Sonntag, 10. März 2013

HVH Kamenz - Conc. Delitzsch 30:30 (17:13)

Delitzschs Trip endet in Kamenz

Nach dem berauschenden Handballfest gegen Spitzenreiter Einheit Plauen vor Wochenfrist sind die Mannen von Sachsenligist NHV Concordia Delitzsch wieder runter von ihrem Trip. Am Sonntagabend kam das Team von Trainer Michael Schneider beim Tabellenvierten HVH Kamenz zu einem 30:30-Remis, verteidigte damit immerhin Rang zwei, der Traum von der Meisterschaft aber dürfte bei drei ausstehenden Spielen und vier Punkten Rückstand auf Plauen endgültig ausgeträumt sein.
Auswärts können die Delitzscher einfach nicht mehr gewinnen. Inzwischen warten sie seit dem 12.Januar (jenem irren 45:24 beim HSV Dresden) auf einen flotten Zweier in der Fremde. Doch angesichts der mal wieder backpapierdünnen Personaldecke war der Coach Schneider "durchaus zufrieden. Wir nehmen den Punkt gerne mit". Mit etwas Glück wäre sogar mehr drin gewesen, doch den letzten Angriff gaben die Gäste ein wenig überhastet aus den Händen. Mit etwas mehr Pech wäre aber auch weniger drin gewesen, schließlich war der Concordia-Ausgleich erst wenige Sekunden zuvor gefallen. Überhaupt japste der NHV lange Zeit einem Rückstand hinterher. Vier Tore lag die Mannschaft zur Pause zurück, zauberte dann einen fulminanten Lauf aufs Parkett und sorgte so für die angesprochenen dramatischen Schlussminuten.
Und da so viel Aufregung am Stück der Gesundheit schadet, können die Delitzscher fürs Erste der Frühjahrsmüdigkeit freien Lauf lassen, verdächtige vier Wochen lang die Beine hochlegen. Dann steigt das erquickliche dreifache Saisonfinale mit Spielen gegen den Zwickauer HC Grubenlampe (Rang 3), bei Motor Cunewalde (6.) und gegen LVB Leipzig II (5). "Die Pause kommt uns sehr entgegen. Viele müssen kleinere Blessuren und Krankheiten auskurieren", erzählt Schneider. Deswegen fährt er in dieser Woche auch das Trainingspensum etwas herunter, um pünktlich zum Saisonfinale die Zügel wieder anzuziehen. Platz zwei soll schließlich, falls nötig, mit Beißen und Kratzen über die Ziellinie gebracht werden.
Eine erfreuliche Nachricht noch zum Schluss: Bereits vergangene Woche hat der Trainer seinen Vertrag verlängert, bleibt der Concordia mindestens ein weiteres Jahr erhalten. Langfristige Planung fetzt.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 12.März 2013

Samstag, 2. März 2013

Conc. Delitzsch - Einheit Plauen 23:17 (10:10)

