Samstag, 29. Mai 2010

Concordia erhält Darlehen und strenge Auflagen

Delitzsch. Der Stadtrat Delitzsch gewährt dem 1. SV Concordia ein Darlehen in Höhe von 300000 Euro. Damit will der Verein laufende Kosten decken und Lizenzauflagen erfüllen, um auch in der kommenden Saison in der 2. Handball-Bundesliga spielen zu dürfen.
Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend gegen 22.30 Uhr in nicht öffentlicher Sitzung. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) sprach am Freitag von einer "sehr langen, sachlichen und konstruktiven Diskussion". Concordia sei nun in der Pflicht, seine Hausaufgaben weiter zu erledigen. "Wir haben das Darlehen unter strenge Auflagen gestellt. Die Kinder- und Jugendarbeit war ein wesentlicher Punkt bei der Entscheidungsfindung", so der OBM. Mehr dürfe er zu der nicht öffentlichen Sitzung nicht sagen. Am Mittwoch hat der Vereinsvorstand die Stadt gebeten, das Darlehen zu gewähren. Für die Sicherheit bürgen mehrere Privatpersonen (wir berichteten).
Der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) bezeichnete die Entscheidung als "Richtung weisend". Nun sei die Handball-Bundesliga (HBL) am Zug, die über die Lizenzvergabe zu entscheiden hat.
Für den Buchprüfer und Steuerberater von Concordia, Helmut Pütz, bewegt sich der Verein nun auf der Zielgerade. Er war am Freitag vor Freude ein wenig aus dem Häuschen. Das Darlehen sei zu "günstigen" Konditionen gewährt worden. "Ich möchte mich auch persönlich beim Oberbürgermeister und den Abgeordneten bedanken", sagte Pütz. Freitag tagte das Präsidium. Auf der Tagesordnung standen als einziger Punkt, die fehlenden Unterlagen für die HBL einzureichen, die letztlich zur Lizenzerteilung führen sollen.
Die Auflagen beinhalten im Wesentlichen, dass die Bürgen (Mitglieder, Sponsoren) nun die entsprechenden Bürgschaften vorlegen müssen. Denn diese lägen bisher lediglich als Absichtserklärungen vor. Damit werde es laut Pütz jedoch keine Probleme geben. Die Krankenkassen sind inzwischen "voll befriedigt", private Gläubiger hätten zudem komplett auf ihre Gelder verzichtet, die Berufsgenossenschaft habe einer langfristigen Stundung zugestimmt und die Säumniszuschläge erlassen. Pütz: "Jetzt geht es nur noch um die Position des Finanzamtes Eilenburg, das uns die Säumniszuschläge erlassen soll. Über die Regulierung der Steuerschulden müssen wir uns ebenfalls noch verständigen. Sämtliche Punkte sind oder werden von mir am Wochenende in den neuen Finanzplan eingearbeitet." Der Steuerberater gehe zusammenfassend davon aus, dass einer Erteilung der Lizenz nun nichts mehr im Weg stehe. Eine Entscheidung wird bis 6. Juni erwartet.
Frank Pfütze, Leipziger Volkszeitung vom 29. Mai 2010

Mittwoch, 26. Mai 2010

Auf zum Rathaus

Am Donnerstag findet in unserem Rathaus eine Stadtratssitzung statt, bei der es auch um die Zukunft unseres Vereins geht. Hier wollen und müssen wir ein Zeichen setzen! Aus diesem Grund ist es wichtig das jeder Fan, jedes Mitglied, jeder Sympathisant zwischen 16.15 Uhr und 16.30 zum Rathaus kommt und zeigt wie wichtig unser Verein für die Stadt und die Region ist. Es geht hier um die Existenz von Concordia! Es geht um die Fortführung der exzellenten Jugendarbeit! Es geht um die Fortführung des Breiten- und Behindertensports!
Daher noch einmal unser Aufruf: Kommt zahlreich zum Rathaus und zeigt lautstark der Stadt, dass Delitzsch unseren Verein nicht im Stich lassen darf.

Samstag, 22. Mai 2010

Concordia - HSC Coburg 38:30 (16:17)

