Sonntag, 2. Oktober 2011

SG DHfK/NHV - HSV Pulsnitz 28:23 (15:13)

Delitzsch gewinnt ein hässliches Spiel hochverdient

Handball kann so schön sein, Handball kann aber auch furchtbar hässlich sein. Der souveräne 28:23 (15:13)- Sonntagssieg der SG DHfK NHV Delitzsch gegen den HSV Pulsnitz fällt in letztere Kategorie, was hauptsächlich am schmutzig-brutalen Spiel der Gäste lag.

Nun hatte von vornherein niemand erwartet, dass die Pulsnitzer Pfefferkuchen und andere Gastgeschenke in der Halle verteilen würden. Dass ihnen außer Pfefferspray aber nahezu jedes Mittel recht war, die Delitzscher Angriffe aufzuhalten, kam dann doch etwas überraschend. Offenbar auch für die Schiedsrichter, die den HSV im ersten Abschnitt munter drauflos schlagen ließen, nicht eine Zweiminuten-Strafe verteilten. "Wir haben uns von der überharten Spielweise in der ersten Halbzeit beeindrucken lassen. Die Angriffe nicht beendet, uns in Einzelaktionen verzettelt", sagte SG-Trainer Michael Schneider nach dem Gefecht. Tatsächlich hatte Pulsnitz spielerisch kaum etwas entgegenzusetzen. Während der NHV von Anfang an aufs Tempo drückte, wirkten die Gästeangriffe seltsam langsam, fast schon zeitlupenhaft. Doch diese Taktik funktionierte in den Anfangsminuten ganz manierlich, schläferte die Defensive der Hausherren erfolgreich ein. Schneider tobte am Spielfeldrand. Erst die Einwechslung von Kapitän Matthias Juknat, der unerwarteterweise von der Bank kam, sorgte für einen kurzen Hallo- wach-Effekt. Nach 18 Minuten stand es 12:8, schien Pulsnitz schon zu verzweifeln. Da brach erneut Lethargie über die SG-Defensive herein, die die Mannschaft mit in die Kabine nahm.

Dort dürfte Schneider Wände, Boden und Trommelfell der Seinen erschüttert haben. Diverse Stammspieler verdammte er im zweiten Durchgang nahezu komplett zum Zuschauen. "Bei einigen hat mich die Einstellung gestört, körperlich und geistig", begründete Schneider. Und er lag mit seiner Entscheidung goldrichtig. Nach Wiederanpfiff gelang Pulsnitz eine geschlagene Viertelstunde lang kein Tor. Abwehr und Schlussmann Stephan Sarközi (ebenfalls eingewechselt) hielten plötzlich dicht. Offensiv blieb Delitzsch trotzdem einiges schuldig. "Im Abschluss hat es in der zweiten Halbzeit geklemmt", bekannte Schneider. Für Lichtblicke sorgte Rechtsaußen Robert Fuhrmann, sonst arg im Schatten von Jan Jungandreas, bekam Fuhrmann viele Minuten, bewies mit vier Treffern Torgefahr. Auf der anderen Seite wirbelte Jacob Schlichter in Halbzeit zwei nur kurz. Trotzdem mussten seinem Gegenspieler Ronny Schöne nach der Partie die Beine entknotet werden. Mit fairen Mitteln wusste sich Schöne nie zu helfen und flog völlig zu recht kurz vor Schluss vom Feld.

Am Ende blieb eine weitere Schneider-Erkenntnis: "Schlecht gespielt, trotzdem mit fünf Toren gewonnen". Mannschaftsleiter Sören Raab ergänzte: "Da kommen noch ganz andere Schlachten auf uns zu." Die haben dann hoffentlich wieder mehr mit schönem Handball zu tun.

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 4.Oktober 2011

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Sonntag, 25. September 2011

EHV Aue II - SG DHfK/NHV 28:41 (12:22)

Delitzsch rasiert die EHV-Reserve


Die Sachsenliga-Handballer der SG DHfK NHV Delitzsch haben es am Sonntagabend im gegnerischen Karton ordentlich rappeln lassen. Sie rasierten die Reserve des EHV Aue auswärts mit 41:28 (22:12) aalglatt und schoben sich auf Rang vier der Tabelle.

