Sonntag, 9. Dezember 2012

SG LVB II - SG DHfK / NHV 20:25 (12:13)

Der Zuckerguss

Die SG DHfK/NHV Delitzsch verbringt die Weihnachtspause auf dem festlichen dritten Platz der Handball-Sachsenliga. Gestern verpasste die Mannschaft von Trainer Michael Schneider per 25:20- Derbysieg bei der SG LVB Leipzig II der wundersamen Hinrunde den Zuckerguss. Für gewöhnlich verbringt der gemeine Nordsachse den Nachmittag des zweiten Advent wohl eher bieder. Kerzen anzünden, Stolle anschneiden, der Heiligen Dreifaltigkeit huldigen. Es geht aber auch sportlicher. So wie es die Delitzscher gestern vormachten, übers Parkett der Brüderhalle jagten und den siebten Erfolg im elften Saisonspiel eintüteten. Der war allerdings von einigen heftigen Geburtsschmerzen begleitet. Mit Jacob Schlichter, Ivo Doberenz und Frank Bönke fehlten der SG gleich drei Stammkräfte. Entsprechend holprig verlief aus Gästesicht der erste Durchgang, den Coach Schneider unter der Kategorie "durchwachsen" verbuchte.
Doch da glücklicherweise jede Medaille zwei Seiten und jedes Handballspiel zwei Halbzeiten hat, blieben noch 30 Minuten, um die LVB aus dem Gleis zu schieben, was schließlich vor allen Dingen die Delitzscher Defensive um Torwart Max Neuhäuser bewerkstelligte. "Max hat überragend gehalten und sehr gut mit der Deckung zusammen gearbeitet", lobte der Trainer seinen jungen Schlussmann, um sofort nachzuschieben: "Aber man sollte das nicht überbewerten." Wie auch immer: In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte musste Neuhäuser ganze drei Mal hinter sich greifen.
Vorn tat sich die SG aber auch nach dem Wechsel relativ schwer. Klar, wenn mit Schlichter und Doberenz die komplette linke Seite ausfällt, wird's unangenehm. Zumindest in Sachen Positionsangriff. Da aber der exquisiten Abwehr-Maloche viele, viele Konter entsprangen, konnte Sprintwunder Jan Jungandreas seine Qualitäten voll ausspielen und netzte 13-fach ein. Nach mehrfacher Konsultierung des Redaktions- Rechenschiebers stellte der Autor dieser Zeilen fest, dass es sich dabei um mehr als die Hälfte der Gästetore handelte.
"Ich denke wir haben am Ende verdient gewonnen", bilanzierte Schneider die Begegnung. Mannschaftsleiter Sören Raab zog anschließend gleich mal eine Zwischenbilanz der gesamten Hinrunde. "Die Saison ist bisher zufriedenstellend gelaufen. Die Mannschaft gibt alles, aber da es uns an der Kaderbreite mangelt, fehlte in den entscheidenden Spielen etwas." Raab spielt damit auf die unglückliche 24:25-Pleite bei Ligaprimus Plauen und das 23:23-Remis beim Zweiten ZHC Grubenlampe an. Doch selbst daraus lässt sich Schaffenskraft schöpfen. Denn beide Mannschaften müssen im neuen Jahr noch nach Delitzsch.

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 10.Dezember 2012

Samstag, 1. Dezember 2012

SG DHfK / NHV - Mot.Cunewalde 34:26 (19:13)

