Samstag, 6. Mai 2017

HSV 1990 Apolda - NHV 26:29 (15:16)

Delitzscher Handballer beenden Saison mit Auswärtssieg

Die Handballer des NHV Concordia Delitzsch haben am letzten Oberliga-Spieltag gegen den HSV Apolda mit einem 29:26 (16:15) einen Auswärtssieg gefeiert. Der Gastgeber kämpfte noch um den Klassenerhalt und hoffte, sich mit einem Sieg an Staßfurt oder Pirna vorbeizuschieben. Das gelang zwar nicht, aber absteigen wird Apolda aller Voraussicht nach trotzdem nicht.
Dass Delitzsch die Punkte nicht verschenken wollte, war von der ersten Minute an zu sehen. Die Abwehr stand gut und im Angriff zeigte sich der NHV von seiner besten Seite. Fast jeder Wurf landete im Tor der Gastgeber, so dass sich der Trainer gezwungen sah, mit einer Auszeit den Lauf der Concorden zu unterbrechen. Und mit dieser Maßnahme hatte er auch Erfolg. Auch die Fans von Apolda, unterstützt von einem wirklich sehr lauten Hallensprecher, wachten nun wieder auf und peitschten ihre Mannschaft nach vorn. So ging es dann mit einer knappen Führung für den NHV in die Pause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte gaben die Gastgeber den Ton an und versuchten, auch mit mehr Aggressivität in der Abwehr das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen. Delitzsch vergab reihenweise beste Chancen und Apolda konnte sich somit ein kleines Polster erarbeiten. Doch so wollte sich die Mannschaft nicht aus der Saison verabschieden. Mit Kampfgeist, mehr Konzentration im Angriff und einer stabileren Abwehr drehte sich wieder das Blatt zu Gunsten der Concorden. Die Nervosität war Apolda immer mehr anzusehen, schließlich ging es um den Klassenerhalt. Aber Delitzsch kannte keine Gnade und gewann am Ende verdient mit 29:26. Ob Apolda trotzdem die Klasse halten kann, wird sich in den nächsten Tagen oder Wochen entscheiden. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, dass sie sich nicht hat hängen lassen im letzten Spiel und somit auch nicht aktiv in den Abstiegskampf eingegriffen hat. Mit Platz acht beendet Delitzsch die Saison – und die Fans dürfen sich auf eine weitere spannende Saison in der Mitteldeutschen Oberliga freuen. „Ich bin stolz auf die Jungs, weil wir Moral gezeigt haben, obwohl es für uns eigentlich um nichts mehr ging. Aber wir sind Sportler und wollten uns auf keinen Fall vorwerfen lassen, in den Abstiegskampf eingegriffen zu haben“, sagte NHV-Trainer Wladimir Maltsev und fügte hinzu: „Wichtig war, dass wir diese Saison mit einem Sieg abgeschlossen haben. So werden wir mit super Laune in die Vorbereitung der nächsten Saison starten.“
Cocordia-Kapitän Jan Jungandreas meinte: „Das war richtig cool heute. Wir können stolz sein! Mir fehlen die Worte. Diesmal hat man auch eine gewisse Lockerheit im Team gespürt. So spielt es sich natürlich auch viel einfacher. Auf alle Fälle war es für alle ein super Abschluss.“
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 8.Mai 2017

Montag, 1. Mai 2017

NHV - SV 04 Plauen-Oberlosa 29:28 (14:14)

