Samstag, 14. April 2018

SV 04 Plauen-Oberlosa - NHV 21:26 (13:10)

Nummer 100!

Der 100. Sieg in der Vereinsgeschichte des NHV Concordia Delitzsch ist perfekt. Am Sonnabend gewann die Mannschaft von Trainer Wladimir Maltsev 26:21 (10:13) beim SV Plauen-Oberlosa und steht damit nun punktgleich mit dem SVP auf Rang vier der Mitteldeutschen Handball-Oberliga.
„Das war ein toller Kampf. Und natürlich sind wir froh, in so einem geilen Spiel unseren Fans den 100. Sieg schenken zu können“, jubilierte Maltsev anschließend. Kapitän Jan Jungandreas fand es „extrem cool, was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben“ und sprach von einer tollen Mannschaftsleistung.
Delitzsch kam hervorragend ins Spiel und führte schnell mit 3:0. Plauens Trainer Petr Hazl sah sich dadurch veranlasst, bereits jetzt eine Auszeit zu nehmen. Diese verhalf dem Gastgeber nicht nur sein Spiel neu zu ordnen, sondern er legte jetzt richtig los. Mit fünf Toren in Folge nach der Auszeit brachte er die Halle förmlich zum Beben. Der NHV dagegen verlor völlig seinen Spielfaden, auch wenn die Mannschaft noch mal zum 5:5 ausgleichen konnten. Im Angriff lief kaum noch was zusammen und die Abwehr war irgendwie immer einen Schritt zu spät. „Wir haben ein paar Fehler gemacht, was Plauen gnadenlos ausgenutzt hat“, befand Maltsev und stellte auf eine 4:2-Abwehr um. Damit gelang es zumindest, den Rückstand bis zur Pause in Grenzen zu halten. Mehr noch: Vier Minuten vor dem Wechsel waren die Concorden wieder bis auf ein Tor herangekommen. Doch mit zwei Kontertoren von Plauen-Oberlosa, die seiner Mannschaft nicht gut tun sollten, wie Hazl später analysierte, ging es in die Kabinen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit dann dasselbe Spiel. Delitzsch begann abermals sehr druckvoll und verkürzte den Rückstand nicht nur, sondern ging seinerseits wieder mit 16:14 in Führung. Aber anders als in der ersten Halbzeit ließ der NHV jetzt nicht nach. Auch eine zweifache Bestrafung gegen Oliver Wendlandt und die damit verbundene Rote Karte konnte die Gäste nicht mehr aus dem Konzept bringen. Die Hausherren schafften es zwar, noch einmal zum 17:17 auszugleichen, doch nach der folgenden Auszeit von Wladimir Maltsev stand die Concordia-Abwehr wie ein Fels in der Brandung und im Angriff wurde fast jeder Ball sicher verwandelt.
Auch eine weitere Auszeit der Gastgeber konnte den Lauf der Delitzscher nicht mehr stoppen. So war dann, beim Stand von 23:17 für die Gäste, das Spiel quasi entschieden. In den letzten Minuten konnte sich dann die Mannschaft von den wieder zahlreichen mitgereisten Fans lautstark bejubeln lassen. Maltsev beschrieb die Leistung der zweiten Halbzeit folgendermaßen: „Im Angriff gefährlich und diszipliniert und in der Abwehr beweglich und aggressiv. Ein Riesenkompliment an die Jungs, dass sie nie aufgegeben haben und nach Olis Disqualifikation noch enger zusammengerückt sind.“
Am 28. April steigt übrigens das letzte Heimspiel der Saison. Dann empfängt der NHV Abstiegskandidat Glauchau/Meerane und kann mit einem Heimsieg bei gleichzeitiger Schützenhilfe der Konkurrenz sogar noch auf Platz zwei klettern. Das wäre natürlich ein irres Abschiedsgeschenk für die scheidenden Leistungsträger Jan Jungandreas, Danny Trodler und Oskar Emanuel.
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 16.April 2018

Samstag, 7. April 2018

NHV - HC Burgenland 28:28 (14:16)