Erfolgreiche, letzte Heimpartie

Wer es bislang noch nicht wahrhaben wollte, am Sonnabend hat es sich einmal mehr bestätigt. Experte bleibt eben Experte. Der Delitzscher Hansi Winkler sagte voraus, mit welchem Toreabstand die Mannschaft von Trainer Michael Schneider in der Sachsenliga gegen die SG Motor Cunewalde gewinnen würde. Acht Tore Vorsprung prophezeite er und traf es damit auf den Punkt. Mit 34:26 Toren gewann die SG DHfK Leipzig/NHV Concordia Delitzsch das letzte Heimspiel der Saison.
Trotz des deutlichen Erfolges sprach Coach Schneider von einem "normalen Spiel", das gewonnen werden konnte, weil die Mannschaft eine "solide Leistung ablieferte". Aus der Zufriedenheit des Handball- Lehrers ist dennoch Kritik zu hören. "Vieles hat mir schon sehr gut gefallen, aber eben nicht alles."
Zunächst hielten die Gäste aus dem Lausitzer Bergland die Partie offen, spielten in der Anfangsphase auch auf Augenhöhe mit der Spielgemeinschaft. Das Gastgeber-Team ließ jedoch in keiner Minute Zweifel daran, dieses Spiel in trockene Tücher zu bringen und zwei Punkte zu verbuchen. Insbesondere dem schnellen variantenreichen Aufbauspiel konnte die Mannschaft von Trainer André Kindermann nicht viel entgegensetzen. Zeitweise agierte die Abwehr vorm Neunmeter- Kreis. Die sich dadurch bietenden Räume nutzte die Crew um Kapitän Matthias Juknat gnadenlos aus. Bereits nach gut einer Viertelstunde Spielzeit lagen die Gäste mit fünf Toren zurück. Nicht nur in dieser Phase zeigte Max Neuhäuser, wer der Herr zwischen den SG-Pfosten ist. Mit einer Fußparade vereitelte er unter anderem die Konter-Chance von Markus Noack. Bis zur Pause konnte sich die Spielgemeinschaft bis auf 19:13 absetzen.
In der zweiten Hälfte lief das Räderwerk der Gastgeber weiter auf Hochtouren. "In der Abwehr sind wir momentan sehr gut, das können wir", so Trainer Schneider. "Wenn es da klappt, kommt auch die Sicherheit nach vorn." Immer wieder gelang es den Abwehrspielern in die durchschaubaren Pässe der Cunewalder zu laufen. Die daraus folgenden Konter endeten überwiegend mit Torerfolgen. Die Gäste gaben aber nicht auf, agierten zuweilen sehr glücklos, aber immer fair.

Ditmar Wohlgemuth, Leipziger Volkszeitung vom 3.Dezember 2012

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Samstag, 24. November 2012

Molten-Pokal des HVS Sachsen

In der 2.Runde des Pokalwettbewerbes des Handballverbandes Sachsen gewann unsere SG beim TuS Leipzig-Mockau mit 32:20. Glückwunsch !!!

Samstag, 17. November 2012

Grubenlampe - SG DHfK / NHV 23:23 (10:11)

Delitzscher machen "Remis-Demmi" in Zwickau

"Remis-Demmi" im Sachsenliga-Spitzenspiel: Die SG DHfK/NHV Delitzsch hat am Sonnabend vom Zwickauer HC Grubenlampe einen Zähler entführt. Das Duell Tabellenzweiter kontra Dritter endete 23:23, was wiederum Ligaprimus Einheit Plauen beglückte, der nach neun Partien der Konkurrenz nun schon fünf Punkte voraus ist.
Michael Schneider schwankte zwischen Frust und Freude: "Im ersten Moment ist man schon enttäuscht, aber, so wie es gelaufen ist, können wir auch mit dem Punkt zufrieden sein." Doch woher rührte denn nun die wankende Gemütslage des SG-Trainers? Ganz einfach. Seine Mannschaft lag in Zwickau drei Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren vorn, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Andererseits war vorher nicht unbedingt von einem Punktgewinn auszugehen, bedenkt man die chronisch siechende Personallage der Delitzscher. So erklärt sich übrigens auch, warum die Mannschaft beim ZHC mal wieder schwer ins Spiel fand, schnell 1:3 zurücklag. "Wir können im Training nie sechs gegen sechs spielen und brauchen dann oftmals in den Spielen Zeit, um uns geistig und körperlich zurechtzufinden", erklärte Schneider. Aber wenn sie dann einmal die Orientierung gefunden haben, sind sie kaum aufzuhalten. Das ließ sich auch vortrefflich gegen Grubenlampe beobachten. Denn als die Delitzscher Satelliten-Navigation Zwickau nach einigen Minuten auf dem Schirm hatte, entwickelte sich ein offenes Spiel - das plötzlich die Gäste anführten. Die Nordsachsen arbeiteten speziell in der Defensive vortrefflich und nahmen ein Tor plus mit in die Kabine.
Auch in Durchgang Nummero zwo ging der Tanz auf des Messers Schneide weiter. Die Führung wechselte fröhlich hin und her. "Auch als wir zwischenzeitlich mit zwei, drei Toren zurücklagen, sind wir nicht in Ehrfurcht erstarrt und eingebrochen, sondern haben gezeigt, dass wir oben mitspielen können", erzählte Schneider. Das Delitzscher GPS- System scheint jedenfalls ganz gut in Schuss zu sein, weist der Mannschaft hoffentlich auch kommenden Sonnabend im Pokal bei TuS Leipzig-Mockau den rechten Weg.