Delitzscher Personalkarussell dreht sich

Eigentlich war dieser 1. Mai in mehrfacher Hinsicht ein Feiertag für den Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch. Der Aufsteiger verabschiedete sich mit einem 29:28-Erfolg gegen den SV Plauen-Oberlosa vom Heimpublikum, der Klassenerhalt hatte bereits zwei Tage vorher festgestanden. Dennoch mischte sich in die allseits gelöste Stimmung reichlich Wehmut.
Gleich acht Spieler verlassen den Verein und wurden vorm Plauen-Spiel verabschiedet. Bei Maik Wolf, Daniel Hannuschke, Felix Randt (alle Karriereende), Malte Unkell (Studium in Polen) und Peter Kerkapoly (geht nach Spanien) war schon klar, dass der Weg aus Delitzsch hinaus führen würde. Doch auch NHV-Urgestein Max Neuhäuser, Oldie Gabór Pulay und Youngster Niels Stolzenburg werden künftig nicht mehr im NHV-Trikot auflaufen. Aber der NHV Concordia hat auch bereits die ersten „Kracher“ neu verpflichtet: Der 26-jährige Martin Müller kommt vom Oberliga- Meister HSV Bad Blankenburg, spielte einst schon in Delitzsch Oberliga und 2. Bundesliga. Ebenfalls aus Bad Blankenburg kommt Hüter Felix Herholc (29). Er war einer der Thüringer Aufstiegsgaranten. Vom letztjährigen Meister HG 85 Köthen kommt zudem Linkshänder Tobias Bauske (24).
Nach der Radikalkur im vergangenen Sommer folgt nun also der nächste großangelegte Umbau des NHV-Personaleingangs. „Das ist natürlich immer schlimm, wir müssen wieder fast bei Null anfangen“, sagte Trainer Wladimir Maltsev mit Blick auf die kommenden Wochen, gab sich im gleichen Atemzug aber kämpferisch. „Das ist unsere Arbeit. Hoffentlich können wir danach die Mannschaft etwas länger zusammenhalten.“ Immerhin bleiben dem Coach wichtige Leistungsträger erhalten, darunter Toptorjäger Danny Trodler, Kapitän Jan Jungandreas und Eigengewächs Lucas Mittag. „Natürlich ist man ein bisschen wehmütig, wenn so viele Spieler gehen, mit einigen habe ich ja doch ein paar Jahre zusammengespielt. Aber wir müssen es nehmen, wie es kommt“, befand Mittag.
Auch das Montagsspiel nahmen sie, wie es kam. Die knappe Niederlage in Aschersleben kaum 48 Stunden vorher schien weder in den Köpfen noch in den Beinen hängen geblieben zu sein. Die Hausherren führten nach sechs Minuten 4:0. Die Schlachtenbummler in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle ließen ihren Liebesbekundungen lauthals freien Lauf. Mit jeder Minute allerdings ebbte die Euphorie ein wenig mehr ab. Plauen stand nun besser in der Deckung, zwang Delitzsch in den ungeliebten Positionsangriff – und zu Fehlern. Nach gut einer Viertelstunde fiel erstmals der Ausgleich und die Partie sollte bis zur Schlussphase zum Tanz auf der Rasierklinge werden.
Wühlmaus Clemens Schlegel war am Kreis kaum zu fassen, dahinter verdiente sich Spielmacher Patrick Baum mit diversen eleganten Aktionen den Beinamen „Traumzauberbaum“. In der letzten Minute übernahm schließlich Danny Trodler Verantwortung und markierte trocken den entscheidenden Treffer.
Entsprechend prächtig gelaunt ging es in den Feier-Abend. Selbst Max Neuhäuser, der in seinem letzten Heimspiel für Delitzsch nur für einen Siebenmeter auf die Platte durfte, fand versöhnliche Töne. „Das war geil, alle haben gefightet bis zum Umfallen.“ Das NHV-Urgestein reiht sich am Ende der Saison ein in die Riege der vielen Ehemaligen, von denen nicht wenige am 1. Mai im Publikum saßen. Etwa die einstigen Erstliga-Helden Thomas Oehlrich und Alexander Pietzsch. Und natürlich Trainer-Übervater Uwe Jungandreas, der Sohn Jan und Schwiegersohn Maik Wolf bei der Arbeit zusah. So bleibt bei allem Abschiedsschmerz die Gewissheit: Wirklich aus der Welt ist niemand, man begegnet sich im Leben durchaus zwei oder drei Mal.
Johannes David / Torsten Teichert, Leipziger Volkszeitung vom 3.Mai 2017

Samstag, 29. April 2017

HC Aschersleben - NHV 22:21 (10:10)

Delitzscher Handballer sichern trotz Niederlage in Aschersleben den Liga-Verbleib und feiern 29:28 gegen Plauen-Oberlosa

