Dienstag, 15. August 2017

Licht und Schatten beim NHV Concordia Delitzsch

Der Testspiel-Marathon des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch geht weiter. Diesmal gab es ein mageres Unentschieden und einen umjubelten Turniersieg.
Delitzsch traf am Freitagabend in der Mehrzweckhalle zunächst auf den Fünftligisten TuS Radis. Vor wieder ansehnlicher Kulisse entwickelte sich auf Delitzscher Seite ein sehr zähes Spiel, das vor allem durch eine mangelnde Chancenverwertung geprägt war.
In den 3 mal 20 Minuten kämpften die Radiser, mit nur sieben Feldspielern angereist, sehr engagiert und ließen Delitzsch nicht zur Entfaltung kommen. So stand es nach den ersten 20 Minuten 9:9, nach 40 Minuten 18:19 und mit dem Schlusspfiff 27:27. Positiv auf Seiten der Concordia war, dass die Einstellung der Spieler stimmte und zum Ende der Partie alles getan wurde, um nicht zu verlieren. „Im Großen und Ganzen war das in Ordnung, abgesehen von den Würfen Eins gegen Eins. Das Spiel nach vorne ist wie besprochen gut gelaufen, auch die Kombinationen haben gut funktioniert. Aber im Eins gegen Eins hat es diesmal gehapert“, resümierte NHV-Trainer Wladimir Maltsev: „Natürlich hätten wir gern gewonnen, das ist immer gut fürs Ego. Aber wir probieren weiterhin alle möglichen Varianten in Angriff und Abwehr aus. In dieser Phase ist es wichtig, nicht aufzuhören, sondern weiter nachzulegen.“
Am Samstag stand dann der Medimax-Cup in Dessau an, veranstaltet von der SG Kühnau. Leider sagten zwei Teams kurzfristig ab, so dass nur drei Mannschaften antraten. Die SG Kühnau und der SV 63 Brandenburg-West (Ostsee-Spree-Liga) waren die Kontrahenten. Man einigte sich auf eine Spielzeit von 2 mal 20 Minuten und trat danach noch einmal gegeneinander an – und zwar 20 Minuten. Delitzsch, bis auf Tobias Bauske und den verletzten Niklas Prautzsch mit komplettem Kader angereist, traf in seinem ersten Spiel auf Kühnau und tat sich genauso schwer wie am Vorabend gegen Radis. Reihenweise wurden beste Chancen vergeben und es stand folgerichtig zur Halbzeit 10:8 für die Gastgeber. Nach Wiederanpfiff wurde das Spiel besser, die Abwehr stabilisierte sich und das Tempo zog spürbar an. Delitzsch konnte diesen Vergleich mit 18:16 gewinnen.
Der als deutlich stärker einzuschätzende Gegner aus Brandenburg sollte jetzt ein echter Gradmesser werden. In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, zur Halbzeit lag Delitzsch 12:13 zurück. Was dann folgte, war eine tolle Vorstellung des NHV. Endlich lief der Ball wie gewünscht, die Abwehr stand, Franz Flemming vernagelte sein Tor und im Angriff wurde konsequent vollendet. Der 25:16-Sieg war hochverdient. Die zwei letzten Spiele (je 20 Minuten) waren dann mehr ein Auslaufen der Mannschaften, Delitzsch besiegte Kühnau mit 10:6 und verlor gegen Brandenburg knapp mit 8:9. Mit diesen Ergebnissen konnte Concordia Delitzsch als Sieger des Medimax-Cups die Anhalt-Arena verlassen. Kapitän Jan Jungandreas: „Das war heute ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten leider viele Nachlässigkeiten in Abwehr und Angriff. Insgesamt haben sich Licht und Schatten zu häufig abgewechselt. Da fehlt noch Konstanz.“
Beste Delitzscher Torschützen in Dessau waren Jungandreas mit zwölf Treffern, Patrick Baum mit elf Toren, Clemens Schlegel und Sascha Meiner mit je sieben Erfolgen.
Maltsev sagte zum Turniersieg: „Natürlich freuen wir uns über den Pokal. Aber wir befinden uns nach wie vor in der Vorbereitungszeit und da ist es für mich wichtiger zu sehen, wie die Mannschaft auch auf schwierige Situationen reagieren kann. Zum Beispiel auf einen zwischenzeitlichen deutlichen Rückstand. Das ist auch eine Prüfung für die Mannschaft und diese hat sie gut bewältigt.“
Was bleibt als Fazit beider Tage? Das Team von Trainer Maltsev hat großes Potenzial – es muss nur regelmäßig abgerufen werden. Gelingt es, den Gegner aus einer sicheren Abwehr heraus mit hohem Tempo unter Druck zu setzen, hat es künftig jede Mannschaft schwer, gegen Concordia zu bestehen.
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 14.August 2017

