Dienstag, 11. Juni 2019

NHV Concordia Delitzsch holt Niklas Zierau

Der NHV Concordia Delitzsch hat erneut auf dem Spielermarkt zugeschlagen. Der Handball-Oberligist hat Niklas Zierau verpflichtet. Der 18-Jährige lief zuletzt für BSV Magdeburg in der A- Jugend-Bundesliga auf. Das Team belegte dort in der jetzt abgeschlossenen Saison den achten Platz.
Der 1,85 Meter große Mittelmann (Motto: „Schwere Gegner kochen auch nur mit Wasser“) hat vor einem Jahr sein Abitur gemacht, dann für den Verein gearbeitet und nimmt im Herbst sein Chemie-Studium in Leipzig auf. Er wird auch in die Messestadt ziehen. Nach Delitzsch wechselt er, „weil es sich um einen ambitionierten Verein handelt“, sagt er. Sein Ziel sei, sich bei den Nordsachsen weiterzuentwickeln. Seinen Schwerpunkt wird Zierau auf das Studium legen. Er hat früher an zahlreichen Chemie-Wettbewerben teilgenommen. So schaffte er es 2018 am Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg in die dritte Runde des Auswahlverfahrens für die internationale Chemie-Olympiade.
 
Vierter Neuzugang
 
Der gebürtige Magdeburger ist damit der vierte Zugang vor der Ende August beginnenden Saison. Zuvor hatten die Concorden Steve Baumgärtel (SG Leipzig), Benedikt Schmidt (HC Burgenland) und mit Maximilian Amtsberg den Torjäger der Thüringen-Liga vom SV Ziegelheim geholt. Weitere Neuzugänge sind nicht ausgeschlossen. Schließlich muss Delitzsch mehrere Abgänge ersetzen. Rückraumschütze Danny Trodler, Linkshänder Lucas Mittag und Sascha Meiner, der in der vorigen Saison berufsbedingt nur in wenigen Partien aushelfen konnte, haben ihre Karriere beendet. Bereits im Laufe der vergangenen Spielzeit hatten sich die Neuzugänge Nemanja Nesovanovic, Michal Paululik und Mateusz Wolski verabschiedet. Sie konnten allesamt nicht überzeugen. Dafür war mit Moritz Brodowski ein junger Kreisläufer aus Dessau geholt worden. Schon seit einem Jahr an Bord, aber dennoch ein gefühlter Neuzugang ist Jan Derk Janßen. Der gebürtige Ostfriese hatte sich nach einem gerade auskurierten Kreuzbandriss im vorigen August exakt die gleiche Verletzung erneut zugezogen. Der 24-Jährige, der als Linksaußen und auf der Mittelposition eingesetzt werden kann, soll behutsam aufgebaut, so in der kommenden Saison an das Team herangeführt werden und endlich sein Debüt im Delitzscher Trikot feiern.
 
Saisonauftakt am 31. August
 
Der Auftakt der Spielzeit 2019/20 erfolgt am 31. August. Der NHV tritt in der ersten Partie bei der HG 85 Köthen an. Der Club aus dem Nachbarlandkreis belegte in der vergangenen Saison den fünften Platz und schlug damals in eigener Halle die Concorden (Platz acht am Ende) mit 25:23. Die wiederum fegten im Rückspiel das Team aus Sachsen-Anhalt mit 31:24 aus der Halle. Danach folgt am 14. September ein Heimspiel gegen den HC Ascherleben, bevor es zu Einheit Plauen geht. Das Oberliga-Gesicht hat sich naturgemäß verändert. Meister Elbflorenz Dresden II ist der Aufstieg in die dritte Liga gelungen. Der EHV Aue II und der HSV Bad Blankenburg sind in die Oberliga aufgestiegen. Diese musste nach unten letztlich nur Schlusslicht ZHC Grubenlampe Zwickau verlassen. Einheit Plauen (Tabellenvorletzter) und der Drittletzte, der SV Oebisfelde, beide eigentlich auf Abstiegsplätzen gelandet, bleiben in der Liga.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 11.Juni 2019

Dienstag, 14. Mai 2019

NHV verpflichtet Rückraum-Riesen

Der NHV Concordia Delitzsch hat auf dem Spielermarkt wieder zugeschlagen: Die dritte Neuverpflichtung für die kommende Saison ist perfekt. Nach Steve Baumgärtel (35, Leipzig) und Benedikt Schmidt (28, HC Burgenland) hat der Handball-Oberligist sich mit Maximilian Amtsberg geeinigt. "Ich habe einen Vertrag über zwei Jahre unterzeichnet", bestätigte der 19-Jährige gegenüber der LVZ. "Da will ich alles geben", kündigte der gebürtige Altenburger an. Amtsberg spielt noch beim LSV Ziegelheim in der Thüringenliga und holte sich mit deutlichen Vorsprung die Torjägerkrone mit 244 Treffern. Das entspricht einem Schnitt von 10,17 Treffern je Partie. Am 23.Spieltag war Amtsberg bei der 39:41-Niederlage in Ronneburg allein 17 Mal erfolgreich.
"Er ist unser Wunschkandidat", freute sich der scheidende Concordia-Coach Wladimir Maltsev (48), der in der nächsten Saison sportlicher Leiter der Nordsachsen wird. "Wir haben ihn genau unter die Lupe genommen, er war auch zum Probetraining bei uns." Er passe "exakt in unsere Linie, eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern hinzubekommen", sagte Maltsev. Das Talent spielt im linken Rückraum. Er ist damit Nachfolger von Danny Trodler. Bekanntlich war es dem NHV vor der jetzt beendeten Spielzeit nicht gelungen, einen Ersatz für Trodler zu finden, der als Spielertrainer zum Bezirksligisten HV Glesien gewechselt war. Nach fünf Spielen und 1:9 Punkten holten die Concorden den 32-Jährigen zurück. Das war wesentlich für den Klassenerhalt und den letztlich erreichten achten Tabellenplatz mit 25:27 Punkten. Trodler war mit 85 Treffern zweitbester Delitzscher Torschütze.
Amtsberg erlernte den Handballsport in Ziegelheim. Zwischenzeitlich hatte er ein Doppelspielrecht für Altenburg. Bereits mit 17 Jahren wurde er in der Thüringenliga eingesetzt und wagt jetzt den Schritt in die nächsthöhere Klasse. "Wenn nicht jetzt, wann dann?", fragt der Industriemechaniker, der nach Delitzsch umziehen wird, eher rhetorisch. Er hoffe, von erfahrenen Spielern wie Baumgärtel "viel lernen zu können" und wolle der Mannschaft und dem neuen Trainergespann Jan Jungandreas (31) und Maik Kroke (38) "zeigen, dass ich es schaffe, mich in der Oberliga etablieren zu können".
Amtsberg kommt auf das Gardemaß von 1,99 Metern. Damit ist er genauso groß wie der Weltmeister von 2007, Lars Kaufmann (37), der auch im linken Rückraum spielte, Torschütze vom Dienst war und in Delitzsch vom damaligen Trainer Uwe Jungandreas (57) zum Nationalspieler geformt wurde. Jener Jungandreas startete seine Handball-Laufbahn übrigens als Spieler in Ziegelheim. Genau wie Kaufmann gibt Amtsberg als Hobby das Angeln an. "Das ist gut, um abzuschalten." Sportliches Vorbild ist für den Neu-Delitzscher allerdings nicht Kaufmann, sondern Mikkel Hansen (31). Der dänische Nationalspieler (linker Rückraum) ist in Paris aktiv und Welthandballer der Jahre 2011, 2015 und 2018.
Ulrich Milde,m Leipziger Volkszeitung vom 13.Mai 2019

