter“, sagte Danny Trodler. Denn dann laste auf der Offensive weniger Druck, unbedingt ein Tor zu erzielen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Das sorge für mehr Selbstvertrauen. So präsentierte sich auch der Angriff. Der Ball lief flüssig, die Spieler waren in Bewegung. Torjäger Frank Grohmann etwa nutzte jede kleine Lücke, um durch die gegnerische Abwehr zu stoßen. Alles eine Folge der „super Einstellung“ der Delitzscher, wie es Trodler formulierte. „Das war der Unterschied zum Spiel in Plauen“, unterstützte Sowada diese Einschätzung.
Gäste-Trainer Frank Ihl räumte ein, dass der Erfolg der Concorden verdient gewesen sei. Sein Team habe vor allem in der ersten Halbzeit „desaströs“ gespielt. Im zweiten Durchgang sei es nur noch darum, gegangen, die Pleite in Grenzen zu halten Er bekräftigte Glockenschlag 20.30 Uhr seine Ansicht, „dass Delitzsch mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird“.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 5.November 2018

Samstag, 27. Oktober 2018

HC Einheit Plauen - NHV 20:18 (8:9)

Aus dem Tritt

Der Aufwärtstrend des NHV Concordia Delitzsch hat ein jähes Ende genommen. Der Handball- Oberligist verlor am Sonnabend beim zuvor punktlosen Schlusslicht Einheit Plauen 18:20 (9:8) und steht als Drittletzter weiter auf einem Abstiegsplatz. Zur Ehrenrettung der Loberstädter sei erwähnt, dass sie stark ersatzgeschwächt antraten. Niklas Prautzsch, Oliver Wendlandt und Michal Paululik waren nicht auf der Platte dabei und zu allem Überfluss verletzten sich Daniel Sowada und Michael Günther im Lauf des Spiels.
Auch NHV-Trainer Wladimir Maltsev rückte die prekäre Personalsituation in den Mittelpunkt seiner Analyse: „Das war ein richtiges Kampfspiel mit viel Dramatik. Es ist schade, dass wir bei so einem wichtigen Spiel so viele Ausfälle hatten. Es standen uns nur sieben gesunde und zwei angeschlagene Feldspieler zur Verfügung.“ Dem verbliebenen Häuflein zollte der Coach aber Respekt. „Ich bin mit der kämpferischen Leistung zufrieden. Generell haben wir sehr gut in der Abwehr gestanden.“ Das Problem war nur, dass die Gäste die vielen Plauener Fehler nicht optimal zu nutzen wussten und in eigene Tore ummünzten.
Delitzsch begann sehr nervös, was angesichts der letzten guten Spiele nicht ganz nachvollziehbar war. So dauerte es fast fünf Minuten, bis der erste Treffer gelang. Wer nun dachte, dass das Spiel jetzt besser werden würde, der wurde maßlos enttäuscht. Gegen einen wirklich schwachen Gegner gelang es dem NHV nicht, sich entscheidend abzusetzen. Chancen dazu gab es genug. Wenn dann aber einfachste Dinge nicht klappen, technische Fehler und eine schlechte Chancenverwertung dazu kommen, wird es in dieser Lage allerdings gegen jede Mannschaft schwer. Dennoch führten die Concorden zur Pause mit 9:8.
Nach der Pause schien es zunächst so, als ob ein Ruck durch das Team ginge. Die Führung wurde 11:8 ausgebaut, aber wieder wurden etliche Konter einfach weggeworfen. Anstatt jetzt für klare Verhältnisse zu sorgen und mit sechs Toren in Führung zu gehen – die Möglichkeiten dazu waren da –, brachte Delitzsch durch eigene Unzulänglichkeiten Plauen wieder zurück ins Spiel. Dann verletzte sich auch noch Daniel Sowada. „Das hat unser Deckungssystem komplett zerstört. Ohne linke und rechte Außenspieler mussten wir richtig improvisieren“, bemerkte Maltsev. Die Einheit drehte das Spiel und bewies in der dramatischen Schlussphase die besseren Nerven. „Für einen Sieg fehlten uns viele verschiedene Kleinigkeiten“, fasste Maltsev den enttäuschenden Ausgang zusammen.
Die Puzzleteile müssen die Delitzscher jetzt möglichst schnell wieder zusammensetzen, so kompliziert die Personallage derzeit auch sein möge. Die Liga gestattet keine Atempause. Bis zum 16. Dezember ist der NHV an jedem Wochenende im Einsatz. Am kommenden Sonnabend dürfen die Jungs immerhin wieder in der heimischen Mehrzweckhalle ran. Dann kommt der HSV Apolda, der mit einem ausgeglichenen Punktekonto derzeit auf Platz sieben rangiert. Mit einem Sieg könnten sich die Concorden bis auf zwei Punkte an die Thüringer heranrobben – so verdammt eng geht es in der Oberliga zu. Aber das kennt man ja aus der vergangenen Jahren.
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 29.Oktober 2018