Remis für NHV - Kapitän hört auf

Prognosen sind bekanntermaßen eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Das schrieb einst der US-Erzähler Mark Twain. Manchmal aber treffen die Vorhersagen zu. Sie erwarte ein „kämpferisches und enges Spiel“, sagte Ines Seidler, Trainerin des Handball-Männer-Oberligisten HC Burgenland, vor der Partie am Sonnabend beim NHV Concordia Delitzsch. Nordsachsen- Coach Wladimir Maltsev hatte das ähnlich prophezeit. Er rechne mit einem „kämpferischen und spannenden Spiel“. Und so kam es auch: Die Partie endete ausgeglichen 28:28 (14:16). „Ich kann mit dem Punkt gut leben“, kommentierte Seidler. „Das Remis ist gerecht“, pflichtete Maltsev ihr bei. Seine Mannschaft steht damit weiterhin auf dem vierten Platz, die Gäste aus Naumburg bleiben auf Rang sechs. Den Meistertitel und somit den Aufstieg in die Regionalliga holte sich am Wochenende erwartungsgemäß LVB Leipzig mit einem 34:24-Erfolg bei der HSG Freiberg. Die Concorden warten weiterhin auf den 100. Sieg seit der Gründung 2010. „Schade, dass wir den Fans das heute nicht schenken konnten“, bedauerte NHV- Rückraumwerfer Lucas Mittag, der für seine sieben Tore von den eigenen Fans zum Delitzscher Spieler des Tages geehrt wurde.
Die Begegnung stand dabei im Zeichen von fünf Spielern. Neben Mittag waren das auf NHV-Seite Kreisläufer Clemens Schlegel, der ebenfalls sieben Treffer erzielte, und Torwart Helix Herholc, der 15 Paraden zeigte und damit seinem Burgenland-Gegenüber Max Neuhäuser (18 gehaltene Bälle) kaum nachstand. Neuhäuser hütete in der vergangenen Saison noch den Delitzscher Kasten. „Es ist schon etwas Besonderes, gegen den alten Verein zu spielen“, sagte er. Aber er bemühe sich stets, fokussiert zu sein, gab sich trotz der Top-Leistung ganz bescheiden. „Er hat glänzend gehalten“, lobte dagegen NHV-Shooter Danny Trodler. „Max hat sehr stark gespielt“, schloss sich Concordia-Kapitän Jan Jungandreas dem an. Überragender Akteur in der Delitzscher Mehrzweckhalle war allerdings Kenny Dober mit 12 Toren für Burgenland.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung mit hohem Tempo. Beiden Teams war anzumerken, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun hatten. So wurde im Angriff gut kombiniert, die Deckungsreihen waren dagegen häufig so löchrig wie ein Schweizer Käse. In der Offensive wurde gut kombiniert, allerdings gab es, so Seidler, „ganz viele Fehler“. Auch Maltsev kritisierte, dass speziell in der ersten Halbzeit so mancher Pass nicht den Mitspieler fand. Der 14:16-Rückstand war folgerichtig. Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber etwas besser zu ihrer Linie und gingen in der 51. Minute mit 25:24 in Führung. Kurz danach fehlte das Glück, als Sascha Meiner die Latte traf, und Pech kam oben drauf, da Oliver Wendlandt den Ball an den Pfosten hämmerte. Die Gäste gaben nicht auf und sicherten sich so das Unentschieden.
„Kleinigkeiten sind auf diesem Niveau entscheidend“, bewertete Jungandreas das Endresultat in einem Spiel „auf Augenhöhe“. Die 30- jährige Vereins-Ikone sprach da fast schon wie ein Trainer – ein Vorgriff auf die kommende Saison. Denn der Rechtsaußen, der in den vergangenen Jahren mehrere schwere Verletzungen verkraften musste, beendet seine Spielerlaufbahn und wird Co-Trainer von Wladimir Maltsev. „Man sollte zum richtigen Zeitpunkt aufhören und nicht warten, bis die Zuschauer einen als Spieler nicht mehr sehen können“, so der baldige Ex-Spieler.
Am nächsten Sonnabend treten die Delitzscher beim Tabellendritten Plauen-Oberlosa an. Maltsev wagte keine exakte Prognose, denn er weiß, dass die Zukunft ihr gerne eine Nase dreht. „Es wird nicht einfach dort.“ Ziel sei aber in den letzten drei Partien der Saison „maximal Punkte zu machen“. Zu hoffen ist, dass im Heimspiel am 28. April gegen den HC Glauchau/Meerane die Anzeigetafel wieder vollständig funktioniert. Das laufende Ergebnis wurde zwar angezeigt, nicht aber die Uhrzeit.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 9.April 2018