Freitag, 10. Mai 2019

NHV holt Rechtsaußen Schmidt vom HC Burgenland

Beim NHV Concordia Delitzsch laufen die Personalplanungen für die Saison 2019/20 weiter auf Hochtouren. Der Club hat Benedikt Schmidt vom Ligakonkurrenten HC Burgenland geholt. „Er ist ein erfahrener Rechtsaußen“, freut sich Jan Jungandreas (31), der gemeinsam mit Maik Kroke (38) Cheftrainer wird, über die Neuverpflichtung. Auf dieser Position hatte es in der abgelaufenen Spielzeit „ein bisschen Probleme gegeben“, räumt Jungandreas ein. Der Tscheche Michal Paululik (25) fiel wegen Kniebeschwerden, die letztlich in eine Operation mündeten, längere Zeit aus, sein Vertrag wurde zu Jahresbeginn aufgelöst. Als Ersatz sprang Lucas Mittag (24) in die Bresche. „Er hat das gut gemacht, obwohl er im rechten Rückraum zu Hause ist“, lobte Jungandreas. Mittag setzt in der nächsten Saison aber aus.
Der 28-jährige Schmidt ist derweil ein schneller Spieler, und strahlt Torgefahr aus. In der Saison 2017/18 erzielte er für Burgenland 98 Treffer und landete in der Liga-Torschützenliste damit auf Rang 28. „Er steht auch in der Abwehr seinen Mann“, berichtete Jungandreas. In der vergangenen Spielzeit fuhr der gebürtige Hildesheimer sein Engagement herunter, um das Informatikstudium in Halle intensiv fortzusetzen. In mehreren Begegnungen im November und Dezember, als in Burgenland das Personal knapp wurde, sprang er aber als Aushilfe ein. Als ersten neuen Spieler hatte der NHV kürzlich Rückkehrer Steve Baumgärtel aus Leipzig präsentiert.
Schmidt, der 2007 von Niedersachsen aus an das Sportinternat in Halle wechselte und später auch für Wolfen und Spergau aktiv war, hat sich für Delitzsch entschieden, „weil ich auf der Rechtsaußen-Position die Nummer eins werden soll. Das ist natürlich reizvoll“. Das sei bei seinen früheren Stationen nicht immer der Fall gewesen. Der Linkshänder bleibt in Halle wohnen. „Die Entfernung nach Delitzsch ist ja nicht die Welt.“ In der neuen Saison sollte es den Concorden gelingen, in der oberen Tabellenhälfte mitzumischen, hofft Schmidt. „Das wäre ein Ausrufezeichen.“ Schließlich dürfe nicht vergessen werden, dass es in der Oberliga „seit Jahren sehr eng zugeht.“
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 10.Mai 2019

Samstag, 4. Mai 2019

SV Oebisfelde - NHV 25:26 (14:14)

NHV verabschiedet sich mit Auswärtssieg aus der Saison

Es war ein versöhnlicher Abschluss einer durchwachsen verlaufenen Saison. Handball-Oberligist NHV Concordia Delitzsch siegte beim SV Oebisfelde in einem spannenden Spiel mit 26:25 (14:14). „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, freute sich Vereinschef Axel Schüler über den Auswärtserfolg in einer Partie, in der es für beide Vereine um nicht mehr ging. Es stand schon vorher fest, dass die Nordsachsen auf dem achten Tabellenplatz bleiben, nunmehr mit 25:27 Punkten. Die Gastgeber hatten keine Chance, sich zu verbessern. Mit dem zwölften Rang droht ihnen nun der Abstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga. Es entwickelte sich eine flotte und ausgewogene Partie. Dem SVO war anzumerken, dass die Mannschaft sich mit einem Erfolg von den eigenen Anhängern unter den 320 Zuschauern verabschieden wollte. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, verkündete NHV-Co-Trainer Jan Jungandreas vor dem Anpfiff. Schließlich habe sein Team im Hinspiel beim 19:25 „die schlechteste Saisonleistung abgeliefert“. Chef-Coach Waldimir Maltsev war in seinem letzten Spiel – er wechselt auf den Posten des sportlichen Direktors – ebenfalls auf Revanche aus. Er ließ die Paradeformation weitgehend durchspielen, wechselte im Angriff lediglich Niklas Prautzsch für Abwehrrecke Martin Müller ein und brachte später noch Michael Günther, um dem 32-jährigen Danny Trodler in der zweiten Hälfte Verschnaufpausen zu verschaffen. Moritz Brodowski, Tobias Karl und Chris Teresniak blieb so lediglich die Rolle als aufmerksame Beobachter auf der Auswechselbank.
Wie ausgeglichen die Begegnung verlief, zeigte sich auch im zweiten Durchgang. Zwar setzte sich Delitzsch zwischenzeitlich mit vier Toren ab, doch die Heimmannschaft verzagte nicht, holte wieder auf. Herausragend war Concordias Torwart Felix Herholc, der insgesamt 18 Bälle parierte, auf die Top-Quote von 41,9 Prozent gehaltene Würfe kam und, ganz wichtig, in der entscheidenden Phase mehrere freie Würfe von Oebisfelde entschärfte. „Das war für uns der Knackpunkt“, sagte SVO-Trainer Thomas Meinel, der nach 23 Jahren seinen Posten an seinen Vize Christian Herrmann abgibt. Das Urgestein bleibt dem Club erhalten. „Welche Funktion ich ausüben werde, ist aber noch nicht klar“, so Meinel.
Neben Herholc überzeugten bei den Gästen die scheidenden Spieler Sascha Meiner, Lucas Mittag und Danny Trodler. „Wir wollten gewinnen, das haben wir geschafft“, bilanzierte zufrieden Mittag, der in der Defensive gewohnt gut zupackte. Von einem „schönen Abschluss“ sprach Trodler, der jedoch die vielen Fehlpässe monierte. „Oebisfelde war ein unbequemer Gegner“, kommentierte Meiner, der berufsbedingt nur in vier Spielen mitwirkte. „Ich habe 8:0 Punkte erzielt, damit bin ich zufrieden“, sagte er augenzwinkernd. Und überhaupt: „Wenn ich spiele, will ich immer gewinnen.“
Lange Zeit schwebten die Nordsachsen, die Konstanz vermissen ließen, in dieser Spielzeit in Abstiegsgefahr, da es in der unteren Hälfte der Oberliga sehr eng zuging. Am drittletzten Spieltag wurde der Klassenerhalt perfekt gemacht. „Nach Startschwierigkeiten haben wir eine gute Rückrunde mit 15:11 Punkten gespielt“, meinte Schüler. „Da haben wir gezeigt, dass wir in Delitzsch Handball spielen können.“ Mitentscheidend war die Rückkehr von Danny Trodler. Ohne ihn gab es 1:9 Punkte, mit ihm waren es 24:18. Neuverpflichtung Frank Grohmann erzielte 188 Treffer und gewann mit deutlichem Vorsprung die Torjägerkrone der Oberliga. Lukas Krug (Köthen) kam als Zweitplatzierter auf 164 Treffer. Zweitbester Concorde war Trodler auf Position 35 (85 Tore), zwei Plätze dahinter landete Oliver Wendlandt (ebenfalls 85 Treffer, aber mehr Spiele). Der Abwehrorganisator holte sich mit 26 Zeitstrafen und einem Schnitt von 1,083 je Begegnung in dieser Rangliste den achten Platz.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 6.Mai 2019