Max Neuhäuser vernagelt Tor & zieht Plauen den Nerv

Es war als Spitzenspiel angekündigt und es hielt bis zur letzten Minute das, was sich Freunde des gepflegten Handballspiels erhoffen: energiegeladene temporeiche Aktionen, kämpferisch-faire Szenen und am Ende eine siegreiche Mannschaft, die den Erfolg dank der besseren Leistung verdient. NHV Concordia Delitzsch bezwang in eigener Halle den Tabellenspitzenreiter in der Sachsenliga, HC Einheit Plauen, deutlich mit 23:17 (10:10) Toren. Es war überhaupt erst die zweite Niederlage, die die Gäste aus der Spitzenstadt in dieser Saison hinnehmen mussten. Von den gut 400 Zuschauern kamen 100 mit dem HCE-Fanbus.
Erst in der 58. Minute wollte sich beim Concordia-Trainer Michael Schneider ein zufriedenes Lächeln einstellen, da blieb er auch einfach mal sitzen und beobachtete seine Jungs, die auf dem Parkett des Kultur- und Sportzentrums in Delitzsch eine hervorragende Arbeit ablieferten. So sieht also absolute Zufriedenheit aus. Kurz zuvor waren die Plauener, diesmal Marcus Clauss, erneut an Max Neuhäuser gescheitert, da hieß der Spielstand bereits 17:22. Wenn im Handball auch vieles in Sekunden passieren kann, dass den Schneider-Schützlingen noch der Sieg genommen werden könnte, daran glaubte wohl keiner mehr. Dafür hatten aber die NHV-Akteure am Ende selbst gesorgt. "Meine Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns im Training sehr hart erarbeitet haben", sagte Coach Schneider glücklich. Dass es eine Begegnung werden würde, die von beiden Mannschaften alles abverlangt, war klar. Dass beide Teams dieses mörderische Tempo nahezu über die gesamte Spielzeit auch gehalten haben, war so nicht zu erwarten. Die Delitzscher konnten sich zunächst ein Zwei-Tor-Polster schaffen. Die Treffer zum 4:2 markierte allein Jan Jungandreas. Trauten sich die andern nicht? Oh doch. Vor allem traute sich Max Neuhäuser einiges zu. In der Anfangsphase hielt er gleich zwei Siebenmeter, seine Selbstsicherheit wuchs und strahlte auch auf die Vorderleute ab. Plauen blieb immer wieder dran, glich aus und hatte auch Pech. Die Materialprüfung des Tores blieb für die Concorden folgenlos. Am Kreis schaffte sich der kranke Marcel Ulrich unnachahmlich seinen Platz. Jungandreas bediente ihn aber auch brillant. Mit einem 10:10 ging es in die Kabine. Plauen zog danach an, nutzte vor allem die Räume, die sich ihnen in der Concordia-Abwehr boten. Die NHV-Jungs attackierten den Ballführenden teils weit vor dem Neuner. Das birgt Risiken. Plauen hingegen agierte aus einem 6-0-Riegel heraus. Hat ihnen aber nichts genützt! Die Fehlerquote auf Gästeseite wuchs zunehmend, der Spielfaden ging ihnen zwischenzeitlich verloren. Die Delitzscher spielten konzentriert ihren Stiefel herunter. Selbst in Unterzahl behielten sie die Übersicht und trafen. Allerdings konnten sie sich nicht entscheidend absetzen. Das gelang erst in der 53 Minute, als Ulrich den Ball zum 20:17 ins Netz legte. Vorher waren zwei seiner Mitstreiter gescheitert. Die Plauener mussten nun noch mehr tun, spielten noch schneller - und waren von der Rolle. Es gelang ihnen nichts mehr. Der Frust stieg auf, dennoch blieb alles fair. Vorstandsvorsitzender Kai Emanuel sprach später von einer "Werbung für den Delitzscher Handball". "So etwas will ich hier sehen." Vielleicht in der Mitteldeutschen Oberliga?
Ditmar Wohlgemuth, Leipziger Volkszeitung vom 4.März 2013

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Sonntag, 24. Februar 2013

SC Riesa - Conc. Delitzsch 31:31 (17:16)

Der Besuchs-Fluch

Es ist zum Mäusemelken. Die Handball-Mannen des NHV Concordia Delitzsch sind bei Sachsenliga-Schlusslicht SC Riesa am Sonntagabend nicht über ein 31:31 (16:17) hinausgekommen. Damit hat die Mannschaft von Trainer Michael Schneider vorm Topspiel gegen Einheit Plauen am kommenden Sonnabend fünf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Schon wieder haben sich die dunklen Vorahnungen des Michael S. erfüllt. Nach der überraschenden Pleite in Zwönitz Ende Januar schwante dem Coach auch diesmal Unheil - und so senkte sich auch in Riesa dunkle Nacht über das Spiel des NHV. Wirken in der Fremde etwa böse Voodoo-Geister? Sind die Auswärtsfahrten anno 2013 mit einem Fluch belegt? Mitnichten. Es reichen irdene Erklärungen, um dem wenig behaglichen Abend näher zu kommen.
Als da wäre: der schmerzlich vermisste Kreisläufer Marcel Ulrich, der mal wieder belegte, dass Delitzsch den Ausfall von Leistungsträgern schlicht nicht kompensieren kann. Ohne den erfahrenen Häuptling fand die Abwehr von Anfang an keinen Zugriff, wurde aus einem schnellen 0:3 fast ebenso schnell ein 3:9. So liefen die Gäste das gesamte Spiel über einem Rückstand hinterdrein. "Deswegen können wir am Ende mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Schneider, "aber mit der Spielweise bin ich über weite Strecken nicht einverstanden gewesen".
Immerhin schienen sich die Concorden noch im ersten Durchgang zu berappeln, schlichen sich bis zur Pause bis auf ein Tor heran.
Normalerweise kippen Abstiegskandidaten in solchen Fällen gern um, verlieren nach der Führung das Zutrauen und schließlich das Spiel. Doch Riesa wollte dieser schicksalhaften Weisheit partout nicht gehorchen, kam mit viel Dampf aus der Kabine und setzte sich wieder auf 26:21 ab. Ob der ein oder andere Delitzscher die Schlusslichter womöglich auf die leichte Schulter genommen hatte? "Das denke ich nicht", meinte Schneider. "Vielmehr sind einige übermotiviert rangegangen. Andere brauchen einfach noch Zeit, um sich auf diesem Niveau einzugewöhnen."
Zum Glück hatten die Gäste schon an diesem Tag noch etwas Zeit, den Super-Gau abzuwenden. Tatsächlich übernahmen sie in einer dramatischen Schlussphase beim Stand von 31:30 zum ersten Mal die Führungsrolle. Nach dem postwendenden Riesaer Ausgleich blieben noch 30 Sekunden für einen Zittersieg. Auch wenn daraus nichts mehr wurde, zog Schneider verbal seine Kappe. "Die Einstellung stimmt." Das ist wohl das Einzige worüber er sich gegen Plauen am Sonnabend keine Sorgen machen muss.
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 26.Februar 2013

