Samstag, 21. November 2009

„Keiner schmeißt einfach hin“

Delitzsch. Nachdem sich das Finanz-Chaos beim Handball-Zweitligisten Concordia Delitzsch unter Missfallen des Vorstandes den Weg an die Öffentlichkeit gesucht hatte, kompensierten die Jungs von Trainer Uwe Jungandreas die internen Reibereien zunächst mit einem sportlich beachtlichen 34:34-Remis gegen Frankfurt-Rhein-Main. Von einer „leichten Entspannung“ ist nun die Rede. Heißt wohl im Klartext: Die Querelen sind noch lange nicht ausgesessen. Nun schickt der unbarmherzige Spielplan die angeschlagenen Nordsachsen an diesem Sonntag auch noch ausgerechnet zum amtierenden Spitzenreiter TV Hüttenberg. Ab 18 Uhr fliegt das Leder in der Wetzlarer Rittal-Arena. Die Handball-Hochburg Delitzsch will sich beweisen – trotz oder gerade wegen der Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Tage.Der Trainer hat derzeit wohl das schwierigste Amt inne. Denn für Uwe Jungandreas ist die problematische Situation zwischen Vorstand und dem Kader des Zweitligisten eine Gradwanderung. Er steht zwischen den Fronten, kann sich in die Lage beider Partien versetzen. „Wir durchleben sehr komplizierte Zeiten. Aber ich weiß auch, dass hier alle intensivst versuchen, das Geschäft am Leben zu halten. Keiner schmeißt einfach hin. Das spricht für den Klub“, sagt Jungandreas. Der Bundesliga-Handball gehöre laut Coach mittlerweile zur Identität der Stad Delitzsch. Diese Stellung habe sich Concordia über viele Jahre hinweg erarbeitet. „Bislang ist es immer weitergegangen“, fügt Kapitän Thomas Oehlrich hinzu. Beide setzten nun darauf, den wirtschaftlichen Defiziten mit sportlichen Erfolgen entgegenzuwirken.Dass ausgerechnet jetzt die Partie gegen den Tabellenführer ansteht, ist dabei gar nicht das größte Problem. „Gegen den Spitzenreiter zu spielen, ist immer schwer“, kommentiert Jungandreas sachlich. Weitaus mehr Kopfzerbrechen bereite ihm momentan die Personalsituation seiner Truppe. Denn die Blau-Weißen wurden in dieser Woche zu allem überflüssigen Übel auch noch von einer Erkältungswelle eingeholt. „Martin Müller wird definitiv ausfallen“, erklärt der Coach. Till Riehn hingegen scheint bis zum Anpfiff am Sonntag wieder fit zu sein. Allerdings steht hinter dem Einsatz von Philipp Seitle noch ein großes Fragezeichen.Der Trainer macht unmissverständlich klar: „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns steigern.“ Dabei nimmt er vor allem seine Nummer eins im Tor in die Kritik. „Gabor Pulay hat uns zu Beginn der Saison einige ganz wichtige Punkte gesichert. In den vergangenen Spielen hat er jedoch geschwächelt. Nun muss er diese Phase endlich abhaken“, sagt der 47-jährige Handball-Lehrer. Er ist sich sicher, dass „die Partie über die Defensive entschieden wird.“ Den Jungs müsse klar werden, dass allein über den Angriff nicht viel auszurichten sei.„Die große Stärke von Hüttenberg ist die Eingespieltheit. Schließlich spielt der Kader seit vier Jahren fast komplett in dieser Konstellation zusammen“, analysiert Jungandreas. Ein (kleines) Plus verzeichnet die Statistik aber auch für die Delitzscher Gäste: Denn der Gegner ist nach zuletzt zwei derben Niederlagen ebenfalls angeschlagen. Bleibt eigentlich nur die Frage: Wer steht schneller wieder auf?
Daniel Kaiser, Leipziger Volkszeitung vom 21. November 2009