Donnerstag, 2. Mai 2019

Alt wie ein Baumgärtel: 35-Jähriger kehrt nach Delitzsch zurück

Er hatte mit dem Gedanken gespielt, seine Handball-Karriere zu beenden. Doch Felix Herholc, Martin Müller und Oliver Wendlandt, allesamt Spieler des Oberligisten NHV Concordia Delitzsch, beknieten ihn wiederholt – und letztlich erfolgreich. So kehrt zur Saison 2019/20 ein alter Bekannter zurück an den Lober. Steve Baumgärtel hat einen Vertrag für „erst mal ein Jahr“ unterzeichnet, wie er selbst gegenüber dem Sportbuzzer berichtete. Der 35-Jährige schnürt derzeit seine Schuhe für den Drittligisten SG Leipzig II.
„Ich freue mich, nochmals mit ihm zusammenzuspielen“, sagte Müller. „Baumi“ sei zwar nicht mehr der Jüngste, „ist aber doch sehr fit“. Er passe menschlich gut rein und werde dem NHV „mit seiner Erfahrung und Qualität auch sportlich weiterhelfen“. Enrico Henoch, Trainer der SG, die als Nachwuchstruppe des Bundesligisten DHfK Leipzig fungiert, bedauerte den Abschied seines Mannschaftskapitäns. „Ich hätte ihn gerne noch behalten, wir verlieren einen Führungsspieler.“ Er habe die jungen Spieler im Kader erfolgreich an die Hand genommen und Verantwortung gezeigt. Baumgärtel habe seinen Anteil daran, dass die SG doch den Klassenerhalt geschafft habe. „Daran hatte nach der schwachen Hinrunde kaum einer geglaubt“, sagte Henoch, der auch schon mal im Delitzscher Trikot aufgelaufen war. Die SG läuft als Kooperation von DHfK und LVB. Letztere schafften in der vergangenen Saison mit Baumgärtel den Aufstieg in Liga drei.
Baumgärtel wurde in Frankfurt an der Oder geboren und spielt bevorzugt im rechten Rückraum. „Auf dieser Position bin ich groß geworden“, erzählt der 1,91 Meter große Linkshänder. Jahrelang war er in der zweiten Bundesliga aktiv, unter anderem in Dessau. In der Spielzeit 2009/10 spielte er beim SV Concordia Delitzsch in der Südstaffel der zweiten Bundesliga und belegte mit dem Team Rang fünf. „Wir hatten damals eine super Truppe“, sagte Baumgärtel. Zu den Mitspielern gehörten unter anderem Martin Müller, Thomas Oehlrich, René Boese, Martin Hummel und Ulrich Streitenberger. Trainiert wurden sie von Uwe Jungandreas. „Ich war sehr traurig, dass es damals in Delitzsch nicht weiterging“, erinnerte sich Baumgärtel. Die Spielbetriebsgesellschaft musste im Juli 2010 Insolvenz anmelden, der SV Concordia Delitzsch wurde aufgelöst, der neu gegründete NHV erhielt die Spielrechte für alle sächsischen Handballligen.
Die jetzt zu Ende gehende Saison der Delitzscher, die am drittletzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft hatten, bezeichnete der Neuzugang als ordentlich. Der berufsbedingte Ausfall von Sascha Meiner, der erst in den letzten Begegnungen wieder zur Verfügung stand, „war ein großer Qualitätsverlust“. Und wohl ein wesentlicher Grund dafür, dass die Concorden den angestrebten Platz im oberen Mittelfeld verfehlt haben. Seine Aufgabe sieht das 89 Kilo schwere Kraftpaket darin, „eine Führungsrolle zu übernehmen“. Nur mit jungen Spielern gehe es eben nicht. Dafür sei die Oberliga zu ausgeglichen. Was darauf hindeutet, dass Delitzsch noch mehrere zumeist jüngere Handballer verpflichten will. Baumgärtel hat sich in dieser Saison dazu neuen Respekt erarbeitet. Als beim Bundesligisten DHfK zu Saisonbeginn die Personalnot groß war, half er in der Eliteliga aus und kam zu seinen ersten Einsätzen überhaupt im Oberhaus. Sechs Partien bestritt er. „Das waren geile Erlebnisse.“ Bald kommen neue, viertklassige, in Delitzsch hinzu. „Ich wünsche ihm eine schöne Zeit in Delitzsch”, sagt Henoch.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 2.Mai 2019

Samstag, 27. April 2019

NHV - HBV Jena 90 31:19 (15:10)

