Samstag, 14. September 2019

NHV - HC Aschersleben 31:27 (11:12)

Eine Mannschaft voller Spieler des Abends

Es ist wohl das, was man einen perfekten Einstand nennt. Da bestreitet Neuzugang Maximilian Amtsberg sein erstes Punktspiel vor heimischem Publikum. Der NHV Concordia Delitzsch gewinnt gegen den HC Aschersleben mit 31:27 (11:12) und hat damit nach drei Begegnungen eine Weste, die angesichts der 6:0 Punkte weißer gar nicht sein könnte. Der Handball-Oberligist setzt sich damit erst einmal vorne fest. Und Amtsberg, in der vorigen Saison Torschützenkönig der Thüringenliga, erzielt sieben Treffer und wird vom Fanclub zum Spieler des Abends gekürt. „Ich bin zufrieden“, kommentiert der 20-Jährige kurz und knapp.
Dabei hätte der Fanclub auch mehre andere Spieler auszeichnen können. So Torwart Marian Voigt, der zahlreiche Würfe pariert und vor allem in wichtigen Phasen Gegentreffer reaktionsschnell verhindert. Der 21-Jährige weiß nach eigenen Worten selbst nicht so recht, warum es bei ihm momentan so gut läuft. „Ich versuche, alles zu geben, um das Vertrauen der Trainer zu rechtfertigen“, sagt er. Und kassiert ein Sonderlob von Coach Jan Jungandreas: „Er hat gut gehalten.“ Auch Steve Baumgärtel wäre keine falsche Wahl gewesen. Der Routinier spielt komplett durch, beruhigt, wenn nötig, das Match, um es wenige Augenblicke später wieder schnell zu machen. Zudem wirft der bundesligaerprobte Denker und Lenker fünf Tore und bestätigt, warum Gäste-Trainer Dmitri Filippov schon vor der Begegnung großen Respekt gezeigt und ihn als „hervorragende Verstärkung“ bezeichnet hatte.
Aber auch Frank Grohmann, Torschützenkönig der vergangenen Oberliga- Saison, hätte sich die Gewürzmischung, die der ausgezeichnete Spieler erhält, verdient. Er kommt erst später zum Einsatz und dort zumeist auf Rechtsaußen. In der Schlussphase lässt er mit seinen Treffern die Gäste aus Sachsen-Anhalt spüren, dass für sie an diesem Abend in Nordsachsen nichts zu holen ist.
Ebenso in der engeren Wahl dürfte Oliver Wendlandt gewesen sein. Der Abwehrorganisator gibt der anfänglich etwas löchrigen Deckung Halt und trifft dazu noch fünfmal ins gegnerische Gehäuse. Tatsächlich fällt an diesem Abend keiner der Delitzscher Handballer ab. Positiv wirkt sich aus, dass die Trainer Maik Kroke und Jan Jungandreas große Auswahl haben und zudem viele Spieler auch so flexibel sind, dass sie mehrere Positionen bekleiden könne. „Unsere breite Bank hat sich heute ausgezahlt“, meint denn auch Voigt. Im Vergleich zur vorigen Saison „sind wir als Mannschaft enger zusammengerückt“, betont der Schlussmann.
Dieser Teamgeist trägt offenkundig dazu bei, dass die Delitzscher sich auch von einer durchwachsenen ersten Halbzeit nicht aus der Spur bringen lassen. „Da haben wir ohne Tempo agiert, ein bisschen ängstlich“, bemängelt Baumgärtel. „Und zu viele technische Fehler gemacht“, ergänzt Jungandreas.
Kein Wunder also, dass die Gastgeber mit einem 11:12-Rückstand in die Halbzeit gehen – und wie verwandelt zurückkommen. Plötzlich ist Geschwindigkeit im Angriff, werden Tempogegenstöße gelaufen, packt die Abwehr entschlossen zu. So werfen die Concorden einen kleinen Vorsprung heraus. Aschersleben zeigt großen Einsatz, kämpft sich immer wieder heran, muss sich dann aber dem Schlussspurt des NHV geschlagen geben. „So sollte es weitergehen“, hofft Amtsberg. Baumgärtel bekräftigt, sein vor der Partie geäußerter Satz, wenn Delitzsch weiter so den Stiefel spiele, werde es schwer, den NHV zu schlagen, „gilt weiter“. Das soll am nächsten Wochenende auch Einheit Plauen zu spüren bekommen. Der NHV ist bei dieser Auswärtsbegegnung nach den bisherigen Leistungen jedenfalls nicht der Außenseiter.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 16.September 2019