Dienstag, 17. November 2009

Gehälter noch nicht überwiesen – Lage bei Concordia bleibt ernst

Delitzsch (dk). Die Lage bei Handball-Zweitligist Concordia Delitzsch bleibt ernst. Die ausstehenden Spieler-Gehälter vom September und Oktober seien noch nicht auf den Konten angekommen, erklärte Alexander Pietzsch gestern auf Anfrage. Dennoch sieht der Abwehrchef der Concorden eine leichte Entspannung: „Nachdem sich das Präsidium am Freitag mit uns zusammengesetzt hat, bin ich wieder ein wenig optimistischer.“Hauptgrund: Die gefährdeten Mieten einiger Spieler scheinen vorerst gesichert. Die Krise rief derweil auch Landrat Michael Czupalla (CDU) auf den Plan. „Die Sparkasse und die Sparkassenversicherung sind al- len vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen“, sagte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und kündigte zudem weitere Hilfestellung des Sponsors an.Der fast 100-jährige Traditionsklub will nun nach weiteren Lösungen für die kommenden Monate suchen, um den Zweitliga-Handball am Lober zu sichern. „Diese Woche ist eine ganz entscheidende“, erklärte Pietzsch.Der 32-Jährige hofft, dass der Leistungssport nicht komplett vor dem Aus steht: „Delitzsch ohne die zweite Handball-Liga ist wie die Mulde ohne Wasser.“ Das dienstälteste Mannschaftsmitglied, das mittlerweile als Sprachrohr seines Teams auftritt, appelliert nun an die Moral seiner Kollegen. „Ich hoffe, dass die Jungs uns die Treue halten“, sagte Pietzsch. Denn er weiß: „Das Schlimmste, was uns jetzt passieren kann, wäre der Ausverkauf des Kaders.“
Daniel Kaiser, Leipziger Volkszeitung vom 17. November 2009

Montag, 16. November 2009

Handball-Delitzsch in Gefahr?

Der LVZ-Artikel am Samstag schlug ein wie eine Bombe; Concordia hat offensichtlich starke finanzielle Probleme! Leider beschreibt jener Bericht nicht annähernd die Realität, sondern enthüllt ledigtlich, dass Alexander Pietzsch an die Öffentlichkeit geht, um auf ausstehende Gehaltszahlungen aufmerksam zu machen. Die Taktik von Präsidentin Borrmann ist jedoch eine andere, sie gibt kaum Informationen preis. Somit ist es schwierig Gerüchte von Fakten zu trennen und objektiv zu jenem Thema zu berichten. Folgend sind die bekannten Fakten zusammengestellt:
- mindestens bis zum 16.11. warteten die Spieler auf ihr September- und Oktober-Gehalt
- Borrmann versprach alle ausstehende Gehälter zeitnah zu zahlen
- Gründe über die Finanzlücke sind öffentlich nicht bekannt
- Sparkasse und Sparkassenversicherung sind allen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen
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Die Fanpage fordert: Wissend, dass die wirtschaftliche Gegenwart keine einfache ist, muss die finanzielle Situation innerhalb des Vereins stets transparent bleiben. Probleme lassen sich besser lösen, wenn man das ehrliche Gespräch sucht!!!

Sonntag, 15. November 2009

Concordia - HSG Frankfurt/Rhein-Main 34:34 (17:17)