Samstag, 31. März 2018

HC Aschersleben - NHV 25:25 (13:13)

Delitzsch fischt im Trüben einen Punkt

Die Handballer des NHV Concordia Delitzsch sind im Oberliga- Nachholspiel beim HC Aschersleben nicht über ein 25:25 (13:13) hinausgekommen. Mit diesem Remis festigten sie aber ihren vierten Tabellenrang.
„In der letzten Saison haben wir gegen Aschersleben drei Minuspunkte kassiert, in dieser Saison drei Pluspunkte geholt. Ich habe ein sehr kämpferisches Spiel gesehen. Jeder hat alles gegeben, um zu gewinnen“, sagte Trainer Wladimir Maltsev: „Für mich ist das ganz klar ein gewonnener Punkt, weil Aschersleben sehr heimstark ist. Selbst LVB hat hier nur Remis gespielt.“
Das Gästeteam hatte mit einigen personellen Problemen zu kämpfen. Martin Müller fehlte wegen eines Handbruchs, den er im Abschlusstraining erlitten hatte – für ihn ist die Saison leider vorbei. Oskar Emanuel konnte auflaufen, war jedoch wegen eines ausgekugelten Fingers an der Wurfhand stark gehandicapt. Tobias Bauske und Patrick Baum fehlten ebenfalls verletzungsbedingt, somit standen Trainer Wladimir Maltsev nur zehn Feldspieler zur Verfügung.
In der spärlich beleuchteten Ballhaus-Arena begann das Spiel mit hohem Tempo, das Tor trafen anfangs allerdings nur die Gastgeber. Concordia spielte engagiert, aber mit zu vielen Fehlern im Angriff. In der vierten Minute konnten die Delitzscher Fans jubeln, Jan Jungandreas erzielte den ersten Treffer der Loberstädter. Bereits in dieser Anfangsphase zeigte sich, dass beide Mannschaften wollten, sich aber immer wieder durch viele technische Fehler selbst ausbremsten. So wogte das Spiel hin und her, kein Team konnte sich absetzen.
Die Abwehr, Delitzschs Prunkstück der letzten Wochen, wollte diesmal nicht so recht funktionieren. Besonders Carsten Kommoß und Clemens Grafenhorst nutzten die Lücken in der Delitzscher Deckung. Das 13:13 zur Halbzeitpause entsprach dann auch dem Spielverlauf.
Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit legten die Gastgeber eine Schippe drauf und lagen schnell drei Tore vorn. Das wollte der NHV dann doch nicht auf sich sitzen lassen und übernahm die Initiative. So ging Concordia in der 42. Minute mit 18:17 in Führung. Allerdings reagierten die Gastgeber mit einer Umstellung der Deckung, damit kam der Delitzscher Angriff nur schwer zurecht. So folgte eine achtminütige Torflaute des Tabellenvierten.
Aschersleben nutzte dies und ging in der 50. Minute mit 21:18 in Führung. War das eine Vorentscheidung? Nein, die Jungs vom Lober zeigten jetzt echten Kampfgeist und legten einen beeindruckenden Zwischenspurt hin. In Minute 57 war das Spiel gedreht, es stand 25:23 für Delitzsch. Die lautstarken Gäste-Fans gaben jetzt alles, zwei Auswärtspunkte waren in Reichweite. Leider hatte Alexander Weber auf Seiten der Gastgeber etwas dagegen, er erzielte schnell zwei Treffer und es stand reichlich eine Minute vor Schluss 25:25. In dieser spannenden Endphase hatte Jan Jungandreas zweimal die Gelegenheit, den Siegtreffer zu erzielen, allein der starke Ascherslebener Torhüter Mantas Gudonis hatte etwas dagegen. Das erste Unentschieden der Saison war letzten Endes ein Resultat, das dem Spielverlauf gerecht wurde.
Kapitän Jan Jungandreas meinte: „Beide Mannschaften haben viele Fehler gemacht, ohne dass eine der beiden Teams so richtig Kapital daraus schlagen konnte. Wir lagen zehn Minuten vor Schluss mit drei Toren zurück. Deshalb ist der Punkt ein gewonnener. Aber wenn der letzte Wurf reingeht, gewinnen wir vielleicht. Deshalb auch ein verlorener.“
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 3.April 2018