Mittwoch, 9. August 2017

NHV plättet Calbe und feilt an der Taktik

Die Handball-Männer des NHV Concordia Delitzsch bleiben in der Vorbereitung auf die Oberliga unbesiegt. Das Team von Coach Wladimir Maltsev gewann am Sonnabend ein Trainingsspiel bei Sachsen-Anhalt-Ligist TSG Calbe mit 31:19 (14:10). Kapitän Jan Jungandreas war anschließend entzückt: „Das Zusammenspiel wird immer besser, auch die Aggressivität hat gestimmt. Ich denke, wir können zufrieden sein.“
Die Hausherren hatten keineswegs vor, den Gästen vom Lober kampflos das Parkett zu überlassen und versuchten mit einer harten Gangart das Geschehen an sich zu reißen. Das gelang nur bedingt beziehungsweise in der Anfangsphase. Delitzsch leistete sich zunächst zu viele Fehler im Angriff, während die Abwehr sofort felsenfest stand. Nach einer Viertelstunde kam auch die Offensive ins Rollen und der NHV setzte sich auf vier Tore ab. Dabei blieb es bis zur Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit ließen bei Calbe sichtbar die Kräfte nach. Die TSG hatte tags zuvor gegen Erstligist Magdeburg getestet (24:48), was der Truppe nun in die Knochen fuhr. Die Concorden liefen viele erfolgreiche Konter und zeigten sich vier Wochen vor dem Ligaauftakt gegen Aschersleben auch spielerisch schon in ansprechender Verfassung. „Die Intensität hat von Anfang an gestimmt und langsam brauchen wir ja auch die Wettkampfhärte“, befand Jungandreas.
Daran können der Kapitän und seine Besatzung in den kommenden Tagen und Wochen arbeiten. Denn das Programm bleibt straff. Am Freitag testet die Concordia in Delitzsch gegen TuS Radis, am Sonnabend steht der Medimax-Cup in Dessau an, wo es gegen Kühnau, den SV Brandenburg- West, Blau-Weiß Goldbach/Hochheim und Grün-Weiß Piesteritz geht. Im Training wird nach zehrenden zwei Wochen Kraft und Athletik inzwischen vornehmlich mit dem Ball hantiert. Trainer Maltsev will den Seinen die taktischen Vorstellungen in Abwehr und Angriff einimpfen. Was jetzt schon auffällt: Mit den Neuzugängen ist der NHV spielerisch wesentlich variabler als in der Vorsaison.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 7.August 2017

NHV: Flemming (8 Paraden), Herholc (7 Paraden); Trodler 5, Mittag, Baum 4, Jungandreas 4, J. Meiner 2, Wendlandt 1, Schlegel 4, S. Meiner 4, Müller 1, Sowada, Emanuel 5, Bauske 1

Montag, 7. August 2017

NHV Concordia Delitzsch erteilt SG Kühnau Lehrstunde

Das war deutlich. Im zweiten Testspiel der diesjährigen Vorbereitungsphase wurde am Mittwochabend die SG Kühnau mit einer klaren 20:37-Niederlage im Gepäck auf den Heimweg geschickt. Die Gäste aus der Sachsen- Anhalt-Liga konnten nur in den ersten fünf Minuten bis zum 4:4 mithalten, profitierten da von anfänglichen Schwierigkeiten in der Delitzscher Defensivabteilung. Dann aber machten die Schützlinge von Trainer Wladimir Maltsev Ernst. In der Artur-Becker-Halle zogen die Concorden bei tropischen Temperaturen vor über 100 Zuschauern über die Zwischenstationen 10:4 und 15:7 bis zur Pause auf 18:12 von dannen. In der zweiten Hälfte wurde es dank ordentlich Tempo und etlicher spielerisch guter Aktionen dann noch deutlicher. Bereits jetzt zeigt sich, das eine Stärke der neuformierten Delitzscher Mannschaft die Variabilität sein dürfte. Egal, wie Coach Maltsev auch durchwechselte – der Leistung tat das kaum einen Abbruch. Erfreulich auch, dass sich sämtliche Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Einzig Neuzugang Sascha Meiner war mit Fieber daheim geblieben.
Das nächste Testspiel findet bereits am Samstag um 16 Uhr in Calbe statt. Den nächsten Auftritt vor heimischem Publikum gibt es am 11. August um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle gegen TuS Radis.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 5.August 2017