Es war eine packende Partie nach erheblichen Turbulenzen: In der zweiten Handball-Bundesliga trennten sich Concordia Delitzsch und die HSG Frankfurt/Rhein-Main letztlich verdient 34:34. „Ein gerechtes Ergebnis“, sagten wortgleich die beiden Trainer Uwe Jungandreas (Concordia) und Mike Fuhrig.Recke Alexander Pietzsch hatte zuvor bestätigt, dass es Gespräche wegen der ausstehenden Gehälter gegeben habe und Überweisungen angekündigt worden seien. Er hob hervor, dass sich die Mannschaft gegen die Gäste „zerreißen wird“. Und das taten die Nordsachsen. Unter den Augen von Nationaltorwart Silvio Heinevetter (heute Berlin, früher Delitzsch) erwischten die Concorden zwar einen schlechten Start und lagen rasch mit 2:6 Toren hinten. Eine Auszeit von Uwe Jungandreas schon in der 9. Minute brachte letztlich die Wende. Die Abwehr festigte sich und im Angriff gab es plötzlich schöne Spielzüge. Gekoppelt mit vielen Fehlern auf beiden Seiten führte das letztlich zum Halbzeitstand von 17:17.Im zweiten Spielabschnitt wurde die Halle förmlich zum Tollhaus. Trotz Unterzahl gingen die Concorden in Führung. „Das darf nicht passieren“, schüttelte Frankfurt-Spieler Jan-Olaf Immel nach Spielschluss den Kopf. Die Begegnung legte an Tempo zu, es war ein offener Schlagabtausch beider Teams. Überragend auf Concordia-Seite waren Ulrich Streitenberger und Eric Jacob, der sein großes Potenzial ein ums andere Mal nicht nur andeutete, sondern unter Beweis stellte. Blass blieb auf der Gegenseite Ex-Concorde Hannes Lindt. Lediglich vier Treffer erzielte er. Zum Vergleich: Concordias Halbrechter Steve Baumgärtel versenkte den Ball sieben Mal im gegnerischen Gehäuse. Ein Sonderlob verdienten sich alle Delitzscher wegen ihres unermüdlichen Einsatzes. Frankfurts Coach Mike Fuhrig lobte zum Schluss die Nordsachsen. „Es ist toll, was hier entstanden ist.“ Balsam für die Seele der Delitzscher. Fuhrig wusste übrigens genau, wo Delitzsch liegt. Nicht jedem Frankfurter Vereinsverantwortlichen ist das 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution klar. Auf ihrer Internetseite hatten die Mainstätter eine Fahrt in eine Stadt Südbrandenburgs angekündigt. „Wir freuen uns auf die Begegnung hier in der nächsten Saison“, sagte Fuhrig. Dann dürften auch die Frankfurter wissen, dass Delitzsch in Sachsen liegt.
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Concordia: Pulay (9/1 Paraden), Bliß (3/1 Paraden) ; Streitenberger 9/5), Meiner (1), Müller (n.e.), Jacob (8), Riehn, Seitle, Baumgärtel (7/3), Boese (5), Oehlrich (3), Pietzsch, Telehuz.

Frankfurt: Rebstock (8 Paraden), Beer (9/1 Paraden) ; Bohnert (2), Immel (5), Lindt (4), Quilitzsch (1), Weber, Wernig (9/1), Seeger (6/3), Schimmelbauer (3), Hahn, Bonnkirch (4/3).

Zeitstrafen: Concordia 8x2 Minuten (3x2 Minuten Oehlrich, 2x2 Minuten Telehuz, 1x2 Minuten Streitenberger, Baumgärtel und Pietzsch) ; Frankfurt 7x2 Minuten (3x2 Minuten Immel, 2x2 Minuten Quilitzsch, 1x2 Minuten Seeger und Schimmelbauer).
Rote Karte: Oehlrich und Immel nach jeweils 3x2 Minuten

Siebenmeter: Concordia 10/8 (Riehn wirft an die Latte, Streitenberger scheitert an Beer) ; Frankfurt 9/7 (Bonnkirch scheitert an Pulay, Seeger scheitert an Bliß).