Sonntag, 25. März 2018

SG LVB Leipzig - NHV 25:23 (12:13)

Concordias Siegesserie ist gerissen

Der Siegesbaum wächst auch für die Oberliga-Handballer des NHV Concordia Delitzsch nicht in den Himmel. Die Nordsachsen haben den zehnten Doppelpunktgewinn in Folge verpasst. Beim Tabellenführer SG LVB Leipzig unterlag der NHV gestern knapp mit 23:25 (13:12) und fiel mit nunmehr 26:16 Zählern um einen Platz auf den vierten Rang zurück. Die Heimmannschaft ist dem großen Ziel des Wiederaufstiegs in die 3. Liga einen großen Schritt näher gekommen und liegt mit 38:6 Punkten sieben Zähler vor der HG Köthen, die überraschend beim Tabellenvorletzten Glauchau mit 19:29 verlor. LVB-Trainer Enrico Henoch lehnte vorzeitige Glückwünsche ab. „Wir sind noch nicht durch, es sind noch vier Spiele“, sagte er. Den Gästen, die in eigener Halle im November beim 20:27 ohne jede Chance waren, bescheinigte der LVB-Coach eine gute Leistung. „Wir waren ein kleines bisschen besser.“ Mannschaftskapitän Steve Baumgärtel, der einst für Delitzsch in der zweiten Liga auflief, war glücklich über den schwer erkämpften Erfolg. Die Concorden seien ein starker Gegner gewesen. „Mit neun Siegen in Folge tritt man einfach mit breiter Brust auf.“
Und das tat der NHV vor allem in der ersten Halbzeit. Die anfängliche Führung der Heimmannschaft ließ die Delitzscher unbeeindruckt, in der 13. Minute zogen sie durch einen Treffer von Lucas Mittag in Front und verteidigten den Vorsprung bis zum Halbzeitpfiff. Dabei tat sich der Angriff gegen die Leipziger Mittelblock-Hünen Thomas Oehlrich (1,98 Meter), Steve Baumgärtel (1,91 Meter) und Clemens Uhlig (1,98 Meter) zwar schwer, fand aber immer wieder Lücken.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Straßenbahner zurück in die Erfolgsspur und setzten sich etwas ab. Vor allem der 20-jährige Linksaußen Marc Esche war von der Abwehr nie in den Griff zu kriegen und mit neun Treffern der überragende Torschütze. Die Offensiv-Maschine des LVB lief immer dann gut, wenn Tempo in der Partie war. Da wies das Umkehrspiel der Delitzscher, die ansonsten in der Defensive konsequent zugriffen, Steigerungspotenzial auf. Der NHV gab aber nicht auf, kämpfte sich immer wieder heran und hätte durchaus ein Unentschieden erreichen können. „In der entscheidenden Phase ist es uns nicht gelungen, das Tor zu treffen, da hatten wir auch kein Glück“, sagte Concordia-Coach Wladimir Maltsev, der von einem „guten Spiel mit viel Tempo“ sprach. Oliver Wendlandt, der die Abwehr glänzend organisierte, sah eine „klare Steigerung“ gegenüber dem Hinspiel. Der Sieg der Messestädter „ist um zwei Tore zu hoch ausgefallen“, meinte er mit einem Augenzwinkern.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 26.März 2018

Samstag, 17. März 2018

NHV - HSV Apolda 31:27 (15:12)