Der Klassenerhalt des NHV Concordia Delitzsch in der Mitteldeutschen Handball- Oberliga ist gesichert. Der Aufsteiger verlor am Samstag zwar beim HC Aschersleben 21:22 (10:10), durfte nach der Niederlage von Apolda in Radis (27:28) dann aber doch über den Liga-Verbleib jubeln. Gestern sammelten die Delitzscher dann vor eigenem Publikum selbst zwei Punkte ein: Gegen den SV Plauen- Oberlosa gelang ein 29:28 (14:14)-Erfolg – die Fans feierten nach dem Handball-Krimi mit ihrem Team.
In Aschersleben standen Fans und Spieler unschlüssig am Spielfeldrand. Sollte man sich jetzt über das in letzter Sekunde verlorene Spiel ärgern oder freuen, dass der Klassenerhalt endgültig geschafft ist? Diese Frage konnte erst nach längerer Zeit des Wartens beantwortet werden. Der HC Aschersleben, Tabellendritter der Mitteldeutschen Oberliga, wollte nach einer beeindruckenden Serie von sechs Spielen ohne Niederlage auch gegen Delitzsch eine weiße Weste behalten. Die Gäste aus Delitzsch dagegen hatten das klare Ziel, den Klassenerhalt vorzeitig zu erreichen, dazu hätte ein Punkt genügt.
Beide Teams gingen von der ersten Minute an sehr engagiert zur Sache, wobei die Alligators den besseren Start erwischten und schnell 2:0 führten. Jan Jungandreas vergab in der Anfangsphase einen Siebenmeter, aber die Gäste kamen langsam ins Spiel. Ausgehend von einer soliden Abwehr mit einem (über das gesamte Spiel) überragenden Franz Flemming im Tor, drehte Delitzsch das Spiel und ging in der elften Minute erstmals in Führung (4:5 Trodler). Es zeigte sich jedoch bereits in dieser Phase, dass der Delitzscher Angriff zu viele Chancen benötigte, um ein Tor zu erzielen. Dazu kamen immer wieder technische Fehler, die Aschersleben zu Kontern einluden. Trainer Maltsev wechselte deshalb viel im Angriff, die Nervosität konnten die Spieler über das gesamte Spiel aber nie ablegen. Dank einer starken Abwehr der Concordia kamen die Gastgeber ebenfalls in ihrem Angriffsspiel nicht so recht voran, damit ging das Halbzeitergebnis von 10:10 in Ordnung.
Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit hatten die lautstarken Delitzscher Fans die Hoffnung, dass der NHV noch eine Schippe drauflegen kann. In den ersten Minuten sah es auch danach aus, in der 37. Minute gab es für Delitzsch die erste Zweitoreführung (12:14). Leider gelang es nicht, diese auszubauen und in Spielminute 44 hatte Aschersleben die Führung zurück erobert (17:16). Concordia kämpfte weiter und holte sich erneut die Führung (53. Minute, 18:20). Mittlerweile hatte der Gastgeber eine rote Karte (Seifert) nach grobem Foulspiel zu verkraften, Delitzsch konnte aber kein Kapital daraus schlagen. In der immer hitziger werdenden Partie versuchten beide Trainer mit Auszeiten die Mannschaften noch einmal neu zu fokussieren. Beide Teams kämpften verbissen, keines konnte sich absetzen und es kam, was kommen musste. Concordia vergab in der vorletzten Minute die Chance zum Führungstreffer (21:21) und Aschersleben versuchte mit einem Konter, den Siegtreffer zu erzielen. Diese Aktion unterband Danny Trodler, allerdings auf Kosten einer roten Karte. Was danach in der letzten Spielminute ablief, war nichts für schwache Nerven. Die Gastgeber durften ihren Angriff in Ruhe ausspielen (Zeitspiel wäre hier angebracht gewesen) und wenige Sekunden vor Schluss kam der erwartete Wurf. Franz Flemming parierte diesen in toller Manier, leider landete der Abpraller in Reihen des Gegners. Mit der Schlusssirene flog dann der Ball in den Delitzscher Kasten, das Spiel war verloren.
Die Enttäuschung auf Delitzscher Seite, bei Fans und Spielern, war riesengroß. Dann kam die erlösende Nachricht, Apolda hatte mit 27:28 gegen Radis verloren. Damit war es Gewissheit, der NHV Concordia hat den Klassenerhalt geschafft. Eine erste spannende und schwere Saison in der Oberliga wird erfolgreich zu Ende gehen.
NHV-Coach Wladimir Maltsev sagte: „Es ist immer bitter, in der letzten Sekunde zu verlieren. Zufrieden bin ich mit der Einstellung meiner Mannschaft. Zwar haben wir gute Chancen liegen lassen, aber in so einem hektischen Spiel passiert das nun mal. Über den Klassenerhalt kann ich nur sagen, dass er absolut verdient ist. Wir haben alle sehr gute Arbeit geleistet und deswegen zusammen unser Ziel erreicht. Man darf nicht vergessen, dass wir die Mannschaft erst im Juni zusammengestellt haben und manch einer Zweifel hatte, ob wir in dieser Liga mithalten können. Aber wir haben es mit harter Arbeit geschafft. Für die neue Saison ist es unser Ziel, eine starke und stabile Mannschaft für die Oberliga zusammenzustellen, damit wir uns möglichst nicht wieder nur mit Abstiegskampf beschäftigen müssen.“
Hartmut Sommerfeldt / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 2.Mai 2017