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 19.November 2012

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Samstag, 10. November 2012

SG DHfK / NHV - HVH Kamenz 37:30 (16:17)

"Heute hat's Spaß gemacht"

Genau 30 Sachsenliga- Minuten haben die Handballer SG DHfK/NHV Delitzsch gebraucht, um die Niederlage bei Spitzenreiter Einheit Plauen vor gut einer Woche abzuschütteln. Am Sonnabend schalteten die jungen sportlichen Herren in der Beckerhalle gegen den HVH Kamenz nach der Pause auf Lichtgeschwindigkeit und filetierten die Gäste mit 37:30 (16:17). Auch das Duell der schießwütigen Duos entschied die Combo Jacob Schlichter/Jan Jungandreas gegen die kreuzgefährliche Litauen-Connection Aurelijus Stankevicius und Edgaras Gudaitis für sich.
"Heute hat's Spaß gemacht", analysierte "Air" Schlichter anschließend knallhart und schob süffisant nach: "Es läuft ganz gut, wenn ich mit ins Spiel eingebunden werde." Er und sein Kompagnon Jungandreas ließen die Netze glühen, kamen gebündelt auf 24 Buden. Vorentscheidend dürften die ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs gewesen sein. Beinahe sekündlich schlug es im Kasten der bedauernswerten Kamenzer Keeper ein, weil beide Mannschaften das Tempo astronomisch hoch hielten, aber plötzlich (fast) nur noch die Hausherren trafen. "Wenn du so aus der Kabine kommst, wird es natürlich einfacher", sagte Trainer Michael Schneider.
Noch einfacher wäre es gewesen, wenn seine Mannschaft die Gäste schon in Durchgang Nummero uno vorn wie hinten derart konsequent bearbeitet hätte. Besonders die hochgelobte Delitzscher Deckung glich teilweise einer Autobahn-Großbaustelle. Großflächiger Beton- beziehungs- weise Parkett-Krebs. "Wir waren in der Abwehr zu lethargisch, haben nicht das gemacht, was wir besprochen hatten", meinte Schneider. Eine plausible Erklärung für die Wende zum Guten, die nicht unbedingt irdischen Gesetzen folgt, fand Jacob Schlichter: "Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass Plauen jetzt abgehakt sein muss." Hätte man zwar auch vorher machen können, aber so war die Partie natürlich unterhaltsamer.
Nur eine Aktion des zweiten Durchgangs hinterließ tiefe Gräben auf der Stirn, passte nicht ins Entertainment-Gesamtpaket. SG-Defensivstratege Frank Bönke fällte 20 Sekunden vor dem Ende aus unerfindlichen Gründen den Kamenzer Kreisläufer Rico Rudolph, sah zu recht die Rote Karte. "Völlig unnötig. Ich kann mir nicht erklären, was das sollte", sagte Michael Schneider. Ging sicher allen Anwesenden so.

Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 12.November 2012

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