Samstag, 7. September 2019

SV 04 Plauen-Oberlosa - NHV 23:24 (12:14)

Wuchtig und wild entschlossen: Delitzsch fällt Topfavorit Plauen

Welch ein Krimi, welch eine Überraschung: Handball- Oberligist NHV Concordia Delitzsch hat am Sonnabend Meisterschaftsfavorit SV Plauen-Oberlosa 24:23 (14:12) bezwungen. Und zwar in Plauen, wo die Hausherren zwei Jahre lang ungeschlagen geblieben waren. Zum Matchwinner des jungen Gästeteams avancierte Routinier Steve Baumgärtel, der nicht nur zum besten Schützen avancierte, sondern auch das entscheidende Tor markierte.
„Am Ende wurde unsere Leidenschaft belohnt und wir haben zu Recht gewonnen“, sagte der Held des Abends und richtete den Blick sogleich nach vorn: „Wichtig ist, dass wir jetzt nicht abheben, sondern hochkonzentriert in unser erstes Heimspiel gehen, um die beiden Auswärtssiege zu veredeln.“ So spricht ein abgezockter 35-Jähriger selbst im Moment des Triumphs, doch auch den mit allen Heilquellen gewaschenen „Baumi“ dürften diese hochdramatischen 60 Minuten in Plauen emotional erhoben haben.
„Hochklassig und temporeich“ etwa nannte Maik Kroke, eine Hälfte des NHV-Trainergespanns die Partie. Und sein Kollege Jan Jungandreas konnte „der Mannschaft nur ein wahnsinniges Kompliment machen“, erkannte aber im gleichen Atemzug: „Am Ende haben wir auch ein bisschen Glück.“ Anfangs jedoch war es das bloße Können der Delitzscher, das den Hausherren spürbar imponierte. Die Concorden traten selbstbewusst auf, trugen ihre Angriffe ebenso schnell wie diszipliniert vor – und führten nach sieben Minuten 4:1. Oberlosa hatte mit der wie schon im Auftaktspiel sehr beweglich agierenden NHV-Abwehr und einem sehr gut aufgelegten Marian Voigt im Tor seine liebe Mühe. Auch wenn die Randplauener nach einer Auszeit in der 20. Minute beim Stand von 11:7 für Delitzsch besser ins Spiel kamen, es blieb bei einem Vorsprung bis zur Halbzeit. Hochverdient ging es mit einem 14:12 für die Gäste zum Pausentee.
„Wir fanden in der ersten Halbzeit sehr konzentriert ins Spiel und haben hinten wie vorne unseren Matchplan durchgezogen, dazu hatten wir Hilfe aus dem Tor von Marian, der über das gesamte Spiel sehr gut gehalten hat“, sagte Baumgärtel. Da Plauen mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein konnte, stellte sich die Frage, was lässt sich Trainer Hazl für den zweiten Durchgang einfallen?