Samstag, 22. April 2017

NHV - ESV Lokomotive Pirna 22:23 (10:10)

Concordia nutzt ersten Matchball nicht

Enttäuscht  und verärgert trat Mannschaftskapitän Jan Jungandreas eine unschuldige, aber leere Wasserflasche an die Wand. Die Gästespieler ließen sich dagegen von den mitgereisten 60 Anhängern lang und lautstark feiern. Der NHV Concordia Delitzsch unterlag in eigener Halle gegen den ESV Lok Pirna mit 22:23 (10:10).
Heimmannschaft erlitt damit nach sechs Spielen ohne Niederlage den ersten doppelten Punktverlust. Die Hoffnung des Aufsteigers, mit einem Sieg den Klassenerhalt schon am viertletzten Spieltag unter Dach und Fach zu bringen, hat sich damit nicht erfüllt. Das Team aus der Sächsischen Schweiz hat im Kampf gegen den Abstieg dagegen zwei wichtige Punkte eingefahren, liegt aber vier Punkte hinter den Nordsachsen. Die wiederum haben nun 25:25 Punkte und nach wie vor beste Chancen, auch die nächste Saison in der vierthöchsten Spielklasse zu absolvieren.
„Wir haben 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen“, sagte Gäste- Spielertrainer Dusan Milicevic. Was im Gegenzug bedeutete, dass Delitzsch gut startete und in der 19. Minute mit 8:6 in Führung lag. Die Hälfte der NHV-Tore ging auf das Konto von Jungandreas, der vom Fanclub Loberhaie nach der Begegnung als bester Delitzscher ausgezeichnet wurde. Doch dann nahmen die Lok-Spieler Dampf auf, kämpften sich zurück und gingen mit 10:8 in Führung. Den Gastgebern gelang fast zehn Minuten kein einziges Tor. Die Angriffe waren zu statisch, die Rückraumschützen liefen sich wiederholt im gegnerischen Mittelblock fest. Kurz vor Ende des ersten Abschnitts erzielte Jungandreas den Anschlusstreffer und fünf Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich. „Wir haben uns in der Kabine versprochen, alles zu geben“, berichtete Milicevic. Gesagt, getan. Pirna zeigte eine kämpferisch bärenstarke Leistung, ließ sich von wiederholter Unterzahl ebenso wenig beirren wie von der zwischenzeitlichen Concorden-Führung von 16:14 in der 41. Minute. Spannend und nichts für schwache Nerven wurde es in der Schlussphase. Péter Kerkápoly brachte den NHV zweimal kurz hintereinander wieder auf Tuchfühlung zum ESV, verkürzte den Gäste- Vorsprung auf ein Tor. In der 55. Minute sah Danny Trodler nach einem harten Foul glatt Rot, darf aber bei der nächsten Begegnung wieder mitmachen. Pirna ging wieder mit zwei Treffern in Front. Delitzsch schaffte erneut den Anschlusstreffer, um in der letzten Minute das 21:23 zu kassieren. Das Tor von Daniel Sowada zum 22:23 fiel zehn Sekunden vor Schluss. Zu spät, um noch ein Unentschieden zu erreichen. „Das ich gerne gesehen hätte“, wie Landrat Kai Emanuel, der unter den Zuschauern war, bedauernd sagte, sich aber über die „tolle Stimmung“ in der Halle freute.
Die Concorden gingen selbstkritisch mit der Niederlage um. „Pirna hat mehr gekämpft als wir“, meinte Jungandreas. Für Malte Unkell wurde der mögliche Sieg im Angriff vergeben. „Wir waren deutlich häufiger als Pirna in Überzahl, haben das aber nicht diszipliniert ausgespielt.“ Und die Abwehr war speziell in der zweiten Halbzeit teilweise nicht aggressiv genug. „Wir haben Pirna zu oft frei werfen lassen“, sagte Lucas Mittag. Trainer Wladimir Maltsev forderte seine Mannschaft auf, sich auf die letzten Spiele zu konzentrieren. Ein Punkt reicht für den Klassenerhalt.
Ulrich Milde, Leipziger Volkszeitung vom 24.April 2017