Maltsev, Meiner, Mittag und Trodler bereiten sich einen schönen Abschied

Nach der Begegnung schlenderte Lucas Mittag, ein Bier in der Hand, durch die Halle. „Na, das war ein doch ein würdiger Abschied“, sagte der 24- Jährige mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Recht hatte er. Denn im letzten Heimspiel der laufenden Saison schlug Handball-Oberligist NHV Concordia Delitzsch den HBV Jena klar mit 31:19 (15:10) und festigte damit den achten Platz. Mittag, der seine Laufbahn zumindest für ein Jahr unterbricht, legte dabei eine glänzende Partie auf dem Parkett der Mehrzweckhalle hin. Sein Arbeitsnachweis liest sich so: Er kassierte eine gelbe Karte sowie die einzige Zwei-Minuten-Strafe gegen den NHV, warf als Rechtsaußen überragende sechs Tore und war in der Abwehr, wie in den vergangenen Wochen gewohnt, ein Fels in der Brandung.
Ähnlich gut agierten mit Danny Trodler und Sascha Meiner auch die weiteren beiden Spieler, die ihre Schuhe an den berühmten Nagel hängen. Trodler warf fünf Treffer und verteidigte in der teaminternen Torschützenliste Rang drei. Er kommt jetzt auf 78 Treffer – und das, obwohl er die ersten fünf Spiele nicht mitwirkt hatte. Der 32-Jährige hatte vor Saisonbeginn als Spielertrainer beim Bezirksligisten HV Glesien angeheuert, war dann aber „in höchster Not“, so Vereinsvize Sören Raab, zurückgeholt worden. Die Concorden schwebten damals mit 1:9 Punkten in höchster Abstiegsgefahr. „Es hat Spaß gemacht“, sagte Trodler. Der Sieg gegen die Thüringer sei „ein schöner Abschluss“ in eigener Halle. Er sei erleichtert, dass bereits vor einer Woche der Klassenerhalt geschafft worden sei. Auftrag erfüllt.
Sascha Meiner musste kurz vor Saisonstart seine Spielzusage aus beruflichen Gründen stornieren. Doch als es im Kampf um den Verbleib in der Oberliga Spitz auf Knopf stand, half der 30-Jährige erfolgreich aus. Gegen Jena netzte er fünf Mal ein. Alle drei Abgänge kamen zusammen gegen den HBV auf 16 der 31 Treffer – also auf einen Anteil von 51,6 Prozent. „Mein Körper fragt mich nach jedem Training, ob ich bekloppt bin“, deutete der frühere Junioren-Nationalspieler vielfältige Verschleißerscheinungen an.
„Wladi, Wladi“, schallte es von den Fans durch die Halle, als Cheftrainer Wladimir Maltsev gedankt wurde. Er etablierte den NHV in seinen drei Trainer-Jahren erfolgreich in der Oberliga und wechselt nun auf den Posten des sportlichen Direktors. „Es waren richtig schöne Jahre“, sagte der 48- jährige frühere Bundesligaspieler.
Da geriet die Auseinandersetzung gegen die Thüringer ein wenig in den Hintergrund. Für die Nordsachsen war sie, abgesehen vom Ziel einer ordentlichen Verabschiedung von den Anhängern, bedeutungslos. Letztlich auch für die Gäste, denn der SV Oebisfelde unterlag bei der HG Köthen 25:26 und bleibt auf dem drittletzten Platz, der den Abstieg bedeutet. Aufsteiger Jena hat somit den Klassenerhalt geschafft. Dennoch war laut Trainer Sergio Ruis Casanova der Saisonverlauf mit dem jetzigen elften Rang „unbefriedigend“. Maltsev lobte dagegen seine Mannschaft für den guten kämpferischen Einsatz „bis zur letzten Sekunde“.
Tatsächlich beherrschten die Delitzscher den Gegner, der nur in den ersten 20 Minuten einigermaßen mithielt, danach fast nach Belieben. Die Abwehr stand sicher, Torwart Felix Herholc hatte einen Sahnetag erwischt und entschärfte 21 Bälle. Wenn speziell im ersten Durchgang die Concorden nicht zahlreiche freie Würde vergeben hätten, wäre der Erfolg noch deutlicher ausgefallen.
Am kommenden Sonnabend tritt der NHV zum letzten Saisonspiel in Oebisfelde an. „Da wollen wir gewinnen“, kündigte Mittag an.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 29.April 2019

Donnerstag, 18. April 2019

Jungandreas und Kroke übernehmen beim NHV

Wladimir Maltsev (48) wird den Handball-Oberligisten nur noch bis Saisonende coachen. Nachfolger wird Maik Kroke (39), derzeit Trainer der männlichen B-Jugend. Ihm gleichberechtigt zur Seite steht der jetzige Co-Trainer Jan Jungandreas (31). „Das ist mir sehr wichtig“, sagte Kroke. Maltsev bleibt dem Verein aber erhalten. „Ich stehe weiter zur Verfügung und wechsle auf die Position sportlicher Direktor“, sagte er gestern der LVZ. Damit übernimmt er vor allem die Mannschaftsplanung. „Ich habe genug Erfahrung, um zu erkennen, welche Spieler in unser Oberliga-Team passen.“
Maltsev war vor drei Jahren Cheftrainer geworden. Unter seiner Regie etablierte sich der NHV in der Oberliga. Zwei Spieltage vor Schluss liegen die Concorden unter 14 Teams auf Rang acht und haben den Klassenerhalt sicher. Erfolgstrainer Maltsev ist ein Delitzscher Handball-Urgestein. Er spielte unter anderem viele Jahre in der zweiten Bundesliga und 2004/05 mit dem Verein auch in der ersten Bundesliga.
Die Gespräche über eine neue Struktur zur breiteren Aufstellung begannen schon vor Wochen. Das Scouting soll professioneller werden. Vor dieser Saison war die Personalnot so groß, dass kurzfristig relativ teure ausländische Spieler verpflichtet werden mussten. Im linken Rückraum gab es aber keinen Nachfolger für Danny Trodler (32), der später zurückgeholt wurde. Ziel ist nun, mehr Kontinuität im Kader zu bekommen.
Kroke gehört sozusagen zum Vereins-Inventar. Aus Verletzungsgründen musste er seine aktive Laufbahn früh beenden und schlug die Trainerlaufbahn ein. Als der Vereinsvorstand ihn nun gefragt hatte, ob er Coach der Oberliga-Mannschaft werden möchte, „musste ich nicht lange überlegen“. Kroke steht für Tempo-Handball aus einer robusten Abwehr heraus. Ziel in der nächsten Saison sei zunächst der Klassenerhalt. Dabei soll das Team nach und nach mit talentierten Spielern verjüngt werden. Sie sollen längerfristig gebunden werden, „um nicht vor jeder neuen Saison so viele Wechsel wie bisher zu haben“.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 18.April 2019

Samstag, 13. April 2019

HSG Freiberg - NHV 23:23 (12:12)

Erleichterung nach Klassenerhalt

Die Zielstellungen vor dem Spiel des NHV Concordia Delitzsch in Freiberg konnten kaum unterschiedlicher sein. Die Gastgeber wollten mit einem Heimsieg den dritten Platz festigen, Delitzsch dagegen brauchte unbedingt einen Punkt, um auch rechnerisch den Klassenerhalt perfekt zu machen. Für Spannung war also gesorgt.
Wie so oft in dieser Saison mussten die Delitzscher Fans beim Warmmachen der Teams registrieren, dass die eigene Mannschaft mit einer dünnen Personaldecke angereist war. So fehlten Lucas Mittag, Sascha Meiner und Michael Günther. Entschlossen und konzentriert starteten die Concorden in die Begegnung.
Freiberg versuchte, mit einer ungewöhnlichen taktischen Maßnahme die Gästeabwehr zu überraschen. Im Angriff wurde mit einem siebenten Feldspieler agiert. Diese Variante brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, wie auch Spielertrainer Matschos in der Pressekonferenz eingestehen musste. So traf Delitzsch ins leere Tor der Gastgeber und Freiberg reagierte in der 11. Minute beim Stand von 5:7 mit einer Auszeit. Aber auch danach ließ der NHV die Freiberger nicht zur Entfaltung kommen, die Abwehr und Torhüter Herholc boten eine starke Leistung. Einzig im Angriff wurde ein besseres Ergebnis durch einige technische Fehler und überhastete Würfe verhindert. Der Halbzeitstand von 12:12 schmeichelte den Gastgebern, eine Drei-Tore-Führung der Loberstädter wäre keine Überraschung gewesen. In der zweiten Halbzeit kam die HSG besser ins Spiel und konnte in der 32. Minute erstmals mit zwei Toren in Front gehen. Delitzsch ließ sich jedoch nicht beirren, Daniel Sowada traf in der 35. Minute ins leere Freiberger Tor zum 15:15-Ausgleich.
Bis zur 50. Minute gelang es den Bergstädtern immer wieder, eine Führung mit zwei Toren vorzulegen. Concordia kämpfte aufopferungsvoll und konnte einen größeren Rückstand verhindern. Die jetzt beginnende entscheidende Phase der fairen und gutklassigen Partie ging wieder an Delitzsch. Herholc im Tor zog mit mehreren Paraden dem Freiberger Angriff den Nerv und vorn erzielte Danny Trodler in Minute 55 die erneute Führung für sein Team, es stand jetzt 22:23. Verbissen kämpften beide Mannschaften um den Sieg, wobei der NHV die besseren Karten hatte. Leider wurden mehrere Konterchancen nicht genutzt, so dass Freiberg Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich erzielte. Das 23:23 wurde allerdings dem Spielverlauf gerecht.
Der Mannschaft um Trainer Maltsev und den mitgereisten Fans war das aber egal, der erkämpfte Punkt bedeutete den Klassenerhalt und entsprechend wurde er gefeiert. In der Pressekonferenz zeigte sich Wladimir Malzev sehr zufrieden mit seiner Mannschaft: „Dank einer überragenden Abwehr und einer starken Torhüterleistung ist es uns gelungen, in Freiberg zu punkten. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die sich das ganze Spiel über an die besprochene Linie gehalten hat. Es ist uns gelungen, das Freiberger Tempospiel im Zaum zu halten, obwohl wir wieder einmal große Personalprobleme hatten. Besonders freut mich, dass wir es geschafft haben, fast das gesamte Spiel in Unterzahl gegenzuhalten und in der zweiten Halbzeit nicht eingebrochen sind, obwohl wir fast 20 Minuten mit zwei Toren hinten lagen. So nehmen wir einen ganz wichtigen Punkt mit nach Hause und können uns über den verdienten Klassenerhalt freuen.“ Vizepräsident Sören Raab: „Wir sind erleichtert und stolz auf die Mannschaft und das Trainerteam.“ Kapitän Herholc sagte: „Der Klassenerhalt ist nun endlich sicher und wir freuen uns jetzt auf schöne, entspannte Ostern und auf unser letztes Heimspiel.“
Hartmut Sommerfeldt, Leipziger Volkszeitung vom 15.April 2019