NHV: Herholc, Flemming; Sowada (4), Mittag (1), Schlegel (2), Jungandreas (2), J. Meiner (3), Trodler (6), Wendlandt (5), Baum (3/2), Müller (4), Emanuel (4), Bauske (3)

Donnerstag, 3. August 2017

Nicht alle Trikots überstehen den ersten Härtetest

Ein rundum positives Fazit zog NHV-Cheftrainer Wladimir Maltsev am Ende eines dreitägigen Trainingslagers, das die neuformierte Delitzscher Oberliga- Mannschaft in diesem Jahr ins thüringische Apolda führte. „Ich bin mit diesem Trainingslager wirklich sehr zufrieden, denn ich konnte mit der kompletten Mannschaft arbeiten und jeder Einzelne hat fleißig und konzentriert gearbeitet, sodass wir unseren Trainingsplan vollständig absolvieren konnten“, so Maltsev.
Bei perfekten Bedingungen im Apoldaer Sportpark mussten die Concorden bei einigen Übungen zwar mehrfach an ihre Belastungsgrenzen gehen, allerdings sah das Programm auch ausreichend Entspannungsphasen vor. Eine wichtige Rolle wurde dabei dem neuen Physiotherapeuten René Bauer zuteil, der sich ab sofort um die kleinen und größeren Wehwehchen der Blau-Weißen kümmert.
Der alte und neue Kapitän Jan Jungandreas ist trotz des recht großen personellen Umbruchs guter Dinge: „Obwohl wir wieder fünf neue Spieler haben, kann man schon gut erkennen, dass da wieder eine geschlossene Mannschaft zusammenwächst.“ Der trotz heftigen Gegenwindes mit dem Fahrrad nach Apolda gereiste NHV-Präsident Axel Schüler kann den Saisonstart kaum erwarten, nachdem er das gesamte Trainingslager mit der Mannschaft verbracht hatte. „Das ist eine tolle Truppe“, so Schüler. Im Gegensatz zur ganz und gar undemokratischen Verleihung der imaginären Kapitänsbinde durch Trainer Wladimir Maltsev an Jan Jungandreas wurde der neue Mannschaftsrat per Wahl bestimmt. Doch auch hier ist Kontinuität angesagt. Danny Trodler und Lucas Mittag gehören dem Gremium auch in Zukunft an. Einzig der nicht mehr der Mannschaft angehörende Felix Randt wurde durch den routinierten Neuzugang Sascha Meiner ersetzt.
Den handballerischen Höhepunkt sollte ein Trainingsspiel gegen den Ligakonkurrenten HSV Apolda setzen. Zur allgemeinen Überraschung war dieser aber am selben Tag in Richtung Wittenberg aufgebrochen, um ein Testspiel gegen den dortigen Sechstligisten auszutragen. Doch Ersatz war schnell gefunden, denn Thüringenligist HSG Werratal (5. Liga) bestritt ebenfalls gerade ein Trainingslager in Apolda. Ein offizielles Spielergebnis ist zwar nicht überliefert, Augenzeugenberichten zufolge wurde der sächsische Viertligist seiner Favoritenrolle aber gerecht, was für NHV- Coach Maltsev im ersten Test allerdings nebensächlich war. „Das war eigentlich kein richtiges Spiel, sondern ein Training, bei dem wir alles Mögliche ausprobiert haben“, so Maltsev.
Dass es dennoch zur Sache ging, musste der erfreulich treffsichere Youngster Oskar Emanuel erfahren, dessen Trikot diesen ersten Härtetest nicht überlebte. Zufrieden zeigte sich Kapitän Jungandreas: „Ich denke, das Spiel hat gezeigt, dass wir in dieser Saison sehr variabel spielen können. Es hat sicherlich noch nicht alles geklappt und hier und da fehlte noch die Abstimmung, aber das ist zu diesem Zeitpunkt ganz normal.“ Ein halbes Comeback feierte Niklas Prautzsch, der erstmals nach seiner im Januar erlittenen Kreuzbandverletzung auf das Spielfeld zurückkehren konnte. Der 20-Jährige sprang kurzfristig als Schiedsrichter ein und hatte die Partie jederzeit souverän im Griff.
Das erste Testspiel in Delitzsch findet am Donnerstagabend um 19 Uhr in der altehrwürdigen Artur-Becker-Halle gegen die SG Kühnau aus der Sachsen-Anhalt-Liga statt. Der Eintritt ist frei.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 2.August 2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Handballer können auch Fußball