Die Antwort war sofort zu sehen. Die Abwehr der Spitzenstädter agierte jetzt wesentlich offensiver und brachte damit den Delitzscher Angriff ins Schwimmen. Erst in der 41. Minute erzielte Concordia einen Treffer, da stand es bereits 16:15 für den Favoriten. Kippte jetzt das Spiel? Nein, da hatte die Mannschaft vom Lober etwas dagegen, wenngleich Jungandreas anschließend analysierte: „In der zweiten Halbzeit haben wir im Angriff eine Viertelstunde lang Probleme, aber selbst beim Rückstand von zwei Toren bleiben wir cool und Marian hält wichtige Bälle.“
Die Intensität der Partie nahm weiter zu, die Zweikämpfe wurden härter und jeder Ball war hart umkämpft. Spätestens als Voigt in der 46. Minute einen Siebenmeter parierte, war die Concordia wieder da. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, auch eine umstrittene rote Karte für Abwehrchef Martin Müller (50.) brachte Delitzsch nicht aus dem Konzept. Fünf Minuten später hatte der NHV das Spiel wieder gedreht und seinerseits eine 21:20-Führung herausgespielt. Was jetzt folgte, war ein echter Handballkrimi. Die ganze Halle stand und feuerte ihr jeweiliges Team an. Plauen glich aus, Delitzsch ging wieder in Führung, zwei Minuten vor Schluss war beim Stand von 23:23 noch alles offen. Jetzt nahm Delitzsch eine Auszeit und spielte den folgenden Angriff clever aus. Exakt 13 Sekunden vor Schluss zappelte der Ball nach einem fulminanten Wurf von Steve Baumgärtel im Netz der Gastgeber, der NHV lag 24:23 vorn. Für den letzten Angriff nahmen die Plauener noch eine Auszeit und die Stimmung auf den Rängen war auf dem Siedepunkt. Verzweifelt versuchte Oberlosa, den Ball im Delitzscher Kasten unterzubringen, aber der letzte Wurf von Weikert ging über das Gebälk.
Wen man auch fragte, alle hoben nach dem Schlusspfiff die mannschaftliche Geschlossenheit der Gäste hervor. „Der Zusammenhalt im Team hat mich begeistert“, befand Delitzschs Vizepräsident Sören Raab. Und zum Geheimnis des Überraschungserfolgs ergänzte Maik Kroke: „Wir haben an uns geglaubt, waren hoch motiviert und konnten immer wieder auch Akzente im Angriff setzen.“ Doch der Coach mahnte an, bodenständig zu bleiben und schlummerndes Potenzial auszuschöpfen. „Gerade in der Einbindung unserer Außenspieler sehe ich noch Luft nach oben.“
Vielleicht klappt das ja schon am kommenden Sonnabend besser, wenn der NHV gegen Aschersleben sein erstes Heimspiel bestreitet. Dann sind die Delitzscher favorisiert, wartet Aschersleben doch noch auf den ersten Sieg der Saison, was Kroke nicht davon abhält, den Gegner als „unbequem“ zu bezeichnen.
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 9.September 2019