SG-Trainer Michael Schneider wollte den Erfolg allerdings nicht überbewerten. "Ich denke Aue geht es so ähnlich, wie Delitzsch im vergangenen Jahr. Sie müssen zum Großteil mit A-Junioren auskommen, sind körperlich und im Zusammenspiel deutlich unterlegen." Lediglich in den Anfangsminuten gelang es dem EHV II mitzuhalten, dann zog Delitzsch auf und davon. Angeführt von Toptorschütze Jan Jungandreas waren schon zur Pause alle Messen gesungen, nicht nur die des Papstes. So ergab es sich, dass Schneider in der Folge munter durchwechselte, auch den jungen Bankdrückern viele Minuten gewährte. "Sie müssen weiter Erfahrung sammeln und in unser Spiel eingeflochten werden. Heute bot sich die optimale Möglichkeit dazu." Und so trug sich ein jeder artig in die Torschützenliste ein, ließ die SG auch im zweiten Abschnitt nicht locker. Offensiv zumindest. "Wir haben vielleicht drei oder vier Gegentore zu viel bekommen", sagte Schneider. Der Trainer kann seine Schützlinge schließlich nicht völlig kritiklos in die Woche schicken. Mit dem Saisonstart hingegen sei er ziemlich zufrieden - erst recht wenn am kommenden Sonntag ein Heimsieg gegen Pulsnitz folgt.

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 27.September 2011

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Sonntag, 18. September 2011

SG DHfK/NHV - HSV Dresden 28:25 (15:14)

Das Ende der Leidenszeit


Mehr als ein Jahr mussten die Delitzscher Zuschauer auf diesen Moment warten, litten mit als auf die Insolvenz der "alten" Concordia die Niederlagenserie der "neuen" folgte. Gestern Abend war das alles für einen Augenblick vergessen: Die Sachsenliga-Handballer schlugen den HSV Dresden in einer dramatischen Partie hochverdient mit 28:25 (15:14) und fuhren den ersten Sieg des Männerteams in der noch jungen Clubhistorie ein.


Der letzte Wurf des Spiels landete da, wo er hingehört: in den Händen von SG-Torwart Max Neuhäuser, der eine brandstarke Leistung auf das Parkett der ohnehin glühend heißen Becker-Halle legte. Auch die Zuschauer hatten in den vorhergehenden 60 Minuten Feuer gefangen. Nur die Schiedsrichter waren mit dem hitzigen Gefecht überfordert, was Delitzschs Trainer Michael Schneider nach dem Abpfiff (die beste Entscheidung der Unparteiischen am ganzen Abend) freilich wenig juckte. "Wir haben heute aus einer überragenden Abwehr heraus, viele leichte Tore erzielt, vorn sehr diszipliniert gespielt und auf unsere Chancen gewartet."


Dieser Zusammenfassung braucht man wenig hinzuzufügen, außer vielleicht die überragende Leistung von Jan Jungandreas, der von der ersten bis zur letzten Sekunde in Flammen stand. Als kaum zwei Minuten vorbei waren, lupfte er einen Siebenmeter rotzfrech über den gegnerischen Schlussmann. Mit der Halbzeitsirene brachte er seiner Mannschaft per Brachialwurf fast von der Mittellinie die Pausenführung. Und auch das 28. und letzte Delitzscher Tor gehörte, logisch, Jan Jungandreas. "Wir haben offensiv nun einmal nur drei, vier Leistungsträger, die kann ich ja schlecht auswechseln", sagte Schneider und meinte neben Toptorschütze Jungandreas Jacob Schlichter und Matthias Juknat. Letzterer zog aus dem Rückraum grandios die Fäden. Die offensive Abwehr der Gäste fand nie ein Gegenmittel. Doch obwohl die Concorden fast durchgängig führten, blieben die Dresdner ihnen hartnäckig auf den Fersen, was hauptsächlich an ihrer körperlichen Überlegenheit lag. Aber die SG-Mannen bissen, gaben keinen Quadratzentimeter Hallenboden kampflos her und verdienten sich so den Erfolg, der übrigens gleichbedeutend mit Rang sechs in der Tabelle ist.


Leipziger Volkszeitung vom 19.September 2011


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Montag, 12. September 2011

Koweg Görlitz - DHfK/NHV 27:24 (11:11)

NHV nur eine Halbzeit auf der Höhe


Saisonstart missglückt: Die Herren der SG DHfK/NHV Delitzsch haben am Sontagabend mit 24:27 (11:11) beim SV Koweg Görlitz verloren. "Das war sehr ärgerlich", sagte Trainer Michael Schneider. "Wir haben gesehen, dass mehr möglich ist."

Für den Ärger des Handball-Lehrers sorgten zwei Dinge: Zum einen schenkte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit einen Vier-Tore-Vorsprung her, zum anderen fand die SG nach der Pause den Rhythmus nicht mehr, so dass die Partie zeitig entschieden war. "Wir haben Anfang der zweiten Halbzeit zehn, zwölf Minuten undiszipliniert gespielt. Das hat Görlitz knallhart bestraft", so Schneider. Die Hausherren zogen auf sechs Tore davon. Es folgte lediglich etwas Delitzscher Ergebniskosmetik, ohne noch einmal ernsthaft in die Nähe eines Sieges zu kommen.