Concordia-Handballer klettern auf Rang drei

Die Siegesserie des NHV Concordia Delitzsch in der Handball-Oberliga geht weiter. Das 31:27 (15:12) gegen den HSV Apolda war bereits der neunte Erfolg hintereinander – das Team von Trainer Wladimir Maltsev kletterte zudem auf den dritten Tabellenplatz. Die Gäste gingen nach sieben Partien ohne Niederlage erstmals wieder als Verlierer vom Parkett.
„Für mich war das der schwierigste der letzten neun Siege. Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, die Mannschaft wieder richtig heiß zu machen“, sagte Maltsev: „Die Jungs haben eine sehr gute Arbeit geleistet. Im Angriff haben wir uns mit der nötigen Geduld gute Wurfpositionen erspielt. Und in der Abwehr konnten wir Apolda immer wieder unter Druck setzen und uns Ballgewinne erkämpfen.“
Wenn der drittbeste Angriff der Liga auf den zweitschlechtesten trifft, dann sollte rein statistisch eigentlich nichts schief gehen. Aber Apolda ist seit der Rückkehr von Bojan Mirilo auch im Angriff deutlich stabiler und variabler geworden. Der NHV war also gewarnt, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit einer stabilen Abwehr und konzentrierten Abschlüssen erarbeitete sich Delitzsch schnell einen 4:1-Vorsprung. Doch die Gäste hielten voll dagegen und verkürzten postwendend – 4:3. Doch Delitzsch ließ sich davon nicht beeindrucken und erspielte sich abermals eine Drei-Tore-Führung. Diese gab der NHV auch bis zur Pause nicht wieder aus der Hand. Von der starken Abwehr der Gäste war bis zu diesem Zeitpunkt recht wenig zu sehen, obwohl sich der NHV immer wieder mal einfache Fehler erlaubte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit verfiel Delitzsch wieder einmal in seinen alten Trott und ließ den Gegner schnell – zu schnell – den Rückstand aufholen. Beim Stand von 18:17 konnten die Thüringer aber einen Konter nicht zum Unentschieden unterbringen. Wer weiß, wie das Spiel dann verlaufen wäre. Vielleicht war das aber auch der Weckruf, den der NHV benötigte, um endlich wieder in die Gänge zu kommen. Denn mit vier Toren in Folge wurde der Vorsprung auf 22:17 ausgebaut. Apolda versuchte nun alles – in Form des siebten Feldspielers oder durch seinen überragend aufspielenden Florian Folger. Dieser warf allein 15 Tore für die Gäste! Aber manchmal standen sich die Apoldaer auch selbst im Weg. Jede Entscheidung der Schiedsrichter wurde kommentiert. Egal, ob auf der Platte oder von der Bank aus. So erhielten die Gäste innerhalb einer Minute drei Zeitstrafen. Doch die Delitzscher bestraften diese Disziplinlosigkeiten nicht. Apolda traf sogar in dreifacher Unterzahl und hielt das Spiel weiter offen.
In den letzten Minuten konnte dann aber Delitzsch das Spiel doch recht sicher für sich gestalten und gewann am Ende verdient mit 31:27. Am nächsten Sonntag geht es dann zum Tabellenführer nach Leipzig. Sollte gegen die SG LVB die Sensation gelingen, dann wäre es nicht nur der zehnte Sieg in Folge, sondern auch der 100. seit der Gründung des NHV. Mit vermutlich zahlreicher Unterstützung der Delitzscher Fans wird die Mannschaft alles versuchen. Kapitän Jan Jungandreas dürfte dann nach Zwangspause wieder dabei sein – seit drei Wochen plagt er sich mit einer Bauchmuskelzerrung.
NHV-Vizepräsident Sören Raab hatte den fehlenden Teammanager Marko Bergelt ersetzt, war mit dem Auftritt der Truppe zufrieden. „Gefühlt hatten wir das Spiel eigentlich die ganze Zeit im Griff. Apolda blieb zwar dran, aber immer wenn es eng wurde, hatten wir die richtige Antwort“, sagte Raab: „Leider konnte Florian Folger machen, was er wollte. Ihn haben wir überhaupt nicht in den Griff bekommen. Wir haben alles versucht, aber bei ihm war jeder Schuss ein Treffer. Zum Glück war das nicht spielentscheidend, denn auch wir hatten im Angriff immer wieder Lösungen parat.“
Sven Sauerbrey / Leipziger Volkszeitung vom 19.März 2018