Dienstag, 11. September 2012

Ein Hauch von Bundesliga

Die Handballer des NHV Concordia Delitzsch haben am Freitagabend ihre beiden Aushängeschilder präsentiert. Im Oberen Bahnhof stellten sich das Damen- und Herrenteam eine Woche vor dem Saisonstart Fans und Förderern vor, sprachen über Ziele, Herausforderungen und die Kunst der Improvisation.
Ein lauer Hauch Bundesliga wehte durch das altehrwürdige Gemäuer, als Mannschaftsleiter Sören Raab den Männern ihre neuen Trikots aushändigte. Einzeln traten Marcel Ulrich, Matthias Strehle und Co. vor und posierten mit dem frisch bedruckten leuchtend-blauen Stück Stoff zusammen mit ihrem Gönner. Denn jeder NHV-Akteur hat seinen persönlichen Ärmel-Sponsor. Das dürfte in der Sachsenliga seines Gleichen suchen, zeugt von großen Plänen, die Trainer Michael Schneider allerdings gleich wieder auf ein bodenständiges Maß zurechtstutzte. "Wir wollen mindestens einen Platz gutmachen." Das hieße also Rang vier. Doch selbst der sei nur zu erreichen, wenn "alle Spieler gesund bleiben. Verletzt sich jemand, müssen wir improvisieren". Kapitän Matthias Juknat ergänzte: "Wir haben in der vergangenen Saison am Rande unserer Möglichkeiten gespielt. Die Vorbereitung auf die neue Serie lief super. Wir werden weiter Gas geben." Mit dabei helfen soll der einzige Neuzugang Marcus Leuendorf, der von LVB Leipzig kam, offenbar aber schon voll in Delitzsch angekommen ist. "Ich freue mich, die Ziele mit der Mannschaft angehen zu können."
Recht hohe Ziele haben sich auch die NHV-Damen gesteckt. Nach dem sie 2011/12 als Aufsteiger Platz sechs in der Verbandsliga erreichten, soll es nun noch weiter nach vorn gehen. "Letztes Jahr waren nie alle da, deswegen sollte es jetzt noch besser laufen. Platz vier ist drin", sagte Janine Katschke. Wie sich die Pläne doch gleichen. Mit ihrem Übermut steckte die Kapitänin offenbar auch Trainerin Yvonne Flach an, die sofort einstimmte: "Oben mitspielen, macht einfach mehr Spaß." Ob es funktioniert, darüber gibt das kommende Wochenende erste Aufschlüsse, wenn die NHV-Aushängeschilder auswärts in die Saison starten. Die Männer müssen am Sonntag in Görlitz ran, die Damen tags zuvor in Chemnitz. Der erste Heimspieltag steht am 22./23. September an. Übrigens mit terminlichen und örtlichen Veränderungen. Die Herren spielen künftig wieder am Sonnabend, dreimal geht's sogar von der kuschligen Artur-Becker-Halle ins große KSZ. "Es hat sich gezeigt, dass der Sonntag für die Zuschauer nicht optimal ist. Jetzt hoffen wir auf Besserung", sagte NHV-Vize Steffen Menzel.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 10.September 2012

Donnerstag, 6. September 2012

"Oben mitspielen"