Samstag, 31. August 2019

HG 85 Köthen - NHV 27:30 (11:16)

NHV feiert Premierensieg in Köthen

Vor dem ersten Saisonspiel in der Handball- Oberliga beim anhaltischen Traditionsverein HG 85 Köthen stellten sich auf Delitzscher Seite einige Fragen: Wie ist die Integration der Neuzugänge gelungen? Kann die Mannschaft das Spielsystem des neuen Trainergespanns Maik Kroke und Jan Jungandreas umsetzen? Was sind die Testspielergebnisse wert?
Eine große Anhängerschar aus Delitzsch wollte diese Fragen vor Ort beantwortet sehen und sie wurde nicht enttäuscht. Denn der NHV Concordia fand rundum überzeugende Antworten, gewann nach überragender erster Halbzeit mit 30:27 (16:11) und feierte damit den ersten Sieg in Köthen überhaupt. Besser hätte es zum Auftakt nicht laufen können.
Hohes Tempo und ausgeprägte Spiellust prägten vom Anpfiff weg das Geschehen auf dem Parkett. Nach knapp zwei Minuten ging Köthen in Führung, Concordia glich mit dem ersten Tor von Niklas Zierau aus. Jetzt nahm die Partie richtig Fahrt auf. Der NHV agierte aus einer beweglichen 5:1-Deckung heraus, die die Gastgeber zunehmend vor Probleme stellen sollte. Bis zur neunten Minute (4:5) war die Begegnung noch relativ ausgeglichen, danach wurde die Fehlerquote im Angriff der HG 85 immer höher.
Delitzsch konnte jetzt auf schnelle Konter setzen und diese konsequent zu Torerfolgen nutzen. Besonders Benedikt Schmidt auf Rechtsaußen und der stark auftrumpfende Niklas Prautzsch sorgten dafür, dass der NHV Tor um Tor davonzog. Lediglich Christian Kanzler im Gehäuse von Köthen verhinderte eine noch höhere Führung der Gäste. In der 21. Minute lagen die Concorden mit acht Toren (6:14) in Front, die Fans aus der Loberstadt konnten es kaum glauben. Auch wenn es den Grün- Weißen bis zur Halbzeitpause gelang, den Rückstand auf fünf Tore zu verkürzen, schmälerte das nicht die Leistung der jungen Delitzscher Mannschaft.
Vor dem Seitenwechsel fragten sich viele Zuschauer, wie die Teams bei den tropischen Temperaturen in der Halle und angesichts des hohen Tempos die zweite Halbzeit verkraften werden. Um es vorwegzunehmen: Beide Mannschaften zeigten hier keine Schwächen. Mit Wiederbeginn wurde schnell klar, dass sich Köthen noch nicht geschlagen gibt. Die Hausherren minimierten ihre Fehler im Angriff und profitierten auch von einer Umstellung in der Delitzscher Abwehr. Diese offenbarte vor allem auf der linken Angriffsseite der HG 85 immer wieder Lücken, so dass der Vorsprung der Gäste schmolz. Nach 51 Minuten war es dann passiert: Die Anhalter glichen zum 25:25 aus. Jetzt erwachten auch die Zuschauer auf Köthener Seite und das Spiel nahm an Dramatik zu.
Auf dem Feld und auf den Rängen wurde es zunehmend hitziger und es galt, in dieser Atmosphäre einen kühlen Kopf zu behalten. Während der Gastgeber zunehmend mit den Schiedsrichtern haderte, kämpfte Concordia um den ersten Sieg in der Fricke-Halle. In den letzten zehn Minuten kamen die nervenstarken Jungs vom Lober noch zu fünf Torerfolgen, während Köthen nur noch zweimal einnetzen konnte. Nach dem Abpfiff kannte der Jubel auf Delitzscher Seite keine Grenzen mehr. Die Mannschaft war total erschöpft, aber glücklich und die zahlreichen Fans der Blau-Weißen feierten noch lange den in dieser Form nicht erwarteten Auswärtssieg.
Ein hochzufriedener Trainer Maik Kroke zeigte sich vor allem von der ersten Halbzeit sehr angetan. „Die war nahezu perfekt und unser Matchplan ist voll aufgegangen. Wir standen extrem gut in der Abwehr, mit viel Laufbereitschaft und Konzentration. Dadurch konnten wir auch in den Konterbereich gehen und leichte Tore werfen. Im Angriff haben wir geduldig gespielt und meist die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte der Trainer. „In der zweiten Halbzeit war uns bewusst, dass Köthen alles nach vorne werfen wird. Wir waren dann phasenweise nicht mehr so konzentriert. Ein paar falsche Entscheidungen im Angriff, und schon wurde es hektisch. Trotzdem ist die Mannschaft ruhig geblieben und hat noch mal alles rausgeholt mit letzter Kraft. Unser Sieg war deshalb verdient.
Besonders Niklas hat mich heute überzeugt und eine Topleistung geboten.“ Prautzsch, der sieben Tore erzielt hatte, wurde denn auch zum Man of the Match gekürt und meinte: „Wir haben es von Anfang an geschafft, Köthen vor schwierige Aufgaben zu stellen und konnten unsere Chancen gut nutzen. Wir sind super gestartet, haben am Ende auch bei Gleichstand kühlen Kopf bewahrt und die wichtigen zwei Punkte zu Beginn der Saison mitgenommen. Darüber sind wir sehr froh und das lässt uns positiv auf die nächsten Aufgaben blicken.“
Bereits jetzt ist die Vorfreude auf das Spiel in Plauen groß, Concordia tritt am Samstag beim Ligafavoriten Oberlosa an.
Hartmut Sommerfeldt, Leipziger Volkszeitung vom 2.September 2019