Samstag, 6. April 2019

NHV - ZHC Grubenlampe 29:19 (13:4)

NHV schafft wichtigen Sieg zum Verbleib in der Oberliga

Marian Voigt musste schon ein wenig überlegen. „Nein, ich glaube, das habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Torwart des Handball- Oberligisten NHV Concordia Delitzsch auf die Frage, ob er in einer Halbzeit schon einmal lediglich vier Tore hinnehmen musste. Genau war am Sonnabend in der Partie gegen den ZHC Grubenlampe passiert. Zum Seitenwechsel führten die Nordsachsen mit 13:4 und fuhren letztlich mit 29:19 einen sicheren Sieg ein, der im Kampf um den Klassenerhalt Luft verschaffte.
Voigt wollte den denkwürdigen Zwischenstand zum Seitenwechsel nicht auf seine ordentliche Leistung zurückführen. „Unsere Abwehr hat das hervorragend gemacht, das Zusammenspiel mit der Deckung hat gepasst“, sagte das 20-jährige Torwart-Talent, der bis auf einen Siebenmeter die komplette Zeit zwischen den Pfosten stand und wertvolle Spielpraxis gewann. Die Defensivleistung also als Schlüssel zum Erfolg – im Gegensatz zur vorherigen Partei, als der NHV in Apolda mit 19:27 unterlag. „Das war schon ein riesiger Unterschied im Abwehrverhalten“, sagte der Schlussmann.
„Das war von uns gar nichts“, kommentierte Gäste-Trainer Silvio Schmidt die Leistung seines Teams im ersten Durchgang. Tatsächlich präsentierte sich das Schlusslicht aus Zwickau in der Abwehr zwar einigermaßen ordentlich, in der Offensive aber desaströs. Die ersten vier Torwürfe etwa gingen neben das Concorden-Gehäuse oder wurden, einschließlich eines parierten Siebenmeters, die sichere Beute von Voigt. Erst in der zehnten Minute fuhren die Spieler aus der sächsischen Volkswagenstadt mit einem Strafwurf ihren ersten Treffer ein. Es dauerte bis zu Minute 19 (!), als Matyas Burda das ZHC-Feldtor Nummer eins gelang. Da führten die Gastgeber bereits mit 7:2. Sie hatten es insgesamt sehr leicht, die Gegenwehr war überschaubar. Die Angriffe wurden ruhig vorgetragen, das Tempo war zumeist gedrosselt. Und es wirkte sich an diesem Abend auch nicht aus, dass mehrere freie Würfe leichtfertig vergeben wurden und der eine oder andere technische Fehler zuviel unterlief. Gleichwohl stand der Erfolg schon frühzeitig fest. Im zweiten Abschnitt steigerte sich Grubenlampe zwar ein wenig, auch ließen die Concorden angesichts des sicheren und stets ungefährdeten Vorsprungs gelegentlich ein wenig die Zügel schleifen. Das änderte aber nichts am Ausgang.
„Wir sind diszipliniert und leidenschaftlich aufgetreten“, freute sich Concorden-Coach Wladimir Maltsev. „Die Begegnung ist wie erhofft gelaufen“, meinte Daniel Sowada. Der Verlauf habe gezeigt, „was herauskommt, wenn wir zusammenarbeiten“. Maltsev konnte es sich angesichts des schwachen Gastes erlauben, Rückraumschütze Danny Trodler längere Zeit auf der Bank sitzen zu lassen. Auch Sascha Meiner, dessen Knie leicht lädiert sind, bekam seine Pausen. Frank Grohmann, der Führende der Torschützenliste, war in der zweiten Halbzeit mehr auf der Rechtsaußenposition zu finden als im Rückraum. Daher war die Delitzscher Offensive nicht so sehr auf ihn zugeschnitten und schwerer ausrechenbar als zumeist.
Mit dem Erfolg hat der NHV sich mit nunmehr 20:26 Punkten auf den achten Rang vorgearbeitet. Trotzdem ist die Abstiegsgefahr noch nicht komplett gebannt. Neben Delitzsch bangen auch Jena, Apolda, Halle und Oebisfelde um den Verbleib in der Oberliga. Grubenlampe und Einheit Plauen treten dagegen den Rückwärtsgang an und laufen in der nächsten Saison in der Sachsenliga auf. „Wir wollen uns in den letzten Spielen weiter gut präsentieren“, kündigte Maltsev an. Dann dürfte der Klassenerhalt gelingen.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 8.April 2019

Samstag, 16. März 2019

HSV Apolda 1990 - NHV 27:19 (15:8)