Handball-Sachsenligist SG DHfK/NHV Delitzsch wird in der kommenden Saison bei einigen Spielen mit Akteuren des SC DHfK Leipzig (2. Bundesliga) verstärkt, das bestätigte SG- Mannschaftsleiter Sören Raab gestern gegenüber der Kreiszeitung. Insbesondere junge Talente sollen demnach ab und an in Delitzsch Spielpraxis sammeln.
"Es gibt genug Leute, die im Raum stehen und uns punktuell zur Verfügung stehen sollen", sagt Raab. Problem: "Wir wissen nicht hundertprozentig, wer uns bei welchem Spiel unterstützt." Insgeheim hatten die Verantwortlichen gehofft, feste Spielerzusagen zu bekommen, damit die Jungs aus der zweiten Liga auch manchmal mit der Sachsenliga-Mannschaft trainieren. Doch daraus scheint vorerst nichts zu werden.
SG-Trainer Michael Schneider will sich nun mit seinem DHfK-Kollegen Uwe Jungandreas zusammensetzen und über das Vorgehen beraten. "Wir wissen, dass die zweite Liga vorgeht, aber grundsätzlich ist jeder DHfK- Spieler bei uns willkommen. Jetzt müssen wir sehen, was Sinn macht." Fakt ist: Die Entscheidung ob und wann jemand das Trikot der SG überstreift, liegt bei Jungandreas. Kommt das "Ja" aus Leipzig, darf man sich in Delitzsch möglicherweise auf einige interessante junge Herren gefasst machen. Zum Beispiel: Junioren-Weltmeister-Torwart Oliver Krechel, U18-Europameister Max Emanuel (der zusammen mit Lucas Krzikalla womöglich auch hin und wieder für das Jugend-Bundesliga- Team der Handball-Akademie Leipzig-Delitzsch aufläuft) oder Ex- Concorde Martin Müller. Doch all diese Personalien hängen von der Spielersituation des SC DHfK ab. Ereilt die Leipziger die Verletzungsseuche, muss die SG mit ihrem überschaubaren Kader auskommen.
"Wir haben auch ohne Unterstützung eine mehr als solide Truppe, wollen oben mitspielen", sagt Raab und ergänzt sofort: "Dann darf aber keiner ausfallen." Denn bei nur elf Feldspielern wird die Luft schnell dünn. Bleiben alle Mann gesund, scheint das Ziel aber realistisch. Nach der starken vergangenen Saison (Platz fünf) und einer bisher ordentlichen Vorbereitung besteht durchaus Grund zu verhaltenem Optimismus. Gerade erst gewann die Mannschaft ein Turnier in Döbeln, bezwang dabei die Ligakonkurrenten Neudorf/Döbeln und LVB Leipzig II. "Das war ganz okay, um sich weiter einzuspielen und Praxis zu sammeln. Aber ich werde den Erfolg ganz sicher nicht überbewerten", meinte Coach Schneider anschließend. Noch bleiben fast zwei Wochen, damit sich Automatismen weiter besser einschleifen, Absprachen besser funktionieren. "Wir müssen noch einige kleinere Dinge abstellen, aber nichts, was mich beunruhigt", so Schneider. Am Sonntag steht der letzte Test in Landsberg an, ehe am 16. September die Sachsenliga mit einem Auswärtsspiel bei Koweg Görlitz beginnt. Ob dann schon Verstärkung von der DHfK im Anflug ist, entscheidet sich kurzfristig. Ein Zustand, an den sich die SG in dieser Saison möglichst schnell gewöhnen sollte. Dann könnte möglicherweise sogar das "langfristige Ziel" Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga (Raab) plötzlich ganz nah sein. Man wird ja wohl noch tagträumen dürfen.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 5.September 2012

Mittwoch, 29. August 2012

In eigener Sache...

Die neue Stats-Corner für die Sachsenliga ist online.

Aus Zeitgründen wird es für die 2.Bundesliga diese Saison keine Stats-Corner geben. Der Link für die letzte Saison bleibt auf der Fanpage erhalten.