Zuschauer: 900

Fotos vom Spiel:
Concordia vs. HSG FrankfurtRheinMain

Montag, 9. November 2009

Deutlicher BHC-Sieg gegen Delitzsch

Trotz der zweiwöchigen Zwangspause haben es die Bergischen Löwen geschafft, den Schwung des dramatischen Sieges gegen Friesenheim auch ins Heimspiel gegen Concordia Delitzsch mitzunehmen. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, vor allem in der Defensive durchweg, gelang den Spielern von Raimo Wilde ein nie gefährdeter 31:21 (17:9)-Heimerfolg gegen den Tabellennachbarn aus Delitzsch. Schon vor dem Spiel gab es viele zufriedene Gesichter auf Seiten der Verantwortlichen der Bergischen Löwen. Lange Schlangen vor den Kassen bedeuteten wie schon gegen Friesenheim eine gut gefüllte Bayerhalle. Am Ende waren es erfreuliche 1.850 Zuschauer. Diese sahen einen von Beginn an sehr konzentrierten BHC, der nach zwei Pfostentreffern von Kenneth Klev durch Tim Henkel in Führung gehen konnte. In den folgenden Minuten dominierten eindeutig beide Abwehrreihen das Geschehen auf dem Platz. Delitzsch nahm von Beginn an den BHC-Goalgetter Jiri Vitek mit einer offensiven Manndeckung aus dem Spiel, während der BHC mit Joey Duin im Mittelblock den Gästen anfangs gar kein Durchkommen gestattete. So dauerte es geschlagene fünf Minuten, bis Jiri Vitek mit einer schönen Einzelleistung auf 2:0 erhöhen konnte. Bei den Gästen dauerte es gar bis zur neunten Spielminute, ehe sie das erste mal den guten Jan Stochl im Tor überwinden konnten, Eric Jacob traf aus dem Rückraum zum 3:1-Anschluss. In der Folge gelang es dem BHC immer besser, sich auf die Abwehr der Gäste einzustellen. Daran änderte auch der frühzeitige Ausfall von Jiri Vitek nicht, der sich bei einem Zusammenprall mit Jacob in der Abwehr eine klaffende Platzwunde am Kopf zuzog, die noch in der Kabine genäht werden musste. Kristoffer Moen übernahm seine Position im Angriff, Mathias Fuchs führte fortan Regie. Mit Erfolg, dem BHC gelang es, sich Schritt für Schritt von den Gästen abzusetzen, nach 20 Minuten stand es nach einem trockenem Wurf von Kenneth Klev bereits 11:5. Trotz der deutlichen Führung agierten die Gastgeber weiter souverän in der Abwehr und kamen so immer wieder zu Ballgewinnen und einfachen Kontertoren. Beim 14:6 durch Reinarz per Siebenmeter waren es bereits acht Tore Vorsprung. Dafür, dass dieser Vorsprung auch mit in die Halbzeitpause genommen werden konnte, zeigte sich wiederum Reinarz verantwortlich, dem mit dem 17:9 per Kemptrick nach Zuspiel von Sebastian Hinze den krönendem Abschluss einer tollen ersten Hälfte gelang. Zu Beginn der zweiten Hälfte verpassten es die Löwen in den Anfangsminuten durch einige nachlässig gefahrene Konter, das Spiel schnell endgültig zu entscheiden. Delitzsch konnte bis auf 18:12 verkürzen. Wirklich in Gefahr konnte Delitzsch den BHC aber nicht mehr bringen, spätestens beim 23:13 durch Christian Hoße per Siebenmeter in der 43. Minute war das Spiel entschieden. Die BHC-Fans feierten zu diesem Zeitpunkt bereits mit der La-Ola-Welle ihr Team, welches weiter Gas gab. Nach dem 29:18 in der 50.Minute durch Simon Kluge, der in der zweiten Hälfte ins Spiel kam und sich zusammen mit Tim Henkel die rechte Rückraum-Position teilte, drohte den Gästen gar ein Debakel. War es danach die Furcht davor, der gesamten Mannschaft eine Kiste Bier zu spendieren oder einfach nur nachlassende Konzentration? Auf jeden Fall schien niemand der Löwen das 30. BHC-Tor erzielten zu wollen. Es dauerte geschlagene sieben Minuten, ehe sich Christian Hoße vom Siebenmeter-Punkt erbarmte und zur Freude seiner Kollegen zum 30. mal ins Delitzscher Gehäuse traf zum zwischenzeitlichen 30:20. Am Ende blieben es diese zehn Tore Vorsprung, mit 31:21 gelang den Bergischen Löwen eindrucksvoll der Sprung auf Tabellenplatz drei. Nun gilt es bei den kommenden schweren Auswärtsspielen am Mittwoch in Korschenbroich und nur drei Tage später in Aue nachzulegen. Ob Jiri Vitek bereits am Mittwoch wieder einsetzbar sein wird, steht noch nicht fest. Hoffnung macht aber, dass er noch in der ersten Hälfte wieder mit einem dicken Pflaster auf der Stirn auf die Bank zu seinen Kollegen zurückkehrte.
Michael Kirch, Homepage Bergischer HC vom 8.November 2009

Bergischer HC: Huhnstock (n.e.), Stochl ; Kluge (3), Hinze, Fuchs, Duin (1), Reinarz (8/4), Henkel (2), Hoße (3/2), Moen (3), Klev (6), Quade (2), Vitek (3/2), Henkels.

Concordia: Pulay, Bliß ; Streitenberger (3), Akatsuka, Jacob (5), Müller (1), Riehn (5/2), Seitle (1), Baumgärtel (1), Boese (4), Pietzsch (1), Telehuz, Warmuth.

Zeitstrafen: BHC 3x2 Minuten (1x2 Minuten Moen, Duin und Quade) ; Concordia 3x2 Minuten (2x2 Minuten Baumgärtel, 1x2 Minuten Streitenberger).

Siebenmeter: BHC 9/8 (Hoße scheitert an Pulay) / Concordia 3/2 (Baumgärtel wirft an die Latte).

Zuschauer: 1850