NHV enttäuscht in Apolda auf ganzer Linie

Der Wankelmut bleibt in dieser Saison steter Begleiter des NHV Concordia Delitzsch. Nach dem Sieg zuletzt gegen Einheit Plauen musste der Handball-Oberligist am Sonnabend einen deftigen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen, verlor beim HSV Apolda sang- und klanglos 19:27 (8:15).
"Weder in der Abwehr, noch im Angriff oder auf der Torhüterposition hatten wir Normalform und dann passieren eben solche Niederlagen. Dazu kommen die personellen Probleme, die uns die Woche über beschäftigt haben", sagte Jan Jungandreas, der selbst verletzt nur zuschauen konnte. Zudem fehlte der gerade erst zurückgekehrte  Sascha Meiner wegen Knieproblemen, Frank Grohmann und Danny Trodler waren zwar an Bord, konnten aber krankheitsbedingt kaum trainieren. "Das war ein enttäuschender Auftritt von uns, der sich die Woche über aber schon angedeutet hatte. Wir waren durch Grippe und Verletzungen arg dezimiert, sodass eigentlich kein normales Training möglich war", ergänzte Kapitän Felix Herholc.
Die dünne Personaldecke war aber nicht das einzige Problem an diesem Tag, phasenweise fehlte offensichtlich auch die nötige Einstellung. Zu allem Überfluss erwischten die Delitzscher einen miserablen Start. Im Angriff spielte das Team viel zu drucklos, in der Abwehr ohne Aggressivität. Apolda nahm die zahme Spielweise dankbar an und setzte sich Stück für Stück zum bereits deutlichen Pausenstand ab.
In der zweiten Hälfte ging es eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung. Doch die Gäste verschliefen abermals die Anfangsphase. Bereits nach zwei Minuten musste Maltsev beim Stand von 9:18 die nächste Auszeit nehmen, ein Debakel drohte. Immerhin half die kleine Pause den Concorden ein bisschen auf die Sprünge, sie kamen auf 14:20 heran. Doch wenige Minuten später lag Delitzsch erneut mit neun Toren zurück und versuchte es in der Schlussphase mit einer sehr offensiven Deckung, was kaum Besserung brachte. Felix Herholc ärgerte sich hinterher entsprechend: "Wir haben den Start total verschlafen und konnten den Schalter danach nicht mehr umlegen."
Jetzt hat der NHV drei Wochen spielfrei, ehe am 6.April die so wichtige Heimpartie gegen Schlusslicht Zwickauer HC Grubenlampe folgt.
brey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 18.März 2019

Samstag, 9. März 2019

NHV - HC Einheit Plauen 36:28 (18:16)

Meiner-Comeback bringt Delitzsch den Sieg

Die 48.Minute läuft. In der Handball-Oberliga zwischen dem NHV Concordia Delitzsch und Einheit Plauen erhalten die Gastgeber einen Siebenmeter. Da geschieht, was in dieser Vier-Punkte-Partie eigentlich nicht passieren darf: Der ball knallt an die Latte. De Fehlwurf hat Sascha Meiner verursacht. Sascha wer? Ja, richtig, Sascha Meiner. Der 30-Jährige hat überraschend sein Comeback für die Nordsachsen gegeben - und was für eins. Der vergebene Siebenmeter ist das einzige Missgeschick, das dem Ex-Juniorennationalspieler unterläuft. Ansonsten führt den NHV mit einer brillanten Leistung und neun Toren zu einem klaren 36:28-Erfolg über die Gäste aus dem Vogtland. Die sind mit 6:34 Tabellenletzter und so gut wie abgestiegen. Die Concorden sichern sich im Kampf um den Klassenerhalt zwei wichtige Zähler und haben nun 18:24 Punkte.
Kurz vor Saisonbeginn hatte Meiner, in der Vorsaison mit 146 Treffern erfolgreichster Delitzscher Torschütze und der wohl beste, weil kompletteste Spieler der Oberliga, das Handtuch geworfen und sich in die Auszeit verabschiedet, da er ein Jahr früher als vorgesehen seine Stelle als Lehrer antreten konnte. Doch der Kontakt zum NHV riss nie ab. Vor Kurzem, berichtet Meiner, habe er mit Vereinschef Axel Schüler telefoniert. Und da die Concorden nicht gerade glänzend dastünden, habe er gern der Bitte entsprochen, in der entscheidenden Phase auszuhelfen,. Er habe den Rücken frei, da er gerade seine letzte Arbeit an der Uni abgegeben habe. Seine Rückkehr ist auch deshalb wichtig, da Top-Torjäger Frank Grohmann verletzungsbedingt weiter ausfällt. Am Donnerstag hat Meiner das erste Mal nach neun Monaten wieder trainiert, um gegen Plauen sein altes Trikot mit der Nummer drei überzustreifen. Er braucht nur wenige Minuten, um richtig in der Partie zu sein. Er holt einen Siebenmeter raus, den Jan Jungandreas, eigentlich Co-Trainer, aber aus Personalnot reaktiviert, sicher verwandelt. In der zwölften Minute ist es soweit: Meiner fängt einen Pass ab, läuft den Konter und schließt ihn mit seinem ersten Treffer des Abends ab. Er übernimmt die Regie, überzeugt mit Tempo und Spielwitz. "Er ist einfach ein klasse Spieler", sagt Team-Manager Marko Bergelt zur Pause. Dass die Concorden da nur 18:16 führen, liegt an der lange nervösen Abwehr.
Nach dem Seitenwechsel rückt Meiner von der Spielmacher- auf die Linksaußenposition und stellt erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis, netzt von außen ein und erzielt sechs weitere Treffer. Zudem erweist sich die Abwehr um Torwart Felix Herholc nun als kompakt. Trainer Wladimir Maltsev sagt: "Sascha hat uns neues Selbstbewusstsein gebracht." Gerade in den Phasen, in denen das Team nicht so recht an sich geglaubt habe, sei er vorangegangen. "Es ist ein Glück, dass er wieder für uns spielt", lobt Kreisläufer Oliver Wendlandt. Meiner würde jeder Oberliga-Mannschaft gut tun, glaubt Martin Müller: "Sascha ist individuell der beste Spieler der Liga."
Der wird nach dem Abpfiff von den Fans gefeiert und als Spieler des Abends ausgezeichnet. Es ist ein super Einstand gewesen, "als ob ich nie weg gewesen wäre". Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie die Klasse halten wolle. "Wir gehören in die Oberliga." Ob Meiner auch in Apolda wieder mit aufläuft, stehe noch nicht fest. Klar ist aber, dass er die restlichen Heimspiele mitmachen werde.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 11.März 2019

Sonntag, 3. März 2019

HC Aschersleben - NHV 28:23 (9:12)