Die Schwächephase erklärt sich der Coach mit der aufwendigen Spielweise des Teams und den fehlenden Alternativen im Rückraum. Da Kapitän Matthias Juknat in Görlitz ausfiel, lag die Hauptlast auf den Schultern von Jacob Schlichter. Dem gelangen zwar elf Treffer, "doch als unser Spiel nicht lief, hatten wir keine Möglichkeit zu reagieren", sagte Schneider. Positives hatte er übrigens auch beobachtet - zumindest in Halbzeit eins. "Aggressive Deckung, gute Torhüter. Auch das fehlte uns nach der Pause."

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 13.September 2011

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Sonntag, 24. Juli 2011

Mit attraktivem Handball zum Klassenerhalt

Kurze Pause für die Spieler der SC DHfK Leipzig II/NHV Delitzsch


Am heutigen Sonnabend greifen die Handballer der SG NHV Delitzsch/DHfK Leipzig II zum vorerst letzten Mal zum Spielgerät, um sich auf kommende Herausforderungen vorzubereiten. Doch die vom Trainer Michael Schneider per Rezept verordnete Pause fällt kurz aus.


Klar, ganz oben auf der Agenda 2011/12 steht der Klassenerhalt. Aber das heißt ja nicht, dass man dem schönen Spiel entsagt. "Wir wollen mit attraktivem Handball viele Zuschauer in die Halle locken", sagt Schneider. Nun lässt der Saisonstart für die DHfK Concorden aber noch ein ganzes Weilchen auf sich warten (Anfang September). Damit dieses Weilchen nicht zu langweilig gerät, gönnt der Coach den Seinen nur eine kurze Auszeit. Einzig, in der kommenden Woche wird offiziell nicht trainert. Darüber hinaus gehende Sommerurlaube stehen aber auch nicht auf dem Index. "Wir sind schließlich alle keine Profis."


Die Vorbereitung nehmen trotzdem alle sehr ernst. Vom 12. bis 14.August geht's ins idyllische Trainingslager nach Thüringen. Drei Tage ackern, feinschleifen, zusammenfinden. Wobei in Sachen Verschmelzung der Individuen zum Kollektiv nur noch wenig Arbeit zu leisten sein dürfte. Schließlich müssen in den 14-Mann-Kader nur vier Neulinge integriert werden. Neben den drei Nachwuchskräften Robert Fuhrmann, Max Neuhäuser und Eric Thomas vom NHV ist Ivo Doberenz aus Grimma künftig für die SG am Ball.


Dem Rest des Teams, inklusive Trainer, gelang im Vorjahr mit der DHfK-Reserve der Sachsenliga-Aufstieg. Leistungsträger wie Marcel Ulrich, Jakob Schlichter, Matthias Juknat oder Jan Jungandreas sollen auch in der kommenden Saison eine zentrale Rolle spielen. "Wir sind keine Söldnertruppe, wie viele Außenstehende behaupten, sondern eine verschworene Truppe", sagt Schneider.


Die Verschwörung mit Delitzsch indes erfolgt auf Raten. Der Coach ist bei einer Sitzung des NHV-Vorstandes vorstellig geworden, sieht in der Zwischenzeit Sören Raab als Verbindungstau zum Lober. "Momentan hält sich der Kontakt noch in Grenzen, aber er wird sich intensivieren", kündigt Schneider an. Ab August, wenn die ersten Testpartien anstehen, bekommen auch die Delitzscher ihre neue Mannschaft öfter zu Gesicht. Und das Beste: Sämtliche Pflichtspiele werden in der Artur-Becker-Halle ausgetragen.


Spätestens dann können auch die im letzten Jahr arg leidgeprüften Fans auf Tuchfühlung zum neuen Trainer gehen. Der ist zarte 36 Jahre jung und stieg 2011, in seiner ersten Saison als Chefcoach beim SC DHfK II, gleich mal auf. Als "relativ erfolgreich" bezeichnet er diese Zeit. Erst kurz davor hatte er seine aktive Laufbahn beendet, die ihn über seinen Heimatverein Werratal (Thüringen) auch für ein Jahr zur zweiten Mannschaft von Concordia Delitzsch führte. "Ich bin viel rumgetingelt", sagt Schneider.


Inzwischen ist er sesshaft, hat Frau und Kind, Heim und Herd in Leipzig stationiert, wo er als Erzieher im Hort der Montessori-Schule arbeitet. "Früh arbeite ich mit kleinen Kindern, am Abend sind die großen dran." Positiver Stress sei das für ihn. Wenn auch seine erste Saison in der ersten Sachsenliga positiv ausfällt, steht einem längerfristigen Engagement sicher nichts im Wege.


Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 23.Juli 2011