Sonntag, 12. August 2012

Sieg, Niederlage und zwei Laborratten

Obwohl personell am Hungertuch nagend hat Handball-Sachsenligist SG DHfK/NHV Delitzsch unter der Woche zwei weitere Testspiele bestritten und dabei eine ordentliche Figur abgegeben. Am Donnerstagabend setzte es eine haarscharfe 30:31- Niederlage bei Oberligist SV Hermsdorf, tags zuvor sprang gegen Lok Leipzig-Mitte (Verbandsliga) ein recht deutlicher 37:33-Erfolg heraus. SG-Trainer Michael Schneider wollte die beiden Partien nicht allzu hoch hängen, verzichtete auf Galgenstricke. Einerseits weil er seine Mannschaft jeweils direkt zuvor zu knackigen Trainingseinheiten gebeten hatte, andererseits weil er gerade einmal sieben Feldspieler aufs Formular schreiben konnte, folglich recht einsam an der Seitenlinie umher stiefelte. "Momentan fehlen uns die Alternativen, auch deswegen schaue ich nicht so auf die Ergebnisse", sagte Schneider über den Doppel-Test. Dabei darf die knappe Schlappe in Hermsdorf durchaus als Achtungserfolg durchgehen.
Den Coach beschäftigen freilich Baustellen, abseits der nackten Zahlen. Da mit Marcel Ulrich nur ein gelernter Kreisläufer im Kader steht, müssen zwangsläufig kreative Lösungen und ein guter Arzt her. "Ich hoffe, das ,Ulle' gesund bleibt, aber wir brauchen auch Alternativen und nutzen die Vorbereitung, um am Kreis zu experimentieren", erzählt Schneider. Die Laborratten heißen in diesem Fall Matthias Juknat und Frank Bönke, die sich auf der ungewohnten Position gerade erste Sporen verdienen. Indes bleibt dem Trainer auch noch sein Neuzugangs- Wunschzettel: "Vielleicht kommt ja noch einer." Ende August wissen wir mehr.
Bis dahin lässt es die SG auch in Sachen Vorbereitungspartien etwas ruhiger angehen, stattdessen soll den Problemzonen durch gezieltes Training der Garaus gemacht werden. Am ersten Septemberwochenende nimmt die Mannschaft beim Turnier in Döbeln wieder volle Fahrt auf. "Dann werden wir sehen, wo wir stehen. Oder auch nicht", sagt Schneider. Geduld ist eine Zier.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 11.August 2012

Freitag, 10. August 2012

Antwort auf Personalfragen Ende August

Ordentlicher Auftakt: Handball- Sachsenligist SG DHfK/NHV Concordia Delitzsch hat sein erstes Testspiel nach fast viermonatiger Pause mit 35:25 gegen Sachsen-Anhalt-Ligist SG Spergau gewonnen. Die Concorden dominierten die auf 3x20 Minuten angesetzte Partie klar.
"Ich bin zufrieden. Für den ersten Auftritt nach so langer Zeit war das mehr als in Ordnung. Auch wenn natürlich noch nicht alles so lief, wie ich mir das vorstelle", sagte DHfK/NHV-Trainer Michael Schneider. Allerdings absolvierten die Spergauer zuvor ein Trainingslager, dementsprechend fehlte ihnen etwas die Spritzigkeit. Auf der anderen Seite hatten die Delitzscher nur acht Feldspieler dabei, fehlten Christian Bräuer, Nico Ludwig und Jens Groeschel. Schneider begriff das aber als Chance für den Rest der Truppe: "So konnten fast alle viel spielen. Das hat mich für die Jungs gefreut." Zum Einspielen des kompletten Teams sei es aber nicht perfekt gewesen. Einen starken Eindruck hinterließ Neuzugang Marcus Leuendorf, der laut Trainer bereits eine echte Stütze in Abwehr und Angriff ist. "Jetzt feilen wir noch an einigen Nuancen und weiter an der Ausdauer", so Schneider. Dazu stehen in den kommenden Tagen zwei weitere Vorbereitungsspiele gegen Lok Leipzig-Mitte (Verbandsliga) und den SV Hermsdorf (Mitteldeutsche Oberliga) an. Letzteres dürfte ein echter Härtetest werden.
Wenig Erhellendes gibt es in Sachen Personal. "Erst Ende August entscheidet sich, ob wir noch den ein oder anderen Spieler vom SC DHfK Leipzig kriegen", sagte SG-Mannschaftsleiter Sören Raab gestern gegenüber der Kreiszeitung. Das hänge auch davon ab, ob beim Zweitligisten alle gesund bleiben. Das letzte Wort habe schließlich Trainer Uwe Jungsandreas "Wir stehen fortlaufend in Kontakt mit den DHfK-Verantwortlichen", so Raab. Noch bleibt der SG etwas Zeit. Die Mannschaft startet am 16. September mit der Partie bei Koweg Görlitz in die Saison.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 8.August 2012