Eiskalt bestraft

Stark begonnen, stark nachgelassen: Der NHV Concordia Delitzsch hat Spiel eins nach den Abgängen von Nemanja Nesovanovic und Michal Paululik am Sonntag 23:28 (12:9) beim HC Aschersleben verloren.
Neuzugang Moritz Brodowski fügte sich bei seinem Debüt in der Handball- Oberliga mit zwei Toren ordentlich ein, bester Werfer der Gäste war aber der aus der zweiten Mannschaft reaktivierte Jan Jungandreas mit sieben Treffern. Allerdings machte sich besonders das verletzungsbedingte Fehlen von Top-Torjäger Frank Grohmann bemerkbar.
„Aschersleben hat jede unserer leider zu häufigen Schwächephasen sofort bestraft. Wir haben ihnen mit unnötigen Zeitstrafen und vielen verworfenen freien Würfen immer wieder geholfen, ins Spiel zu kommen“, fasste NHV-Trainer Wladimir Maltsev zusammen und ergänzte: „Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Leider hat wegen des schmalen Kaders aber hinten heraus auch etwas die Kraft gefehlt, um in Angriff und Abwehr den nötigen Druck aufrecht erhalten zu können.“
Die Partie gestaltete sich in der Anfangsphase sehr zäh. Beide Abwehrreihen ließen kaum einen Spielfluss aufkommen. Dennoch gelang es Delitzsch, sich einen kleinen Vorsprung zu erspielen und diesen verteidigte das Team aufopferungsvoll bis zur Halbzeit. Trotzdem gelang bei weitem auch in der ersten Halbzeit nicht alles, sonst hätte die Führung noch deutlicher ausfallen können. Hier haben auch die einfachen Tore von Grohmann gefehlt. Aber dass Einstellung und Willen vieles möglich machen, wurde zumindest in den ersten 30 Minuten sehr deutlich.
Den Beginn der zweiten Halbzeit verschliefen die Gäste, und Aschersleben kam sehr schnell zum Ausgleich. Doch der NHV schlug zurück und holte sich schnell die Drei-Tore-Führung zurück. Doch nun folgten 22 ernüchternde Minuten. Seltsame Pfiffe der Unparteiischen gegen Delitzsch und eine zunehmend einseitige Regelauslegung brachten die Concorden völlig aus dem Konzept. Dazu vergaben die Gäste reihenweise beste Chancen, die Deckung stand nicht mehr so sicher und beide Torhüter bekamen keine Hand mehr an den Ball. Am Ende gewann Aschersleben souverän und kann für die nächste Saison planen, während der NHV am kommenden Sonnabend gegen Schlusslicht Einheit Plauen unbedingt gewinnen muss. Neuzugang Brodowski fand es „sehr schade, dass es heute trotz des Vorsprungs zur Pause nicht zum Sieg gereicht hat“, konnte sich dafür aber über Lob vom Chef freuen. „Moritz hat seine Sache gut gemacht. Er ist eine gute Ergänzung zu Oli (Oliver Wendlandt). Man darf nicht vergessen, dass er erst 18 Jahre alt ist und dies sein erstes Oberliga-Spiel war. Wir werden ihn von Spiel zu Spiel immer mehr integrieren. Mir gefällt, dass er einen anderen Stil als Oli hat. Das macht uns am Kreis variabler.“ Der Neue fühlt sich offenbar sehr wohl am Lober, obwohl er erst seit wenigen Tagen mit der Mannschaft trainiert. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Die Fans sind toll und haben heute super Stimmung gemacht.“
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 5.März 2019

Dienstag, 26. Februar 2019

Delitzsch trennt sich von zwei Spielern

Personelle Paukenschläge beim NHV Concordia Delitzsch: Nach Informationen der LVZ gehen der Handball-Oberligist und die beiden Spieler Nemanja Nesovanovic (31) sowie Michal Paululik (25) ab sofort getrennte Wege. Die Verträge seien im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden, bestätigte ein Vereinssprecher. „So etwas kommt vor“, sagte er. Gründe für die außerplanmäßige Auflösung nannte er nicht. Auch die Spieler, die erst zu Saisonbeginn gekommen waren, äußerten sich nicht. Beide kamen über den Status als Ergänzungsspieler nicht hinaus.
Als Ersatz für Kreisläufer Nesovanovic haben die Nordsachsen Moritz Brodowski verpflichtet. Der 18-Jährige wechselt von der zweiten Mannschaft des Dessau-Rosslauer HV an den Lober und war bislang in der Sachsen-Anhalt-Liga aktiv. Brodowski ist ab sofort spielberechtigt. Die in der zweiten Bundesliga spielende erste Mannschaft wird vom Ex- Concorden-Coach Uwe Jungandreas (57) trainiert. Dessen am Ende der Saison auslaufender Vertrag wurde kürzlich um ein Jahr verlängert. Jungandreas war unter anderem auch beim SC DHfK Leipzig und Bundesligist SC Magdeburg Trainer.
Für die rechte Seite setzt der NHV damit in erster Linie auf Lucas Mittag (24) und Top-Torjäger Frank Grohmann (28). Im Notfall steht auch Jan Jungandreas (31) zur Verfügung. Eigentlich hatte er nach der vorigen Saison seine Laufbahn im Oberliga-Team beendet und ist seitdem Co- Trainer. Allerdings hatte er bereits mehrfach als Spieler ausgeholfen.
Ulrich Milde, Leuipziger Volkszeitung vom 26.Februar 2019

Samstag, 9. Februar 2019

USV Halle - NHV 28:30 (17:14)

NHV holt in Halle wichtige Punkte im Abstiegskampf

Den Auftakt gewann Delitzsch. Als der Hallensprecher vor der Begegnung in der Handball- Oberliga zwischen dem USV Halle und dem NHV Concordia erst die Gäste-Fans und dann die heimischen Anhänger begrüßte, gab es auf beiden Seiten einen kräftigen Trommelwirbel. Klarer Sieger war, gemessen an der Lautstärke, hier Delitzsch. Ein gutes Omen: Die Nordsachsen setzten sich in der Saalestadt nach einem spannenden Spiel mit 30:28 (14:17) Toren durch und sicherten sich im Kampf um den Klassenerhalt mit nunmehr 16:22 Punkten die beiden Zähler. Über einen „wichtigen Erfolg in diesem Vier-Punkte-Spiel“ freute sich Lucas Mittag. Denn damit ist Halle (13:23) – das Team hat eine Begegnung weniger – nun auch nach Minuspunkten überholt worden.
 
Ungünstige Vorzeichen
 
Dabei waren die Vorzeichen für die Nordsachsen alles andere als günstig. Mateusz Wolski war erkrankt und fehlte, Top-Torjäger Frank Grohmann half zwar beim Warmmachen, nahm aber anschließend auf der Trainerbank Platz. Eine Rückenverletzung verhinderte den Einsatz. „Sein Ausfall war nicht zu unserem Nachteil“, meinte USV-Keeper Franz Flemming, der in der vorigen Saison noch für die Delitzscher Farben aufgelaufen war. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir die Tore von Grohmann auf andere Schultern verteilen müssen“, berichtete Concordia-Trainer Wladimir Maltsev. „Jungs, seid froh, dass Frank nicht dabei ist, dann können wir anderen ein paar Tore mehr erzielen“, appellierte Danny Trodler mit scherzhaftem Unterton an seine Mitspieler.
 
Altmeister geht voran
 
Die Aufforderungen liefen nicht ins Leere. Die 30 NHV-Tore verteilten sich auf acht Akteure, wobei der überragende Altmeister Trodler voran ging, Führungsqualitäten bewies und von der Hallenser Abwehr trotz zeitweiliger Manndeckung nie zu bremsen war. Zudem passte Trodler, der mit seinem Treffer zum 30:28 in Schlussminute letzte Zweifel am Delitzscher Erfolg beseitigte, fünf Mal erfolgreich auf den am Kreis stehenden Oliver Wendlandt, der sich durchsetzte und einnetzte. Nichts verlernt hat offenkundig Jan Jungandreas. Wegen des personellen Engpasses stellte der Co-Trainer sich als Einwechselspieler zur Verfügung, warf vier Tore, dabei das vorentscheidende 29:27. Jedoch sah es über weite Strecken der Partie nicht nach einem Erfolg der Gäste aus. „Wir sind gut gestartet“, meinte Flemming und bezog sich darauf, dass die Hallenser im ersten Durchgang mehrere Mal mit drei Toren in Führung lagen, wobei sie auch davon profitierten, dass ihnen allein bis zum Pausentee sechs Siebenmeter zugesprochen wurden. Chris Heyer verwandelte sie allesamt sicher. Der „variable Rückraum“ habe enorm Druck gemacht, lobte Maltsev die Gastgeber. Seine Mannschaft habe in dieser Phase in der Abwehr nicht so sicher gestanden. Dafür aber „haben wir nicht die Nerven verloren“, stellte Mannschaftskapitän Felix Herholc fest.
 