Donnerstag, 22. August 2019

NHV Concordia improvisiert und schlägt sich achtbar gegen Elbflorenz

Es war der Abend der Improvisation. Vor Beginn der Partie stellte Team-Manager Marko Bergelt in der Delitzscher Mehrzweckhalle eigenhändig die Auswechselbänke für die beiden Mannschaften auf. Danach schleppte er Stühle für die Zuschauer, die sich das erste und einzige Vorbereitungsspiel des heimischen Handball-Oberligisten NHV Concordia gegen den Drittligisten Elbflorenz Dresden II anschauen wollten. In der Punktrunde erledigen viele fleißige Helfer im Hintergrund diese Aufgaben. Auch das Delitzscher Trainer-Team Jan Jungandreas und Maik Kroke musste bei der Aufstellung unkonventionell handeln: Frank Grohmann, Tobias Karl, Martin Müller, Niklas Prautzsch, Jonas Meiner und Oliver Wendlandt konnten nicht mitmachen, Jan Derk Janßen befindet sich nach seinem Kreuzbandriss weiter im Aufbautraining und Neuzugang Jerome Molzberger steht erst ab September zur Verfügung. Umso erstaunlicher, dass die zehnköpfige Concorden-Rumpftruppe gut mithielt und dem vormaligen Oberliga-Meister nur mit 24:26 (11:12) unterlag.
„Die Begegnung hat Spaß gemacht“, zeigte sich Coach Kroke denn auch zufrieden. Weniger Vergnügen hatte er jedoch an der Anfangsphase. „Da waren wir zu nervös“, bemängelte er. So verliefen die ersten 20 Minuten relativ einseitig. Der Ex-Delitzscher Oskar Emanuel, der auch im Kader des in der zweiten Bundesliga spielenden ersten Dresdner Teams steht, scheiterte mit seinem ersten Wurf zwar am Pfosten, erzielte kurz danach aber die 1:0-Führung für die Gäste.
Der NHV hatte in dieser Phase Probleme im Zusammenspiel und vergab auch beste Torgelegenheiten. Die Abwehr zeigte sich ebenfalls ungeordnet – bis Jungandreas eingriff. Er rief Neuzugang Niklas Zierau zu sich, gab Hinweise. Fortan packte der frühere Magdeburger noch energischer zu. „Jawohl“, rief Jungandreas lobend, nachdem Zierau eine Offensivaktion von Elbflorenz unterbunden hatte, wodurch er der gesamten Defensive Stabilität verlieh. Und auch der Angriff kam endlich auf Touren. Den 5:11- Rückstand verkürzten die Gastgeber bis zum Seitenwechsel auf 11:12. Kreisläufer Moritz Brodowski netzte dreimal ein, wurde von seinen Mitspielern auch gekonnt angespielt. Jetzt gelang, was zuvor nicht geklappt hatte.
Der zweite Durchgang schien sich zu einer Parallele der ersten Halbzeit zu entwickeln. Die Gäste zogen auf 15:11 davon. Doch dann kam Maximilian Amtsberg auf Touren. Der Torschützenkönig der Thüringen-Liga der vergangenen Saison (244 Treffer) bewies seine Vollstreckerqualitäten. Alle seine fünf Tore warf er nach dem Pausentee – kein Wunder, zuvor wurde er nur in der Abwehr eingesetzt, um dort Erfahrung zu sammeln. So kam der NHV nicht nur wieder heran, sondern ging beim 19:18 sogar in Führung. Das blieb allerdings ein einmaliges Ereignis, am Ende setzte sich Elbflorenz knapp durch. Pech hatte Delitzsch, weil das Ausgleichstor von Brodowski zum 25:25 aberkannt wurde, da zuvor die Auszeitkarte auf den Tisch des Kampfgerichts gelegt worden war.
„Wir sind in der zweiten Halbzeit immer besser geworden“, kommentierte Kroke. Er habe eine starke kämpferische Leistung gesehen. „Wir haben es gut gemacht.“ Gegen einen Gast, der am vergangenen Wochenende den Delitzscher Liga-Kontrahenten Freiberg mit 23:10 überrollt hatte. Das stimme durchaus zuversichtlich für den Punktspielauftakt am 31. August bei den heimstarken Köthenern, meinte Kroke. Zumal dann sicherlich auch der eine oder andere Spieler dabei sein wird, der jetzt ausgefallen war. Oben drauf kommt, dass „die alten und jungen Delitzscher Spieler gut zusammengearbeitet haben“, wie Oskar Emanuel festgestellt hat.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 22.August 2019