Samstag, 20. Oktober 2018

NHV - HC Aschersleben 23:23 (13:14)

Ausgleich mit dem Schlusspfiff

Es sind nur noch anderthalb Minuten zu spielen. In der Begegnung der Handball-Oberliga zwischen dem NHV Concordia Delitzsch und dem HC Aschersleben sind die Gäste auf der Siegesstraße, sie führen mit 23:21. Doch die Heimmannschaft gibt nicht auf. Torjäger Frank Grohmann verkürzt auf 22:23, aus dem folgenden Ballbesitz kann Aschersleben kein Kapital schlagen. Die Concorden passen den Ball an den Kreis, wo Oliver Wendlandt in letzter Sekunde der unterm Strich verdiente Ausgleich gelingt. Die Nordsachsen bleiben mit nunmehr 4:10 Punkten auf dem zwölften Platz.
meint Gäste-Keeper Mantas Gudonis, der zuvor 15 Delitzscher Würfe pariert hat und so auf eine Quote von 39,5 Prozent gehaltener Bälle kommt. Übertroffen wird er von Felix Herholc. Der Concordia-Torwart präsentiert sich ebenfalls in überragender Form und entschärft sogar 17 Torwürfe, eine Quote 42,5 Prozent.
Von Anpfiff weg wollen die Gastgeber umsetzen, was Maltsev zuvor als Parole ausgegeben hat: Die Aufholjagd soll gestartet werden. Danny Trodler wirft das 1:0, Frank Grohmann, der führende der Oberliga- Torschützenliste, erhöht auf 2:0. Mit konzentrierter Leistung gelingt es Delitzsch, den Vorsprung auf 10:7 auszubauen. Doch der HC kontert. Kaum etwas ist davon zu spüren, dass mit Clemens Grafenhorst und Nicolas Berends zwei der besten Akteure vor Saisonbeginn zum Drittligisten Bernburg gewechselt sind und weitere Stammspieler fehlen. Zwar gelingt es der Concorden-Abwehr über weite Strecken, die gefährlichen Außenspieler Kommoß und Seifert in Schach zu halten. Doch die dadurch entstandenen Freiräume in der Mitte nutzen Sascha Berends und Trainersohn Andrej Filippov immer wieder aus. So kommen die Gäste heran und liegen zum Seitenwechsel mit 14:13 in Führung. Begünstig wird das durch mehrere Fehlpässe der Concorden und dem fahrlässigen Auslassen mehrerer hundertprozentiger Torchancen. „Dadurch wurden wir nervös und verunsichert“, bemängelt Maltsev.
Das hält im zweiten Durchgang an. Das Team aus Sachsen-Anhalt baut die Führung auf drei Tore aus. Doch die Concorden kämpfen sich immer wieder heran und schaffen so doch noch das Remis. Zwei gegensätzliche Teams hat Maltsev gesehen. „Aschersleben ist eingespielt, wir wegen der vielen personellen Wechsel noch nicht in dem Maße, wir haben Luft nach oben“, sagt der Chefcoach.
Kein Wunder daher, dass Neuzugang Mateusz Wolski nur wenige Einsatzminuten erhält und dabei unauffällig bleibt. Der 29-jährige Pole kommt vorerst aus beruflichen Gründen nur zum Abschlusstraining und der folgenden Partie nach Delitzsch. „Ich muss die Delitzscher Spielweise noch lernen“, sagt Wolski, der einen „glücklichen Punktgewinn“ gesehen hat.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 22.Oktober 2018