Concordia gewinnt auch das letzte Spiel in dieser Saison. In der ersten Halbzeit hatten die Schützlinge von Coach Jungandreas noch einige Probleme mit dem HSC Coburg, doch um die 45. Minute herum drehten die Delitzscher richtig auf und stellten schnell die Weichen auf Sieg. Beste Torschützen auf Seiten des Gastgebers waren Steve Baumgärtel und René Boese mit jeweils sieben Treffern.
-
Concordia: Pulay (21/2 Paraden), Bliß (2 Paraden) ; Baumgärtel (7), Boese (7), Streitenberger (6/2), Oehlrich (6), Hummel (5), Riehn (3/1), Warmuth (2), Müller (1), Akatsuka (1/1), Pietzsch, Telehuz.
Coburg: Selke (bei 1 Siebenmeter/0 Paraden), Martinsen (13 Paraden) ; Kirchner, Göhl (8), Rivera Vieco (5/2), Andersson (5/3), Kelm (4), Lendner (4), Werner (2/1), Rose (1), Vrany (1), Karapetjan.
-
Siebenmeter: Concordia 5/4 (Streitenberger wirft an den Pfosten), Coburg 9/6 (Andersson wirft an die Latte und scheitert an Pulay, R. Vieco scheitert an Pulay)
Zeitstrafen: Concordia 3x2min (Oehlrich 2, Baumgärtel), Coburg 3x2min (Vrany 2, Hartkopf - Bank)
Zuschauer: 850
Fotos vom Spiel:
Concordia Delitzsch vs. HSC Coburg

Concordia spielt, hofft und beschwert sich

Delitzsch (jd/pfü). Freitag Nachmittag verkündete Concordia-Präsidentin Christine Borrmann die Kampfansage: "Ja, wir werden Beschwerde bei der Handball-Bundesliga einlegen, weil uns die Lizenz für die 2. Bundesliga nicht erteilt wurde. Das tun wir natürlich, weil wir uns Chancen ausrechnen, mit diesem Einspruch erfolgreich zu sein." Der Vereinsvorstand habe nun ab Dienstag sieben Werktage Zeit, die Beschwerde einzureichen.
Concordia Delitzsch tritt an diesem Sonnabend auf jeden Fall zur letzten Partie der Saison gegen den HSC Coburg an (Anwurf 18 Uhr, Kultur- und Sportzentrum). Da dem Verein am Donnerstag vorerst die Lizenz für die kommende Saison verwehrt wurde, könnte es für längere Zeit die letzte Partie in der 2. Handball-Bundesliga werden.
Trainer Uwe Jungandreas überbrachte seinen Schützlingen die Nachricht. "Sie haben natürlich erst Mal alle traurig geguckt, aber dann trainiert, als ob nichts gewesen wäre. Einfach unglaublich." Wie es in den Spieler aussieht, weiß natürlich niemand. Eins ist aber auch dem Coach klar: "Für die Jungs ist es jetzt fünf vor Zwölf. Irgendwann müssen sie auch mal an sich denken. Inzwischen bleiben ihnen nicht mehr so viele Alternativen." Denn bleibt die Spielberechtigung letztlich wirklich aus, versteht sich von selbst, dass nicht wenige Akteure den Club verlassen. Kaum jemand sähe es wohl gerne, müssten die ruhm- und traditionsreichen Concorden auf diese Art aus Liga zwei absteigen. Auch Raimo Wilde, der einst noch mit Jungandreas gemeinsam auf dem Parkett stand und heute den HSC Coburg trainiert, nicht. "Es wäre sehr schade für den Verein und für Uwe, der dort seit Jahren eine glänzende Arbeit macht. Jetzt heißt es, nur nicht aufgeben. Es gibt immer eine Möglichkeit."
Nutznießer des Concordia-Zwangsabstieges wäre der Tabellenletzte TV Leichlingen. Selbst TV-Übungsleiter Frank Lorenzet täte es leid für Delitzsch "Aber irgendwas muss es in den Unterlagen geben, was nicht im Sinne der Handball-Bundesliga gelaufen ist, sonst hätte sie nicht so entschieden."
Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2010

Keine Lizenz – Wie geht es weiter?

Auch wenn wir alle auf einen positiven Bescheid seitens der HBL gehofft hatten, so ist die Entscheidung der HBL leider auch nachvollziehbar. Nicht gezahlte Gehälter, Schulden und wie es aussieht ein noch nicht gedeckter Etat für die kommende Saison. Das waren einfach zu viele negative Argumente gegen unseren Verein.
Doch wie geht es jetzt weiter? Innerhalb einer Woche kann Concordia Beschwerde gegen die Nichterteilung der Lizenz einreichen und diese mit neuen Fakten hinterlegen. Ein Punkt wäre zu zeigen, wie Helmut Pütz (Buchprüfer) sagte, dass wir die Überschuldung mit dem Schuldenerlass von Gläubigern beheben können. Darüber hinaus muss auch nachgewiesen werden, das der Etat für die Saison 2010/11 ausreichend gedeckt ist.
Daher ist es wichtig dass es am Samstag eine klare Ansage gibt, wie es weiter gehen soll. Auf persönliche Befindlichkeiten kann jetzt keine Rücksicht genommen werden. Alle müssen an einen Strang ziehen. Nur so haben wir vielleicht noch eine Chance.