Zweieinhalb Monate nach dem letzten Meisterschaftsspiel endete für die Delitzscher Oberliga- Handballer in dieser Woche die Sommerpause. Wobei die Concorden ohnehin nie wirklich pausieren, sondern in den vergangenen Wochen artig ihre individuellen Trainingspläne abarbeiteten. Dass dabei auch niemand gemogelt hat, davon konnte sich Trainer Wladimir Maltsev jetzt persönlich überzeugen. Und er kann nicht klagen. „Alle scheinen fit zu sein und ziehen gut mit. Ich bin sehr zufrieden.“ Noch nicht dabei waren Abwehrchef Oliver Wendlandt und Linksaußen Jonas Meiner, weil die beide noch im Urlaub weilten und in Kürze zur Mannschaft stoßen werden.
Der NHV geht mit einem 15er Kader (davon zwei Torhüter) in die – bekanntermaßen schwerere – zweite Saison in der Mitteldeutschen Oberliga. Einen guten Eindruck haben bislang die fünf Neuzugänge Martin Müller, Felix Herholc (beide HSV Bad Blankenburg), Sascha Meiner, Oskar Emanuel (beide SG LVB Leipzig) sowie Tobias Bauske (HG Köthen) hinterlassen. „Natürlich ist es noch zu früh, sich hier ein abschließendes Urteil zu erlauben. Aber ich glaube, die Jungs passen gut in die Mannschaft und ich bin ziemlich sicher, dass wir unsere Abgänge alles in allem mindestens gleichwertig ersetzen konnten“, so Maltsev.
Einen besonders gelungenen Einstand feierte Tobias Bauske, dem beim traditionellen Fußballspiel „Jung gegen Alt“ gleich mehrere sehenswerte Treffer gelangen. Sollte der 24-Jährige Linkshänder im Wurfarm nur ansatzweise soviel Potenzial haben wie in seinem linken Fuß, dürften die Delitzscher Fans viel Freude an ihm haben. Am Ende einer bemerkenswert einseitigen Partie musste sich das ältere Semester haushoch geschlagen geben. Noch nicht wieder ins Geschehen eingreifen konnte Niklas Prautzsch nach seinem im Januar erlittenen Kreuzbandriss. Umso erfreulicher, dass der 20-Jährige während die Kollegen kickten zumindest ungezählte Stadionrunden drehen konnte, übrigens in Begleitung des gertenschlanken NHV-Präsidenten Axel Schüler.
Am nächsten Freitag steht den Concorden der Höhepunkt einer jeden Saisonvorbereitung ins Haus, wenn es für drei Tage ins Trainingslager nach Apolda geht. Dort dürfen sich die Maltsev-Schützlinge nicht nur auf zeitiges Aufstehen, Frühsport und kräftezehrende Einheiten freuen, sondern zum Ausgleich auch auf einen gemütlichen Grillabend. Die handballerische Krönung wird am Samstagabend ein Testspiel gegen den Ligakonkurrenten HSV Apolda bilden. Der war nach einer Niederlage am letzten Spieltag gegen Delitzsch zwar sportlich knapp abgestiegen, durfte sich dann aber doch noch über den Klassenerhalt freuen, da der Sonneberger HV als sportlicher Aufsteiger aus der Thüringenliga versäumt hatte, rechtzeitig für die Oberliga zu melden und vom Sportgericht nach einer zweimonatigen (!) Hängepartie das Startrecht entzogen bekam. Bevor dem NHV am 2. September die Ehre zuteil wird, das offizielle Eröffnungsspiel der Oberliga-Saison 2017/18 samt Mitgliederversammlung des Mitteldeutschen Handballverbandes auszutragen, stehen noch Testspiele gegen Kühnau, Calbe, Radis und Bayreuth auf dem Programm. Außerdem werden die Delitzscher beim Medimax Cup in Dessau sowie beim Holzlandpokal in Hermsdorf um Trophäen kämpfen.
Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 22.Juli 2017

Testspiele:
29. Juli: HSV Apolda (in Apolda) 
3. August: SG Kühnau (in Delitzsch) 
5. August: TSG Calbe (in Calbe) 
11. August: TuS Radis (in Delitzsch) 
12. August: Medimax Cup in Dessau 
19. August: Holzlandpokal in Hermsdorf 
25. August: Haspo Bayreuth (in Delitzsch)