„Haben alles reingehauen“
 
Das traf auch auf den zweiten Durchgang zu. Die Saalestädter bauten den Vorsprung auf vier Tore aus. Doch „wir haben weiter alles reingehauen“, bilanzierte Mittag, der in dieser Phase in der Abwehr der überragende Spieler war und die Concorden in der 42. Minute mit 22:21 erstmals in Front warf. Zudem fruchteten Umstellungen in der Abwehr. „Wir haben es nicht verstanden, in die Tiefe zu gehen“, meinte Flemming. Gleichwohl gab der USV nicht auf, ging sogar wieder in Führung, hatte dem Delitzscher Schlussspurt aber nichts mehr entgegenzusetzen. „Ich muss dem gesamten Team ein großes Kompliment machen“, sagte ein zufriedener Cheftrainer Maltsev. „Der Sieg ist im Kampf um den Klassenerhalt extrem wichtig und gut für das Selbstvertrauen“, betonte Herholc. Trodler freute sich über die nun anstehende Pause. „Da haben wir Zeit zur Regeneration.“ Das sei auch nötig, denn die Auseinandersetzung in Halle habe viel Kraft gekostet. Weiter geht es für Delitzsch erst am 3. März in Aschersleben.
 
Gute Laune bei Maltsev
 
Das Nachspiel ging erneut an die Delitzscher Fans. Sie waren während der Pressekonferenz mit den beiden Trainern ruhig. Die USV-Anhänger störten dagegen, wenig sportlich, die Ausführungen von Maltsev so sehr, dass er nicht zu verstehen war. Angesichts des Derbysieges ließ er sich seine gute Laune davon nicht verderben.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 11.Februar 2019

Sonntag, 3. Februar 2019

NHV - HG 85 Köthen 31:24 (16:10)

Wichtiger Sieg: NHV kämpft Köthen nieder

Martin Müller ist offenbar ein stiller Genießer. Der Abwehrhüne des NHV Concordia Delitzsch wischte sich in aller Ruhe mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn. Von seinem großen Verdienst am 31:24-Erfolg des Handball-Oberligisten am Sonnabend in eigener Halle gegen die HG 85 Köthen wollte der 28-Jährige nichts wissen. „Wir wussten doch alle, dass wir bei der 24:32-Niederlage vor einer Woche beim SV Plauen-Oberlosa nicht alles aus uns herausgeholt haben”, wiegelte er ab. Müllers öffentliche Kritik – Plauen sei in Sachen Wille, Kampf und Aggressivität überlegen gewesen – hat aber eindeutig gefruchtet. „Die Mannschaft ist enger zusammengerückt und hat gut trainiert”, berichtete Cheftrainer Wladimir Maltsev. Und dann „kann sie gegen alle anderen Teams in der Oberliga gewinnen” – auch gegen den Tabellensechsten. Kein Wunder, dass der Coach schon vor dem Derby extrem gut gelaunt war und Zuversicht verbreitete. „Die Stimmung ist gut”, hatte auch Torwart und Mannschaftskapitän Felix Herholc einen neuen Geist im Team ausgemacht. Dem Wachrüttler Müller hatte sich der Fanclub „Loberhaie” angeschlossen und „Kampf, Kampf und nochmals Kampf” gefordert. „Heute hat die Mannschaft unsere Erwartungen voll erfüllt”, lobte Fanclub- Vorsitzender Hartmut Sommerfeldt. „Das Team hat gezeigt, dass es lebt”, freute sich auch Co-Trainer Jan Jungandreas. „Wir haben großen Willen gezeigt”, ergänzte Rückraumschütze Danny Trodler. Der Altmeister, der am Saisonende die Schuhe an den Nagel hängen wird, erzielte fünf Tore. Entschlossenheit zeigten die Nordsachsen von Anfang an. Da ließen sie sich auch vom frühen 6:3-Vorsprung der Gäste nicht irritieren. „Wir haben es da versäumt, weitere Tore zu erzielen”, kritisierte HG-Coach Bodo Kreutzmann. Anstelle von Hektik und überhasteten Würfen war weiter Ruhe die erste Concorden-Spielerpflicht. Konzentriert wurden die Angriffe vorgetragen. Die Delitzscher holten auf und gingen durch einen Treffer ihrer Überlebensversicherung Frank Grohmann mit 8:7 (14.) in Führung. Ein Vorsprung, der nicht mehr aus der Hand gegeben wurde. Wichtig war auch, dass die Abwehr sich rasch zu einem wahren Bollwerk entwickelte. „Nach anfänglichen Unsicherheiten hat sie sich schnell gefangen und war sehr stabil“, lobte Zuschauer Manfred Buder, einst Präsident des Delitzscher Vorgängervereins.
Mit 16:10 ging es in die Pause, und die Gastgeber bauten den Vorsprung aus. Der Sieg hätte sogar höher ausfallen können, wenn sich nicht ein paar zu verschmerzende Nachlässigkeiten eingeschlichen hätten. Entscheidend für den „absolut verdienten Erfolg”, so Trodler, war eine geschlossenen Mannschaftsleistung, in der jeder für jeden kämpfte.
Das Duell der Oberliga-Torjäger entschied die Nummer eins, Frank Grohmann, mit zwölf Treffern deutlich für sich. Er hat bislang den Ball 162- mal untergebracht. Sein Köthener Kontrahent Lukas Krug, zweiter der Schützenliste, fügte seinen bisher 106 Toren nur sechs weitere hinzu, davon vier in der Anfangsphase. Auch ein Verdienst von Daniel Sowada, der ihn zeitweise in Manndeckung nahm. Und dann hatte auch Felix Herholc einen Sahnetag erwischt. Reihenweise entschärfte er platzierte Würfe und war selbst bei den zwei Siebenmetern nicht zu bezwingen. Köthens Trainer Kreutzmann monierte zu viele Fehler in seinem Team. „So kann man kein Spiel gewinnen.”
Der NHV rückte zwar mit nun 14:22 Punkten vom elften auf den neunten Platz vor. Der Kampf um den Klassenerhalt geht dennoch weiter. Halle machte ebenfalls einen Rang gut, hat 13 Pluszähler und eine Begegnung weniger. Auch Oebisfelde, Jena, Apolda, Zwickau und Einheit Plauen bangen ums Überleben. Nächsten Sonnabend treten die Concorden in Halle an. „Wir haben gezeigt, was geht”, meinte Müller. Wenn der NHV das auch in der Saalestadt abruft, dürfte Müller den Abend erneut genießen können.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 4.Februar 2019