Samstag, 1. April 2017

NHV - TuS 1947 Radis 28:28 (16:13)

Schmerzhafter Punktverlust für den NHV Concordia

Der NHV Concordia ist in der Handball-Oberliga im sechsten Match hintereinander ohne Niederlage geblieben. Gegen TuS Radis gab es vor heimischer Kulisse ein 28:28 (16:13).
„Wir sind am starken Torhüter des Gegners gescheitert. Unser Spiel war eigentlich gar nicht schlecht. Viele Dinge haben gut geklappt, aber wenn du immer wieder im Eins gegen Eins nicht triffst, dann bekommst du Probleme“, sagte NHV-Coach Wladimir Maltsev: „Christian Brandt im Radiser Tor hat uns zur Verzweiflung gebracht. Aber ich habe schon mehrmals gesagt hat, dass wir in den letzten Spielen immer am Limit gespielt haben. Das war für mich heute das längste Spiel dieser Saison. Die dreiwöchige Pause kommt jetzt goldrichtig. Wir brauchen einfach Erholung.“
Mit Radis war eines der Gründungsmitglieder der Mitteldeutschen Oberliga zu Gast in Delitzsch. Die Frage war, wie motiviert die Gäste nach Delitzsch kommen, ziehen sie sich doch freiwillig aus dieser spannenden Liga zurück. Zudem war der Kader durch verletzungsbedingte Ausfälle sehr dünn. Gerade einmal ein Wechselspieler stand zur Verfügung. Die Voraussetzungen für einen Heimsieg waren somit mehr als gut, doch sollte es anders kommen und am Ende musste man mit dem einem Punkt zufrieden sein.
Das Spiel war in der Anfangsphase nicht wirklich ein Leckerbissen. Beide Mannschaften waren doch sichtlich nervös und die technischen Fehler waren die logische Folge daraus. Obwohl Delitzsch sich schnell eine Drei- Tore-Führung erarbeitete, gab es der Mannschaft nicht die nötige Ruhe die sie sonst so ausstrahlte. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Katz- und Mausspiel. Immer wenn Radis verkürzte, legte Delitzsch eine Schippe drauf und baute den Vorsprung wieder aus. Die Pausenführung war sicherlich verdient, hätte aber bei mehr Konzentration, auch deutlich höher ausfallen können.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten die Fans das Gefühl, als wäre die Mannschaft noch in der Kabine. Trotz doppelter Überzahl schaffte es Delitzsch nicht, ein Tor zu erzielen. Im Gegenteil, Radis konnte sogar verkürzen und ging kurz darauf in Führung. Dies war dann aber doch so etwas wie ein Weckruf für die Concorden. Plötzlich wurden in der Abwehr die Bälle wieder erkämpft und im Angriff nutzte Delitzsch seine Chancen in dieser Phase doch recht konsequent. Warum es dann in der Schlussphase wieder so einen Einbruch gab, war dann doch rätselhaft. Wer dachte, dass Radis nun die Punkte kampflos abgibt, der sah sich getäuscht. Radis gelang nach einem zwischenzeitlichen 22:26-Rückstand unter dem lautstarken Jubel seiner zahlreichen Anhänger der Ausgleich – und dann sogar die Führung. Nach dem Ausgleichstreffer durch Danny Trodler hatte Radis mit einem Siebenmeter die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden. Zum Glück konnte Gabor Pulay zumindest diesen einen Punkt festhalten.
Sven Sauerbrey / Jens Teresniak, Leipziger Volkszeitung vom 3.April 2017