NHV: Herholc, Voigt; Brodowski (5), Baumgärtel (1), Amtsberg (5), Teresniak, Sowada (4), Schmidt (6), Zierau (1), Günther (2)

Dienstag, 6. August 2019

NHV mit Rad und Tat im Trainingscamp

Es war ein straffes Programm. Sieben Einheiten absolvierten die Oberliga- Handballer des NHV Concordia Delitzsch im Rahmen des Trainingslagers auf dem Rabenberg am vergangenen Wochenende. Oben drauf gab es noch eine Freundschaftspartie gegen den Liga-Konkurrenten EHV Aue II, die mit 30:31 verloren wurde. Das Trainergespann Jan Jungandreas und Maik Kroke zeigte sich mit dem Verlauf dennoch zufrieden. „Die Stimmung im Team ist gut“, freute sich Jungandreas, der ein „anderes, besseres Klima“ als vor einem Jahr bemerkt hatte. „Die Spieler reden viel miteinander, auch die Neuen bringen sich hervorragend ein.“ Kurzum: „Es macht Spaß.“
Das Trainer-Duo, das Wladimir Maltsev nach drei Jahren als Coach abgelöst hat, ist dabei, das Spiel ein wenig umzustellen. Die Abwehr soll etwas offensiver agieren, was im Umkehrschluss ein Mehr an Beinarbeit bedeutet. Die Offensive setzt auf schnelle Konter – eine Taktik, für die vor allem Neuverpflichtung Benedikt Schmidt vom HC Burgenland auf Rechtsaußen prädestiniert ist. „In der Offensive hat das gegen Aue schon gut geklappt“, bilanzierte Jungandreas. Für die Defensive galt das noch nicht ganz so. Im Rahmen des Trainingslagers, das auch einen Grillabend und ein Bergrennen mit dem Fahrrad umfasste, wurde der Mannschaftsrat mit Felix Herholc, Daniel Sowada, Martin Müller und Frank Grohmann neu gewählt. Die Übungsleiter bestimmten daraus Torwart Herholc zum Kapitän. „Das hat er schon in der vergangenen Saison hervorragend gemacht, da gab es keinen Grund, etwas zu ändern“, kommentierte Jungandreas.
Weiter geht es für die Nordsachsen heute Abend mit einem Spiel beim Drittligisten SV Anhalt Bernburg. „Da wollen wir Fortschritte des im Training Erarbeiteten sehen“, kündigte Jungandreas an. Für die Gastgeber, die kürzlich beim Delitzscher Rivalen USV Halle mit 36:28 siegten, ist es die Saisonpremiere vor dem eigenen Publikum. Am Sonnabend reisen die Delitzscher zu einem Turnier nach Ludwigsfelde. Gegner sind dort Viertligisten aus dem Ostsee-Raum sowie die A-Jugend der Füchse Berlin. Die Herausforderungen bleiben also anspruchsvoll und das Tempo in der Vorbereitung hoch. Das muss auch so sein, schließlich startet der NHV mit einem Auswärts-Doppelpack in die Saison. Zunächst geht es zum Auftakt am 31. August nach Köthen, eine Woche später folgt die Partie in Plauen-Oberlosa.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 6.August 2019