Sonntag, 17. Februar 2013

Conc.Delitzsch - Neudorf/Döbeln 36:24 (19:12)

Tore sind die beste Medizin

Reha geglückt: Nach zuletzt zwei Pleiten in Liga und Pokal haben sich die Sachsenliga-Handballer des NHV Concordia Delitzsch am Sonnabend selbst kuriert. Sie bezwangen den Tabellenzehnten HSG Neudorf/Döbeln im Beckerkarton souverän mit 36:24 (19:12) und verteidigten Rang zwei.
Trainer sind im Prinzip auch nichts anderes als Ärzte. Sie doktern so lange an der Mannschaft herum, bis sie gesund ist - sprich erfolgreich spielt. "Doc Snyder", Michael Schneider, Coach des NHV, hat offenbar schnell das richtige Rezept gefunden und seine Patienten postwendend von der tückischen Misserfolgs-Krankheit geheilt. Gegen das Kellerkind aus Döbeln fieberten die Gastgeber nur in den ersten 20 Minuten, dann setzten sie sich Stück für Stück ab. "Döbeln konnte unser Tempo einfach nicht mehr mitgehen", fand Schneider eine einfache Erklärung für die rasche Delitzscher Gesundung.
Die trieb auch der überraschend starke linke Rückraum voran, sonst oft die Achillesferse der Mannschaft. Doch an diesem Tag wussten sowohl Nico Ludwig als auch Jens Groeschel offensiv zu überzeugen. Letzterer war mit sieben Toren sogar gemeinsam mit Jan Jungandreas bester Werfer der Hausherren. "Jens hat das ordentlich gemacht, seine Stärken ausgespielt. Die sieben Tore sind gut für ihn", urteilte Schneider. Tore sind eben die beste Medizin. Die überforderten Gäste wussten sich nur noch mit übertriebener Härte zu helfen, obwohl der Käse eigentlich schon nach den ersten 30 Minuten gegessen war. Abstiegskampf kann eben sehr hässlich sein.
Glücklicherweise verletzte sich niemand, was den bekanntlich klapperdürren Delitzscher Kader aus der Bahn geworfen hätte. Die HSG dagegen liegt weiter auf der Intensivstation der Liga, direkt vor den Abstiegsplätzen. Und am Sonnabend sahen alle warum. Teils haarsträubende Fehler, keine erkennbare spielerische Linie. Die Concorden dagegen zogen ihr gefürchtetes Überschall-Spiel auf, so dass den Gästen Hören und Sehen verging. "Wichtig war, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht nachgelassen haben. Auch wenn es mal für zehn Minuten nicht so gut lief", analysierte Schneider.
Die kleine Schwächephase überstand seine Mannschaft jedenfalls ohne Schrammen und erlitt auch keinen Rückfall. Stattdessen tankten die Jungs Selbstvertrauen für die übrigen sechs Saisonspiele. Platz zwei soll schließlich fest in Delitzscher Hand bleiben. Achja, Krankmeldungen nimmt "Doc Snyder" erst in der Sommerpause wieder entgegen ...
Johannes David, Leipziger Volkszeitung vom 18.Februar 2013

Sonntag, 3. Februar 2013

Moltenpokal des HV Sachsen

Im Viertelfinalspiel des Sachsenpokals verlor der NHV Concordia Delitzsch bei Verbandsligaspitzenreiter SV Plauen-Oberlosa mit 22:27 und kann sich jetzt auf die restlichen Spiele in der Sachsenliga konzentrieren.